Tod der Mutter

Dieses Thema im Forum "Tod, Trauer" wurde erstellt von Regenbogen, 19 September 2016.

  1. Regenbogen

    Regenbogen Neuer Benutzer

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    19 September 2016
    Beiträge:
    1
    Guten Abend,
    letzten Donnerstag ist leider meine Mutter verstorben,
    wodurch ich nun leider elternlos bin.
    Ich bin ihren kompletten Leidensweg mitgegangen,der sehr hart war.
    Nur am Donnerstag bekam ich bei der Arbeit zu spät Bescheid,
    habe mich abgehetzt und es trotzdem nicht mehr geschafft,
    den letzten Weg mit ihr zusammen zu gehen.
    Als ich ankam,war sie leider schon Tod.
    1997 war es bei meinem Vater genauso.
    Hat vielleicht jemand von euch ähnliches erlebt und kann mir
    vielleicht Tipps geben,wie man am Besten mit so etwas fertig wird?
     
  2. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    »...fertig zu werden und klarzukommen«

    LiebeR (?) Regenbogen!

    Zum Beginn zweierlei: Mein herzliches Beileid zum Tod Deiner Mutter – und: Trotz allem ist es schön, dass Du hier ins Forum gefunden hast; sei willkommen! –

    Vermutlich gibt es nur Weniges, das ähnlich tief in unser Leben einzugreifen vermag wie der Tod unserer Eltern. So alt und eigenständig wir auch sein mögen: Mit ihrem Tod kann sich bei den Kindern das Gefühl einstellen, jetzt tatsächlich… »Vollwaise« zu sein. Und natürlich gilt es, da hast Du vollkommen recht, einen Weg zu finden, damit irgendwie fertig zu werden und klarzukommen. Es wird in jedem einzelnen Falle ein sehr persönlicher, unverwechselbarer Weg sein. Tipps von anderen – danach fragst Du ja – können mitunter, müssen aber nicht zwangsläufig tatsächlich hilfreich sein. Mir jedenfalls ist spontan der Gedanke gekommen: Vor 20 Jahren ist ja Dein Vater bereits verstorben, wie Du berichtet hast. Was hat Dir denn damals (alles) geholfen, wenn Du Dich zurückerinnerst? Wie – vielleicht ja auch: mit wessen Hilfe – bist Du damals durch die Zeit der Trauer gekommen? Du wirst andererseits vielleicht feststellen, dass sich die Trauer um Deine Mutter von derjenigen um Deinen Vater unterscheidet. Wenn Du in Dich hineinhorchst: Kannst Du feststellen, ob sich – im Vergleich zu damals – Deine Bedürfnisse eventuell ebenfalls verändert haben? –

    Mittlerweile sind seit Deinem Eintrag hier im Forum einige Tage vergangen. Und vielleicht ist auch die Beerdigung bereits vorbei. Wie fühlst Du Dich denn in diesen Tagen? Wenn Du möchtest, dann schreib’ gerne wieder.


    Für den Moment: Herzliche Grüße und
    alle guten Wünsche für Mut und Kraft!
    Achim
     
  3. Kleinlok

    Kleinlok Erfahrener Benutzer

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    Beiträge:
    444
    Lieber Regenbogen,

    auch ich möchte dir mein Beileid aussprechen, es ist traurig, dass deine Mutter verstorben ist.

    Im Dezember des letzten Jahres ist meine Mutter gestorben, ich hatte immer Angst vor dem Verlust der Eltern und dann mussten wir dadurch.
    Es war ein Unfall, meine Mutter hat sich bei einem Restairantbesuch verschluckt, fiel wohl schnell in Bewusstlosigkeit , wurde zwar reanimeirt, aber auf der Intensivstation wurde dann leider mit den tagen klar, dass ihr Gehirn si stark geschädigt war, dass ein Weiterleben um jeden Preis sinnlos gewesen wäre. Sie hätte vermutklich nie mehr das Bewusstsein erlangt, wäre ein schwertspflegefall gewesen und hätte nicht lange mehr überleben können. Sie wurde dann, als nach einigen Tagen das MRT diese traurige Diagnose ergab palliativ versorgt un starb dann in meinem Beisien friedlich nach Mitternacht vom 01.102.2015.

    Ich konnte die letzten 12 h ihres Lebens bei ihr sein und das war für mich ein sehr wichtiger Teil meiner Trauerarbeit und hat mir geholfen, etwas besser mit dem Tod umgehen zu können. Es ist schade, dass du nicht in den Minuten des Srerbens deiner Mutter dabei sein konntest, wenn es schmertlos für den Sterbenden verläuft kann das nämlich vermutlich eine Hilfe für die Überlebenden sein (ich kann das nur für mich sagen, was andere angeht nur vermuten) Du schreibst aber, dass du den kompletten Leidensweg deiner Mutter mitgegangen bist ,der sehr hart gewesen ist.
    Du musst dir also m.E. gar nichts vorwerfen, du hast dich deiner liebenden Verantwortung gestellt, ich denke das lassen diese Worte erkennen. Vielleicht wolltest du 100%ig deine Verantwortung erfüllem und leidest jetzt deswegen darunter, dass du in den letzten Lebensminuten deiner Muter nicht physisch bei ihr sein konntest?

    Du konntest und kannst ja nichts dafür, du hast dich laut deinen Worten abhetzt, nach dem du erst spät Bescheid kamst
    und es trotz deiner Mühe nicht mehr geschafft, den letzten Weg mit ihr zusammen zu gehen.

    Vielleicht ist aber deine Mutter nicht ohne dich geganngen? Vielleicht (ich denke sicher) hat sie deine Liebe in all der langen Zeit gespürt, als du den langen Leidensweg mit ihr gegangen bist? Warum sollte sie da deine Liebe nicht auch gespürt haben, als ihr irdisches Leben endete?

    Für mich war meine Mutter nicht so wirklich tot, als sie gestorben war. Ich habe zwar auf der Intensivstation gesehen, wie ihre Herzfrequenz plötzlich langsam abfiel, sich noch mal kurz berappelte um dann auf Null zu gehen. Dazuerte insgesamt kaum 3 Minuten, dann waren 83 Jahre Lebensgeschichte an ein Ende gekommen, für mich aber nur an ein vorläufiges Ende, weil m.E. die Liebe stärker als der Tod ist. Und das ist ja vielleicht ein Gedanke, den du mittragen kannst?

    Die Liebe schafft eine m.E. unsterbliche Verbindung und ermöglicht Kräfte, die s uns möglich amchen können, einen Leidensweg gemeinsam zu geghen und ertragen zu können und in der Liebe kann auch der Tod eine andere Dimension annehmen und nicht mehr ganz so schrecklich und furchtbar traurig wirken.

    Ich bin die ersten 2 Moante fast jeden Tag zum Grab meiner Mutter gegangen, leider kann ich da nur ein wenig mit Pflanzen machen, weil die Tante mit ihrem Geld ohne Rückfragen eine gewerbliche Pflege beauftragt hat, ich pflanz dann halt so meimne Blümchen dazwischen. Meine Mautter ist für mich in Gedanken bzw. Leiube da, bis ans Ende meines Lebens und vielleicht darüber. Mal sehen.

    Ich wünsche dir, dass du die Beziehung zu deiner Mutter mit gedanklichem Leben füllen kannst, dass du dich an die schönen Dinge erinnerbn kannst, die weniger schönen besser verstehen und damit umgehen kannst und dass sie für dich auf eine angenehme und friedliche Art präsent ist.

    Liebe Grüße, Thomas
     
    Zuletzt bearbeitet: 11 Oktober 2016