Wer genau bin ich?

Dieses Thema im Forum "Depression, Sinnkrise, Unzufriedenheit" wurde erstellt von Sadstatue, 12 Oktober 2016.

  1. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Liebe Sadstatue!

    In den letzten Wochen war es scheinbar relativ ruhig in Deinem Leben, dachte ich eine Weile lang. Du hattest zumindest nichts Gegenteiliges geschrieben, und ich wähnte Dich mittlerweile auf einem etwas überschaubareren Weg als bisher. Nun zeigen Deine letzten Einträge von vorgestern und gestern aber ja, dass dem so überhaupt nicht ist, sondern dass, in Gegenteil, das Leben Dich – schon wieder – ziemlich kräftig herumstößt und herumwirbelt; so ähnlich musst Du Dich jedenfalls fühlen, denke ich, wenn ich Deine letzten Einträge lese.

    In Deinem ersten Eintrag hattest Du eingangs noch geschrieben: »Das Thema ›Freund, Exfreund, Freund‹ findet einfach kein Ende«, wie ich mich erinnere. In der überarbeiteten Version steht jetzt nur noch und eindeutig »Exfreund« da. Das heißt, wenn ich Dich richtig verstehe, dass Ihr Euch dieser Tage getrennt habt, richtig? Ich frage, damit das Thema nicht einfach untergeht angesichts der Schwierigkeiten, so massiv sie auch sein mögen, mit denen Du am Arbeitsplatz zu kämpfen hast. So kompliziert, wie sich die letzte Zeit mit ihm gestaltet hat, bedeutet eine Trennung sicherlich nicht zuletzt auch eine gewisse Erleichterung. Aber niemand macht sich als Paar auf dem Weg, um vorsätzlich zu scheitern. Schmerz ist in jeder Trennung. Und ich wollte mal fragen, was eigentlich genau passiert ist. Deine Hoffnung, dass er Dir letztlich den Tücken stärken könnte, wie Du im ersten Eintrag gesagt hattest, scheint sich innerhalb der letzten 72 Stunden jedenfalls gründlich (und auch endgültig) zerschlagen zu haben; so klingst Du jedenfalls. – Das ist das eine Thema.

    Das andere ist natürlich das Verhalten Deiner Kollegen, die ganz sich offensichtlich so unglaublich unkollegial Dir gegenüber benehmen, gelinde ausgedrückt, und das auch noch dauerhaft – und gemeinschaftlich! Wenn da tatsächlich niemand ist, der sich auf Deine Seite stellt und Dich verteidigt – wo Dir doch eigentlich überhaupt kein Vorwurf zu machen ist, wenn Du einfach nur die Arbeitsanweisungen ausführst, die Du bekommst –, dann ist das zunächst tief irritierend, dann aber eben auch schmerzvoll. Und es macht Dich einsam. Und so gerne Du Deine Arbeit machst, so froh Du warst, den Platz zu bekommen: Es besteht ja die Gefahr, dass Du am Ende nicht einmal mehr die Arbeit selbst magst, weil das ganze soziale Umfeld nur Anstrengung, Kummer, und Stress bedeutet. Und natürlich auch, ganz wie Du es gesagt hast, große Selbstzweifel und das Gefühl, von Deiner ganzen Umgebung angelogen worden zu sein. Natürlich kann ich und auf diesem Hintergrund nachvollziehen und verstehen, wie Dein Gefühl entsteht: »Ich bin kein guter Mensch, ich mache doch nur alles falsch...« Aber hier möchte ich dann doch sehr gerne einmal in aller Entschiedenheit gegensteuern und ganz deutlich sagen, dass weder das eine noch das andere stimmt: Weder bist Du in Allgemeinen ein schlechter Mensch, und schon gar nicht, weil Du etwa »alles falsch« machst, nur weil Du in den Augen Deiner »Kollegen« »schleimst« und von ihnen dafür geächtet wirst. Machst Du aber ja gar nicht. Du machst ja gar nicht alles falsch. Nicht nur die Auszubildenden führen die Arbeitsanweisungen aus, die vom Chef kommen, sondern auch die ausgelernten, erfahrenen Mitarbeiter. Das ist im Durchschnitt nichts anderes als der normalste aller Normalfälle.

    Und ich denke, dass Dein ja nun wirklich schöner Wunsch »Ich will entspannt sein, ein ruhiger Punkt für meine Nächsten, will klar und präzise denken und handeln können« unbedingt aufrecht und am Leben erhalten werden sollte. Er ist es wahrhaft wert! Er soll nicht kaputtgehen – und auch nicht Du selbst. Deshalb denke ich, nach allem, was mittlerweile schon vorgefallen ist, dass Du Dir Unterstützung suchen und holen solltest. Einfach damit Du nicht mehr so allein auf weiter Flur stehst, wie wirklich von Gott und der Welt verlassen, sondern tatsächlich jemand da ist, der Dir »den Rücken stärkt«. So dass Du es wirklich spüren kannst. Denn dass es so nicht weitergehen kann mit Deinen Kollegen, das spürst Du ja selbst am allerbesten. Du hast, wenn ich die Sache richtig sehe, zunächst zwei innerbetriebliche Möglichkeiten: die eine wäre ein Gespräch mit dem Betriebsrat, falls Euer Unternehmen groß genug ist und Ihr einen in der Firma habt. Die andere Möglichkeit ist der direkte Weg zum Chef. Nach dem, was Du im Laufe der Zeit erzählt hast, spricht nichts dagegen, dass er mal weiß, was, unbemerkt von ihm, direkt unter seinen Augen passiert. Du wirst aber auch selbst schon darüber nachgedacht haben, oder?


    Wieder viele liebe Mutmach-Grüße;
    ich freue mich, von Dir zu hören!
    Achim
     
  2. Sadstatue

    Sadstatue Benutzer

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    Ich stehe vor viel zu vielen Fragen...

    Hallo Achim,

    das, worüber ich geschrieben habe im Zusammenhang mit meinem Exfreund... Freund... ist bisher nicht die Ausbildung, ich bin immer noch im Berufsorientierungs-Betrieb in der Holzwerkstatt.
    Und es ist so... dass ich mich ja nun der Ausbildung näher und mein Bildungsbegleiter hat Selbst einmal das Malerhandwerk ausgeübt und hat gemeint, dass ich die letzten Wochen nun ein wenig üben darf, da es so oder so Räumlichkeiten im Betrieb gibt, die aufgefrischt werden müssen mit Farbe etc.

    So, und die Kollegen der Holzwerkstatt haben bisher dies gesehen: Ich habe (vor den Gesprächen mit meinem Begleiter) ein neues Projekt vorbereitet, habe mir das Holz zurecht sägen lassen von meinem Ex-Freund... Freund...
    und seitdem lag es dort und ich habe dann die Malerarbeiten gemacht. Schön und gut, dass sie das oberflächliche meiner Arbeiten gesehen haben und das Gesprächs-Zeug mit mir und meinem Bildungsbegleiter nicht mitbekommen haben, da sie nicht in meiner Haut stecken!

    Die Menschen, die in diesem Berufsorientierungs-Hilfe-Betrieb sind, haben so viele soziale Inkompetenzen, darüber könnte ich massig schreiben. Es reicht aber zu sagen: Alle versuchen, das "Einzige" zu steigern, lästern über Alles und jeden, tun auf freundlich und nett und hinterrücks stechen sie Dir tausende Messer in den Rücken.
    Und ich, die diese Realität dort nun schon seit November miterleben darf, nachdem ich so ein tolles freiwilliges soziales Jahr hatte, eigentlich eine freundliche Sozialassistenten-Ausbildung mit nur ein paar nervigen Tussis starten wollte... dann aber abstürzen durfte und nun... DORT bin, in der "inab", so nennt sich der Ort dort... naja, ich habe seitdem ein paar Kopfmacken davon getragen und hinterfrage, frage mich ob ich nun wirklich so toll bin, wie so viele aus meinem Bekanntenkreis immer zu sagen pflegten, bin durch meinen Ex-Freund... Freund nun auch ab und zu richtig aggressiv geworden und aus der Haut gefahren, habe mit ihm so viele Gespräche gehabt, wie Wir Unser Beziehungsverhältnis bessern könnten, dann besserte es sich ein- zwei Tage, dann stürzten Wir wieder ab, stritten Uns, fetzten Uns, dann besserte es sich wieder nach erneutem Gespräch, dann stürzten Wir wieder ab, es besserte sich erst nach einem erneuten Gespräch... ich fühle mich so, als wenn ich mich mit ihm wiederhole, wiederhole, wiederhole, kann mich aber nicht von ihm lösen, weil ich dann letzten Endes nach all dieser Zeit komplett alleine da stehe, niemand genau weiß, was für Probleme ich genau habe - ich aber auch durch all den Stress und der mangelnden Zeit aber auch niemandem diese Geschichten präzise und detailliert erklären kann und... *prust, Luft holen* Ganz einfach, ich habe einen massiven, gestörten und problematischen Kreislauf-Stau und kann diesen gerade in meiner unglaublich heftigen Vorausbildungs-Phase nicht lösen!

    Dienstag, als ich diesen Text verfasst habe, habe ich die Arbeit früh verlassen. Ich bin heulend einen Fünf-Kilometer Nachhauseweg abgeradelt, stürmte aufgelöst in das Haus, riss die Tür zu meinem Zimmer aus und mein Blick fixierte die Cuttermesser-Klinge. Ich weiß einfach momentan keinen Ausweg mehr aus meinem Kreislauf. Ich wüsste nicht, mit wem aus meinen Bektanntenkreisen ich momentan gut reden könnte. Ich weiß nicht mehr, wem ich vertrauen kann. Meine Mutter und ihr Freund haben selbst genug um die Ohren, die hören (meines Empfindens nach) nurnoch mit einem halben Ohr hin, da die Probleme, welche ich nun in letzter Zeit mit meinem Ex-Freund... Freund hatte und habe, einfach nurnoch irrwitzig werden und ich weiß selbst bei besten Willen nicht mehr, warum genau ich das weiter fort führe, jedoch dezent schon... WEIL ich einfach keine Person mehr habe, die mir am Ende in den Hintern treten würde, damit ich weiter voran schreite! Er KANN mir als Einziger Mensch momentan noch zuhören... weil ich einfach keine Zeit habe, einen anderen Menschen zu finden, der mir helfen kann...

    Und Achim, ich kann einfach nicht zu einem Psychologen wandern. Ich kann es einfach nicht.
    Weil ich das Gefühl habe... und die Angst habe, 1. eine ewige Suche zu starten und 2. niemals den Richtigen unter all diesen Leuten zu finden.
    Ich saß schon zweimal vor solchen Menschen und es ist einfach ein Kampf für mich, vor denen zu sitzen und zu wissen, dass es fixiert einzig und allein um mich und meine Probleme geht.
    Ich weiß, diese Menschen wissen sowas und sie erwarten auch nicht immer, dass man spricht und spricht wie ein Wasserfall aber während meiner Ausbildung kann ich sowas doch nicht bringen!
    Die wissen zwar schon, dass ich dezent einen an der Klatsche habe, aber wenn ich dann noch merklich mache, dass ich bei einer Psychologin sitze, dann denken die sich doch auch nur noch sonstwas...

    Ich kann einfach nicht mehr klar denken, fühle mich seit mehr als zwei oder drei Monaten fremd in meiner Haut, bin mit meinem Körper in Situationen und mein Kopf denkt sich nur: "Was tust Du hier eigentlich?!"
    Und das mit meinem Ex-Freund... Freund... ich weiß nicht, wie ich das schaffe.
    Er meint selbst auch gerne, dass er es auch nicht weiß, warum Wir das weiter machen.

    Und nun, da Du es wissen willst, warum genau ich mit ihm schon Schluss gemacht hatte:

    Weil er sehr gerne aggressiv wird (nicht körperlich). Er hat gerne, wenn man etwas falsches in einer Komfliktsituationen sagt, seine Hochphase, rastet aus, brüllt auch gerne mal rum und... ist dann in seinen Kopf weg getreten. Mitunter ist er ein Kindskopf, wollte schon selbst mit mir drei Male Schluss machen wegen Belanglosigkeiten... und ich finde einfach immer und immer wieder Dinge an ihm, die mir nicht passen und Wir haben diese Scheiße mit diesem On- Off jetzt schon so oft durch aber...
    was mache ich bloß, wenn ich ihn nicht mehr habe, dann falle ich komplett in die Schlucht, habe ich das Gefühl. Und ich weiß, das ist auch keine Lösung,

    aber welche Lösung steht mir denn nun zu?! Es ist einfach nicht mehr gesund,

    ALLES was um mich herum passiert, inab, mein Kopf, mein Ex-Freund... Freund...
    ALLES schlägt bald aus! Ich ticke durch, raste aus... ich kann nicht das sein, was ich bin, weil ich nicht ich sein kann in der momentanen Situation und das liegt nicht an der Arbeit. Es liegt an der inab und daran, dass ich jeden Tag meinen Ex-Freund... Freund fast um mich herum habe und mein Kopf einfach nurnoch Matsch ist... Achim, was soll ich bloß tun...
     
  3. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Liebe Sadstatue!

    Ich gestehe gerne, dass ich bestürzt bin über die Art und die Anzahl der Schwierigkeiten, mit denen Du allein in der Berufsvorbereitungsphase zu kämpfen hast und wie sehr Du in dieser Umgebung, die doch eigentlich hilfreich und stützend sein sollte, ausgegrenzt und von Deinen Kollegen in der Entfaltung Deiner Begabungen in sozialer Hinsicht dauerhaft regelrecht behindert wirst. Und ich muss wahrlich nicht unmäßig viel Vorstellungskraft aktivieren, um mir auszumalen, a) wie sehr Dich das belastet und b) dass diese permanenten Angriffe und Sticheleien Dein Selbstvertrauen untergraben und auszuhöhlen drohen. Ich »kenne« Dich nur von Deinen Worten her und von dem, was Du mir in den letzten Wochen und Monaten geschrieben hast, nicht einmal persönlich, und ich sage gerne, dass ich ein gänzlich anderes Bild von Dir habe als Deine direkten männlichen »Kollegen«, die sich Dir gegenüber so dermaßen unkollegial verhalten, wie Deine Schilderungen erzählen. Ich erlebe Dich als wiss-, also lernbegierigen Menschen, der froh ist, gefunden zu haben, wo seine Begabung liegen könnte und was ihn beruflich interessiert; als jemanden, der warmherzig ist, sich sehr engagiert und im Grunde einfach nur in Frieden seinen eigenen Weg entdecken, erforschen und gehen möchte. Außerdem bist Du, meine ich sagen zu können, wirklich ehrlich Dir selbst gegenüber und aufrichtig in den Worten, die Du (mir) hier schreibst. All dieses Schöne und Gute ist schutz- und förderungswürdig. (Und nach meinem Dafürhalten hast Du auch durchaus keinen »dezent an der Klatsche«, wie Du weiter unten geschrieben hast.)

    Was Du nun zuletzt geschrieben hast, macht aber ja nun deutlich, dass das jedoch bedroht ist. Niemand soll von seinen Kollegen »Kopfmacken« bekommen und davontragen müssen, erstens. Und ich bleibe dabei, dass Du nicht gezwungen bist, diese Situation alleine auszusitzen und durchzustehen. Die »inab« ist als Organisation groß genug, um Leute stellen zu müssen, die als Ansprechpartner für Dich da sind. Du musst das nicht alles in Dich hineinfressen, was Dir die »Kollegen« da »bieten«. –

    Das andere so ganz akute Problem ist ja nun diese nervenaufreibende On-Off-Beziehung mit Deinem Freund. Du selbst nennst es »irrwitzig«, was da zwischen Euch geschieht. Nach Deinem Bericht habe ich den Eindruck, dass Du in dieser Beziehung mittlerweile deutlich mehr leidest, als dass Du darin glücklich wärst. Sie ist wie ein Hamsterrad, das sich immer und immer nur wieder weiterdreht, um regelmäßig an genau demselben Tiefpunkt wieder anzulangen, der kurz zuvor schon erreicht gewesen war. Jede Besserung und Entspannung ist nur scheinbare, die sich nur allzu bald wieder wie von selbst entlarvt, wenn ihr wieder so fürchterlich aneinandergeratet, wie Du es so eindrücklich beschrieben hast. An dieser Stelle wird wirklich sehr deutlich, wie sehr Dir das alles an die Nieren, an die Substanz geht. Spätestens wenn Du erwähnst, dass jene Momente wiederkehren, in denen Dir die Klinge als die einzige Dir zur Verfügung stehende Entlastung vorkommt, ist gewissermaßen buchstäblich »die rote Linie« ja endgültig überschritten.

    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann präsentiert sich die Situation in etwa so: Entweder ich bleibe mit meinem Freund zusammen und bewahre mir auf diese Weise – zugegebenermaßen minimale – Chance, dass er mir wirklich in Ruhe zuhört, so oft und so lange, wie es eigentlich nötig wäre und hoffe darauf, dass er mir zu einer wirklichen Unterstützung wird – oder ich mache diesem belastenden Hin-und-Her-Wahnsinn und unseren grotesken Streitereien jetzt erst einmal ein Ende. Der Preis ist halt, dass ich alleine bin. Stimmt. Aber Du müsstest halt auch nicht mehr unablässig neue Energie aufbringen, Tag für Tag, um einen »Frieden« zu erreichen, der sich doch nur wieder als kurzatmig und trügerisch erweisen wird. (Das ist ja das, was Du berichtet hast.) Du könntest diese Energie dann echt für Dich selbst einsetzen. Es ist ein Abwägen, denke ich. Wenn Du es selbst einmal beschreiben solltest: Wie würdest Du dann beschreiben, was in der einen Waagschale liegt und was in der anderen? Da bin ich wirklich gespannt. Denn vielleicht hast Du da ja auch noch Gedanken und Ideen, die bislang noch gar nicht zur Sprache gekommen sind. Schreib das ruhig einmal in aller Ausführlichkeit. Und welches Gewicht – das interessiert mich besonders – kommt dabei Deiner Furcht vor dem Alleinsein zu?

    Einen Zweifel daran, dass es so nicht weitergehen kann, kann es eigentlich nicht geben, oder? Wenn Du Deine Worte selbst noch einmal liest:

    Es ist einfach nicht mehr gesund, ALLES, was um mich herum passiert, inab, mein Kopf, mein Ex-Freund... Freund... ALLES schlägt bald aus! Ich ticke durch, raste aus... ich kann nicht das sein, was ich bin, weil ich nicht ich sein kann in der momentanen Situation, und das liegt nicht an der Arbeit. Es liegt an der inab und daran, dass ich jeden Tag meinen Ex-Freund... Freund fast um mich herum habe und mein Kopf einfach nur noch Matsch ist...

    und dann den Aspekt mit dem Cuttermesser noch hinzunimmst, dann wird ja jedem deutlich, wie sehr Du eigentlich am Rande der Erschöpfung bist – und das ganz lange schon. Du fragst mich am Ende, was Du denn bloß tun sollst, und in dieser Frage bündelt sich ja so ganz viel: Deine Verwirrung, Deine Müdigkeit, Deine Überforderung, Deine Ratlosigkeit. Alles liegt da drin, in Deiner Frage. Und so gut sich sie verstehen kann, wahrlich, so klar muss ich sagen: »Ich weiß es nicht.« Ich kann nicht wissen, so von außen und von vornherein, was gut für Dich sein wird. Einerseits.

    Dafür lässt sich Deine andere Frage, andererseits, mit desto größerer Entschiedenheit beantworten, nämlich Deine Frage: »Aber welche Lösung steht mir denn nun zu?!« Und die Antwort wird wohl lauten düren: Es steht Dir diejenige Lösung zu, bei der Du Dich nach allen Deinen Überlegungen letztlich am wohlsten fühlen kannst. Du kannst, darfst, sollst – in einem ganz positiven Sinne – »total egoistisch« sein. Denn es sind Deine Schmerzen, Dein Weg, Deine Hoffnungen, – Dein Leben. Du hast viel gelitten. Nicht nur in den letzten Woche und Monaten, sondern in Deinem ganzen bisherigen Leben. Und Du hast alles Recht der Welt, nun zu versuchen, da jetzt einen Ausgleich zu schaffen zu versuchen, angesichts dessen Du innerlich ruhiger werden kannst und Dein Blut nicht fließen muss. Wie das aussehen kann, mag jetzt noch nicht klar sein. Du kannst aber einfach hier weiter schreiben, und wir können »reden«. Irgendwann… wird sich der Nebel aufzulösen beginnen. Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Tat. Gewiss.


    Viele liebe Mutmach-Grüße!
    Achim
     
  4. Sadstatue

    Sadstatue Benutzer

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    Mein Kreislaufbündel

    Endlich bin ich raus aus der inab und drin in einem vorübergehenden Praktikum, übergangsweise bis zu meiner Ausbildung. ENDLICH DRAUßEN!
    Ab jetzt kann ich durchatmen diesbezüglich.
    Was mich auch (böserweise... denn ich weiß, das ist ein böser Gedanke...) gefreut hat, ist, dass der Kollege, der mir am Meisten Sorgen bereitet hat, dass er mir in der Ausbildung riesen Probleme einhandeln könnte durch fiese Frauenwitze etc. ... ER IST WEG!
    Ich könnte weinen vor Freude, ein Problem, welches mich hätte weiter verkrampfen lassen können, ist fort... Karma? <3
    Weil dieser Kollege... war der, welcher Alle mit seinen... 'tschuldigung... SCHEIß-Worten mitgerissen hat!

    Wo ich allerdings IMMER noch drin stecke ist das mit meinem Ex-Freund... Wiederfreund...
    Ich rede mir momentan wieder ein, dass es Alles wunderbar mit Uns werden kann, es ist auch seit Freitag wieder "wunderbar" mit Uns Beiden. Hatten ein schönes Wochenende, lieben Uns, genießen die Zeit.

    Und mir hat jemand auch schonmal gesagt: "Solange sich etwas gut anfühlt, kann man es auch weiter führen."
    Doch, Achim, redet man sich dabei nicht vielleicht am Ende zu viel des Guten ein?

    Nun einmal auf Deine wirklich aufbauende Antwort auf meinen niedergeschmetterten Beitrag...

    Doch, lieber Achim - wenn Du mich persönlich kennenlernen würdest, würdest Du Dich auch fragen, ob ich wirklich die Person bin, die Du hier kennengelernt hast.
    Weil ich kann sehr verrückt werden - also ich habe eine zweideutige Seite, kann Leute mit meinen Lachflashs mitreißen, wenn ich in wirklich guter Laune bin, spinne gerne für mich rum und zeige eigentlich nur selten meine Gedankenwelt gegenüber Anderen. Hier kann man all dies ja in Ruhe und für sich nieder schreiben und man ist nie so, wie man sich über Internet gibt - und vorallem nicht über Foren, in welchen man nur ab- und zu schreibt.
    Hier kann ich nieder schreiben, was mir gerade wirklich auf dem Herzen liegt und formuliere mich dabei natürlich anders, als wenn ich es in Wirklichkeit aussprechen müsste.
    Wenn Du verstehst, was ich meine - im Kopf bin ich diese Person, die hier schreibt aber in Wirklichkeit, im Alltag, trägt man gerne verschiedene Masken. Ist ja kein fremdes Vorgehen.

    Ich habe sehr viel gelitten, ja. Er allerdings auch...
    Doch ich habe mir am Freitag wieder gedacht, ob ich mir nicht da viel zu strenge Gedanken mache. Er liebt mich wirklich, das sehe ich jedes Mal wieder aufs Neue, weshalb ich ihn bisher immer noch nicht vollständig aufgeben konnte - natürlich auch, weil ich Selbst ebenso fühle.
    Man muss vergeben können, denke ich mir dann immer. Und auch, wenn Wir bisher wirklich viel durchgemacht haben - und eben WEIL Wir so viel durchgemacht haben, was ab und zu echt wie die Hölle war - kann man doch auch mal über die Fehler hinweg sehen? Ich bin seine erste Freundin und er sagt mir immer und immer wieder, dass er mich so sehr liebt... und ich sehe auch, was er für mich tut...
    wenn wieder eine Steigerungskurve ins Negative gibt, müssen Wir es halt einsehen.
    Wenn nicht, dann ist doch Alles gut?

    Wenn man jetzt so sieht, wie es sich von letzter Woche auf jetzt gewandelt hat, sieht es doch super aus? :)
    Ich meine - der ätzende Machokollege meines Malerteams ist weg! Und mein Freund und ich geben Uns eine allerletzte Chance und bisher ist Alles wunderbar verlaufen.
    Also Achim - ich kann mir, so wie es heute verlaufen ist, nur Positives ausmalen.
    Wie sich die weitere Zeit entwickelt, weiß ich natürlich nicht, aber mit heute und meinem Freund... bin ich zufrieden (bisher) und ich fühle mich besser.

    Liebe Grüße und ein dickes Danke, dass Du weiter für mich da bist und mitliest, was geschieht -

    Sadstatue
     
  5. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Liebe Sadstatue!


    Arbeitsplatz

    Na – da kann ich mir aber vorstellen, wahrlich, dass Du tief erleichtert bist, dass der »Sch…-Kollege« nun endlich weg ist! (Und die Frage, ob das ein moralisch gesehen »böser« Gedanke ist, das lassen wir mal hübsch außen vor, wenigstens für den Moment.) Er hat Dir über Monate hindurch mit seinem Mobbing so sehr zugesetzt, dass Dir Verzweiflung und Tränen ausgebrochen sind – und da solltest Du jetzt nicht irgendwie unglaublich froh sein und innerlich tanzen dürfen?! Jedenfalls: Glückwunsch, dass Du die inab nun hinter Dir lassen und ein inhaltlich sinnvolles Übergangspraktikum beginnen konntest! Womit bist Du denn jetzt täglich so beschäftigt; mit welchen Aufgaben bist Du befasst? Und wie ist hier an der neuen Stelle Dein erster Eindruck von den Kolleginnen und Kollegen?


    »Ex-Freund... Wiederfreund...«

    Es übersteigt mein Vermögen und ist auch nicht meine Aufgabe, zu entscheiden, ob Du Dir mit einer positiven Sichtweise Eurer jüngsten Entwicklungen etwa in die Tasche lügst oder nicht, ob Du Dir selbst etwas vormachst oder nicht. Was wirklich passiert, bei Dir, bei ihm, im Unterbewusstsein, ist allemal nur schwer auszumachen. Einerseits. Andererseits registriere ich natürlich, wie Du Dich selbst von einer ausschließlich positiven Sichtweise distanzierst: »Ich rede mir momentan wieder ein…« – »Doch, Achim, redet man sich dabei nicht vielleicht am Ende zu viel des Guten ein?« Zumindest hier, am Anfang Deines Postings, lassen sich Deine Zweifel noch mit den Händen greifen. (Später, am Ende, nicht mehr; da schreibst Du: »Also, Achim – ich kann mir, so wie es heute verlaufen ist, nur Positives ausmalen.«) Es wird auch überhaupt kaum möglich sein, hier eine abschließende und treffende Einschätzung vorzunehmen. Dafür weist Ihr alle beide, meiner Meinung nach, eine zu virulente seelische Dynamik auf. Und daher glaube ich, dass Deine Schlussbemerkung dem Ganzen vielelicht am ehesten gerecht wird: » Wie sich die weitere Zeit entwickelt, weiß ich natürlich nicht, aber mit heute und meinem Freund... bin ich zufrieden (bisher), und ich fühle mich besser.« Trotz der Zeit, die Ihr Euch mittlerweile kennt und zusammenseid, ist noch zu wenig Zeit vergangen, um hier sicher prognostizieren zu können. Ihr braucht noch mehr Zeit zum guten und sicheren Einschätzen – nicht nur Eurer Beziehung, sondern vor allem auch jeweils Eurer selbst, ist mein Eindruck. Deshalb ist die Offenheit, die sich am Schluss in Deinen Worten spiegelt, sicherlich das beste momentan Mögliche und Erreichbare.


    »… und man ist nie so, wie man sich über Internet gibt – und vor allem nicht über Foren, in welchen man nur ab und zu schreibt«

    Nicht ganz. Man ist durchaus immer so, wie man sich im Internet gibt. Aber man ist wohl nie ganz und vollständig so, wie man sich online gibt. Und auch wer in einem Forum lügt, die Unwahrheit sagt, sagt damit etwas darüber aus, wie er ist – nämlich in puncto Wahrheitsfähigkeit und Verhältnis zu Aufrichtigkeit und Unaufrichtigkeit. Dass man immer noch ganz andere Seiten hat als die, die man im Internet erkennen lässt, steht außer Frage. Aber die Seite, die man im Netz erkennen lässt, gehört in jedem Falle eben auch zu einer Person – als ein wichtiges Puzzlestück der gesamten Person. Und das gilt auch für Dich: Du magst noch ganz wilde andere Seiten haben als die, die Du mir hier zeigst. Aber diese hier, die nachdenkliche, hoffende, suchende, die tiefe, die manchmal still verzweifelnde, die gehört eben auch zu Dir, und das sogar ganz wesentlich. Und das wird ja auch überhaupt nicht unglaubwürdig nur dadurch, dass Du andere Menschen eben andere Deiner Seitenvielfalt sehen lässt. Es zeigt lediglich, dass Du kein eindimensional gestrickter Mensch bist, sondern eben ganz, ganz vielseitig. Und jede einzelne dieser vielen Seiten besitzt ihren eigenen Wert, ihre eigene Wichtigkeit und ihre eigene Schönheit. Und erst sie alle zusammen machen eben »Dich« aus und machen Dich schließlich unverwechselbar.

    Ganz viele Grüße zum Wochenanfang!
    Achim


    P.S.: Was mir allerdings noch nicht klar ist: Weshalb hast Du Deinen letzten Beitrag mit »Mein Kreislaufbündel« überschrieben?
     
  6. Sadstatue

    Sadstatue Benutzer

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    Alle Menschen Deines Ach-So guten, bekannten Lebens erfinden sich von Mal zu Mal neu, so ist das nunmal leider...

    Guten Abend, Achim.

    Ich habe nun drei schwere Praktikumswochen hinter mich gebracht, befinde mich nun im Endstadium meines Urlaubs und habe wieder fünf Tage entspannen können auf meine Art und Weise.
    Bevor allerdings mein Urlaub begann, hat mein Kreislaufbündel mit meinem Exfreund endlich sein endgültiges Ende gefunden!
    Und ich weiß nicht, wie oft ich das schon gesagt habe, aber ich kann es mir nicht besser vorstellen.
    Es ist nach ein- zwei Wochen sowieso wieder scheiße geworden mit Uns Beiden und dem Psychoterror danach zu urteilen... war er wirklich mehr besessen als verliebt.

    Und nun, da ich wieder auf Einzelgänger- Beinen stehe... versuche ich natürlich, alte Kontakte aufzubauen. Das schreckliche daran ist: Ich habe viel zu viel verpasst, die sieben Monate über, welche ich mit meinem Psychofreund verbracht habe...
    Macht natürlich traurig, sowas. Paar Freunde sind schon ausgezogen, fertig mit Ihrer Ausbildung. Bei Anderen bricht die Welt zusammen... andere haben sich echt verändert vom Charakter her...
    Ich würde so gerne wieder meine alten Kontaktkreise zurück haben, doch diese sind wohl leider Vergangenheit.

    Also hoffe ich auf die Ausbildung, Schule!
    Hoffentlich finde ich da neue Kontakte! Weil nun, da ich raus aus dem alten Kreislauf bin... will ich Aufleben, erleben. Eine Veränderung habe ich wenigstens endlich: Eine neue Haarfarbe...

    Was kann ich bloß tun, damit ich nicht Vereinsame? Discofreund bin ich nicht... alleine rausgehen ist auch meistens sinnlos für mich, macht mir keinen Spaß... und nur Fernkontakte durchs Zocken gewinnen ist auch nicht das Wahre, richtig?

    Soweit diese Gedanken der Woche(n).
    Liebe Grüße an Dich, Achim :)

    Sadstatue
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 Oktober 2017 um 19:54 Uhr
  7. Sadstatue

    Sadstatue Benutzer

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    Ich hasse es !

    Ich hasse es, wenn Deine Emotionen, Gefühle, Gedanken abhängig gemacht werden von der Art, wie Du Dich gibst. Mein Schutzwall ist halt manchmal meine Aussprache... und SORRY , wenn mein Tonfall gerade nicht so ist, wie Du ihn gerne haben willst, Mensch!
    Immer muss man lieb und nett sein, damit man Dir zuhört! Immer musst Du Dich anpassen und geben, damit Mensch Dich mag! Ich will aber verdammt nochmal so sein dürfen, wie ich eben mal bin!
    Wenn ich genervt bin, rede ich auch genervt! Und da hilft Dein: "Sorry, ich habe nur lieb gefragt" Dir auch nichts!
    Ich habe nunmal gerade viel im Kopf, Du bestimmt auch, aber deswegen muss man sich nicht gegenseitig zerfetzen! Du redest genervt, ich rede genervt und wenn Wir Uns abgeregt, Gedanken sortiert haben, dann lachen Wir darüber! Aber nein, wenn der Tonfall genervt ist, muss man Stock im Arsch haben und es total ernst nehmen und ich darf mich wieder dafür entschuldigen, dass ich gerade Gedanken im Kopf habe und sie erstmal sortieren muss!

    ES NERVT! ICH HASSE ES!

    Genauso, wie mir manche Menschen nicht meinen Urlaub gönnen wollen, weil ich gerade mal mich zurück lehne und mal nichts tun will, BÄM wird man morgens aus dem Bett gerissen und darf mit dem Hund gehen! Und wenn man sich darüber nicht freut, mit dem Hund zu gehen, ist man direkt ein Dämon, Hundehasser! Tut mir Leid, dass ich meinen eigenen Tiergeschmack habe und leider kein Hundefreund bin, der einzige Nicht-Hundefreund dieser Familie, ENTSCHULDIGUNG.

    Katzen sind einfach toller! Weil sie nicht andauernd an Deinem Hintern kleben, schnüffeln müssen und zum Geschäft gehen ausgeführt werden müssen! Sie sind selbstständig und kommen trotzdem zu Dir, wenn Du sie brauchst!
    Ich hasse Hunde nicht, keineswegs. Wenn ich draußen auf der Straße einen niedlichen Hund sehe, streichel ich diesen auch gerne. Nur kann ich nicht zusammen mit einem Hund leben, da es nicht mein Wesen von Tier ist. Sie sind süß, niedlich, toll - aber nur, wenn ich sie bei anderen Besitzern treffe und nicht der Besitzer bin. Bin ich deswegen ein Hundehasser?
    Könnte ich (nur als Theorie) deswegen kein guter Tierarzt sein? Nur weil ich keinen eigenen Hund will?

    Und Spazieren gehen mit einem Hund macht mir leider auch nur mit einer weiteren Person Spaß!
    Weil ich alleine daran einfach keine Freude finde, einem Hund beim Laufen, Pipi machen und Scheißen zuzusehen! (Sorry für die Aussprache heute, ich bin einfach nur noch genervt...)

    ES NERVT! Ich will einfach keinen Hund!
    Und trotzdem werde ich jedes Mal dafür angeschissen, dass ich diesen Hund nicht mag!
    Es ist ein Rüde! Total unentspanntes Wesen, will mir andauernd im Schritt schnüffeln, stinkt und markiert beim Spazieren gehen immer den Dicken, kläfft durch die Gegend, geht auf andere Hunde los, wenn sie nicht in seinen Kram passen... ES MACHT EINFACH KEINEN SPAß!
    Bin ich deswegen ein Hundehasser? Nein, ich habe einfach nur meinen eigenen Geschmack von Tiercharakter!

    Ich akzeptiere ihn, nur ich will, dass man versteht, dass ich 21 bin und meine selbstständigen, individuellen Gedanken bilde!

    Achim, ich glaube, ich bin reif für eine eigene Wohnung. Mein Zuhause bringt mich solangsam auf die Palme. Meine Mutter wird langsam wieder unerträglich. Und ich finde es einfach unerträglich, keine Ruhe zu haben! Ich will aber Ruhe! ICH WILL SIE!

    Ich will zocken bis Mitternacht, ohne Angst zu haben, dass demnächst jemand, weil er mich gehört hat, vom Klo zu mir ins Zimmer kommt und mich für meine Unreifheit anzickt.
    Ich will durchs Haus laufen können, ohne Sorge zu haben, dass die Mutter des Freundes meiner Mutter mich wieder zum Gassigehen verdonnert. Wenn ich widerspreche, bin ich wieder der Dämon.
    Und ich will nicht dauernd die Sorge haben, für Haushaltsdinge angestinkert zu werden.
    "Du hättest wenigstens das und das machen können."

    Meine Ausbildung wird der Horror! Ich habe Überstunden, komme von der Arbeit, bin K.O und kriege dann kein Verständnis dafür, dass ich lieber ins Bett gefallen bin als Haushalt zu machen!

    Ich will das nicht! NEIN! Bitte nicht! Ich will eine eigene Wohnung!
    Doch mein zweiter Gedanke ist dann: "Wenn ich die Ausbildung verliere und eine eigene Wohnung dann habe, die ich mir nicht leisten kann, bin ich doppelt am Arsch..."

    Was soll ich tun? Wenn ich mit denen darüber reden will, guckt eine Person wieder aufs Handy und daddelt Bälle-Spiele und die andere redet mit mir, doch ich würde eigentlich gerne haben, dass Beide mit mir reden... nur leider ist meine Mutter echt ziemlich krass geworden die letzte Zeit und hat mir sogar schonmal vorgeworfen, ich sehe sie nicht mehr als Mutter und nehme sie nicht ernst...

    Mit Hilferuf grüßend...

    Sadstatue
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 Oktober 2017 um 19:54 Uhr
  8. Sadstatue

    Sadstatue Benutzer

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    Dieses ständige Gefühl, fremd in der eigenen Haut zu sein und die Kontrolle zu verlieren...

    Lieber Achim,

    ich habe ein sehr großes Problem, welches ich Selbst nicht mehr mit mir herum tragen möchte...

    Und zwar ist es so, dass sich dieses Gefühl, welches ich im Titel beschreibe.... sich langsam und schleichend, Monat für Monat weiter in mir ausgebreitet hat. Ich befinde mich so oft nun in Situationen, in welchen ich selbst da stehe und mich frage: Warum fühlt sich das Alles so komisch an?
    Ich unterhalte mich mit einer Person und aus mir sprudeln Worte heraus und am Ende fragt mich mein Kopf: "Warum erzählst Du das Alles? Warum redest Du so offen? Warum ist mein "Ich" mir so fremd geworden?"

    Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, es ist Alles unheimlich, ich bin unheimlich, baue neue Kontakte auf mit einer Maske, die ich von mir Selbst nicht kenne... und wieder stehe ich an dem Punkt:

    Zu was für einem Menschen bin ich die letzten Monate wieder geworden?
    Diese Gedanken nagen und nagen mir wieder den klaren Verstand weg, überdecken Alles... mein Denken hat sich verändert und mein Selbst hat dies auch getan.

    Ich habe das Gefühl, als ich das erste Mal in dieses Forum geschrieben habe, war ich ein besserer Mensch wobei ich seit diesem Beitrag auch stark an Selbstbewusstsein zugenommen habe und auch einfach im allgemeinen von den Gefühlen und Emotionen stärker geworden bin. Ich bin nicht mehr ZU sentimental, nehme viele Dinge, welche ich vorher immer persönlich genommen habe, nicht mehr persönlich und wachse und wachse, täglich.
    Doch ich habe ANGST, dass ich am Ende meinen Poeten verliere. Dass ich die nachdenkliche, reflektive, empathische SadStatue verlieren könnte.
    Ich will sie behalten! Und ich will auch mein Ziel behalten, ein ruhiger, gelassener und freundlicher Punkt in der Mitte meiner Gesellschaft zu sein. Ein "sicherer Hafen", an welchen meine Freunde und Bekannten gerne flüchten mögen.

    Was, wenn ich das verliere?
    Dann verliere ich den Verstand!
    Ich will das nicht verlieren!
    Doch mein Gefühl vermittelt mir, dass ich in den drei Jahren meiner Ausbildung unfreiwillig bereit bin, dies zu tun!
    Oder ist dies eine unbegründete Angst? Eine unnötige Sorge?

    Ich habe einfach zu sehr Angst dafür, die alte SadStatue los zu lassen... und zu vergessen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 Oktober 2017 um 19:55 Uhr
  9. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Sonntagmittag. Ich finde nach Deinem nun wahrlich mehr als berechtigten Hinweis endlich Zeit, Dir zu antworten. Und zu meiner großen Verwirrung stelle ich fest, dass ich die Antwort auf Deine letzten drei Postings bereits alle geschrieben habe – ohne sie abzuschicken. Du kannst Dir denken, dass ich jetzt noch weniger verstehe, wie denn diese Lücke entstehen konnte. Es wird wohl ein Rätsel bleiben. Jedenfalls aber, und das ist ja das Wichtige, kannst Du sicher sein, dass das alles ohne jede Absicht geschehen ist. Nun, hier also meine Gedanken von bereits Anfang August zu Deinen Einträgen…


    Dein Posting 1 von 3

    Alle Menschen Deines ach so guten bekannten Lebens erfinden sich von Mal zu Mal neu, so ist das nun mal leider...


    Liebe SadStatue!

    Jetzt ist es mittlerweile einen ganzen Monat her, dass ich Dir das letzte Mal geantwortet habe. Aber jetzt will ich endlich meine Schreibschulden, die ich Dir gegenüber angehäuft habe, abzuarbeiten versuchen ;-) Das eine oder andere wird sich womöglich durch die Ereignisse der vergangenen Wochen bereits selbst überholt haben, aber erfahrungsgemäß ist es wirklich das Beste, an Deinem Eintrag – resp. Deinen Einträgen – entlang zu schreiben. –


    Du hast also den Absprung aus der Beziehung geschafft – das ist das Erste, was Du vor zehn Tagen berichtet hast. Ich erinnere mich, bisweilen im Stillen bei mir zu denken: »Schafft sie’s (weil doch das Leiden so ganz offensichtlich das Schöne deutlich und so zuverlässig überwiegt? Oder schafft sie’s nicht, weil sie lieber in eine schlechten Beziehung lebt als – in gar keiner.«

    Ja, ich kann mir schon vorstellen, dass Du in dem Moment, als Du wieder »aufgetaucht« bist, feststellen musstest, dass die Welt und die Beziehungen sich verändert hatten. Sieben Monate, mehr als ein halbes Jahre, das ist ja nun auch wirklich eine Zeitspanne, in der das Leben – auch das der anderen – halt eben fortschreitet und dass das eben auch für Deinen eigenen Freundeskreis gilt. Das ist bestimmt irritierend. Aber es ist halt auch gerade die Phase, in der für viele ein neuer Abschnitt beginnt, und das gilt ja (mit der Ausbildung) auch für Dich selbst.

    Wie sich das mit den neuen Kontakten anlassen wird, kann jetzt natürlich noch kein Mensch (vorher-)sagen und wissen. Da reicht es aber auch völlig aus, abzuwarten, bis es soweit ist, sprich: der erste Ausbildungstag und vor allem auch der erste Berufsschultag, gekommen ist, und dann sammelst Du ganz schnell die ersten Eindrücke von denen, mit denen Du jetzt voraussichtlich die nächsten Wochen, Monate und Jahre verbringen wirst. Ich denke jedenfalls, dass Du allen Grund hast, zuversichtlich zu sein, neue Leute kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. (Und genauso steht natürlich fest, dass Du recht hast, wenn Du sagst, dass »nur Fernkontakte durchs Zocken zu gewinnen«, »auch nicht das Wahre« ist. – Soweit zu Deinem ersten Eintrag.

    P. S.: Neue Phase, neues Leben, – neue Haare. Individualistisch, wie ich Dich einschätze, erwarte ich aber jetzt auch mindestens Blau als Deinen neuen Look. *gg*
     
  10. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Dein Posting 2 von 3


    Ich hasse es!

    Puh – da hast Du Dir aber mal Luft gemacht! Der 30. Juli (das war ja der vergangene Sonntag) muss ein Tag bei Dir gewesen sein, der ziemlich dicht und ereignisreich gewesen sein muss. Und ich möchte ganz gewiss nicht der Pudel gewesen sein, über den Du Deinen »Hunde-Monolog« da ausgegossen hast! ;-) Aber es musste offensichtlich wirklich ganz dringend mal sein. Und alles in allem halte ich Deinen Gedanken, inzwischen reif zu sein für die erste eigene Wohnung, für vollkommen nachvollziehbar. Es ist Zeit. Und es tut gut. Vielleicht muss es aber ja auch gar keine vollständig eigene (und dementsprechend teure) Wohnung sein, und es reicht auch schon ein WG-Zimmer, z. B. durchaus auch in einer Studenten-WG. Da finden sich eigentlich immer nette Leute zusammen. Und du schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Du musst weniger Miete bezahlen UND hast Leute um Dich herum. Kannst ja mal überlegen, ob das für Dich in Frage käme. Das ist jedenfalls die Idee, die mir dazu so ganz spontan in den Sinn gekommen ist.
     
  11. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Dein Posting 3 von 3


    Dieses ständige Gefühl, fremd in der eigenen Haut zu sein und die Kontrolle zu verlieren...

    Manchmal, wenn die Menschen mir schreiben, dann kann ich auf einen ganzen Gedankengang reagieren, auf einen ganzen Absatz. Manchmal auf einen besonderen Satz – und manchmal ist es sogar nur ein einziges Wort, an dem sich eine Erwiderung »entzündet.« Und so war es jetzt hier bei Deinem Eintrag: Mich verwundert das alles nicht, was Du im ersten Absatz beschreibst; hängengeblieben bin ich an einem einzigen Wort: »wieder.« Du fragst: »Zu was für einem Menschen bin ich die letzten Monate wieder geworden?« Wieso »wieder?« Das klingt so, als habest Du das sichere Empfinden, in einen Zustand zurückgefallen zu sein, in ein früheres, unreiferes Stadium Deiner Entwicklung, in nicht mehr angemessene Verhaltensweisen, die Du eigentlich überwunden glaubtest. Nur: welche?

    Es irritiert Dich, dass Du bisweilen sprudelst wie ein Wasserfall und dann irritiert bist darüber, dass Du in den vergangenen Wochen den Spieß hin und wieder umgedreht hast – und eben einmal nicht die Rolle übernommen hast, die Du Dir selbst am ehesten zuschreibst: diejenige des sicheren Hafens für andere, sondern eben selbst einmal das Schiff warst, das einen solchen sicheren Hafen suchte. Das jedoch, liebe SadStatue, ist alles andere als verwerflich. Im Gegenteil. Weißt Du, es muss ein Gleichgewicht geben, am besten und wahrscheinlichsten ein Fließgleichgewicht, in dem sich Geben und Nehmen befinden. Du kannst nichts geben, – wenn Du leere Hände hast. Wer für andere da sein will, muss als erstes sehen, wie er seine Hände gefüllt bekommt: Wie gelange ich zu der Ruhe, die nötig ist, um einmal tatsächlich meine eigenen Bedürfnisse für eine Stunde lang zurückzustellen und einem anderen Menschen zuzuhören? Wie kann ich meine Empathiefähigkeit weiter entwickeln? Wie bekomme ich für mich selbst Verstand und Gefühl in ein besseres Verhältnis zueinander? Was verleiht mir den Mut, die Kraft, die Ausdauer, mich dem Leiden anderer zuzuwenden? Wie kann ich meine eigenen sprachlichen Fähigkeiten ausbauen und entwickeln; wie gelange ich erstmal selbst in jene Tiefe, in der ich dem anderen zu antworten habe, in jene Tief, die er, die sie oft braucht?

    Weißt Du, SadStatue, es ist ein Irrtum zu glauben, dass beim Helfen stets nur der oder die »andere« im Mittelpunkt steht. Nein, sondern der helfende, der »starke« Teil ist tatsächlich genauso wichtig. Ihre Kommunikation und irgendwann das »Helfen« können nur gelingen, wenn der »helfende« Teil die Achtsamkeit für sich für sich selbst genauso weit entwickelt wie seine Antennen für die Situation und die Bedürfnisse des anderen. Und nur wenn Du bereit bist, es nicht als Schwäche zu verstehen, hin und wieder auch selbst das Schiff zu sein, das einen sicheren, rettenden Hafen sucht, auch dringend sucht, wirst Du selbst bisweilen ein solcher Hafen sein können. Es ist beim Helfen, beim Für-andere-Dasein, ein bisschen wie für Feuerwehrleute beim Einsatz: Eigenschutz geht vor Fremdschutz: Niemand kann dasein für andere, wenn er nicht genügend gewappnet ist und über eine nur eine unzureichende Ausstattung verfügt.

    Deshalb: Du kannst, darfst und sollst diese Momente, in denen Du einmal von Dir selbst erzählst, nicht nur zulassen, sondern sogar – genießen. Es ist wie ein Sich-fallen-Lassen, und dieser Aspekt ist es, von dem ich jetzt auf den ersten Blick hin zu glauben geneigt bin, dass er Dir solche Schwierigkeiten bereitet: selbst Vertrauen aufzubringen, und die Masken aller Art wenigstens für Momente, Phasen einmal abzulegen und Deine eigenen Tränen sehen zu lassen, also selbst diejenige zu sein, die anderen gegenüber ein Bedürfnis hat, nämlich das Bedürfnis, sich zu öffnen. Das ist der Weg. Das Helfen ist gut, ist schön und ist wichtig. Aber es kann niemals mehr sein als allenfalls das eine Bein, auf dem Du stehst, kann und darf nicht ausschließlich die Rolle sein, über die Du Dich selbst definierst. Gibt es in Deinem Leben nicht mehr als nur das Helfen und nicht auch das Dasein für Dich selbst und das Achten auf Deine eigenen seelischen Bedürfnisse, Sehnsüchte und gibt es nicht auch eine gute Aufmerksamkeit und Wachsamkeit für Deine eigenen Hoffnungen und ein Entfalten Deiner Träume, dann, in der Tat, ist Deine Frage, Deine Angst, nur allzu berechtigt: »Was, wenn ich das verliere? Dann verliere ich den Verstand!« Das Hilfebekommen ist die Vorbedingung für das Helfen: Bevor Du andere aufzufangen vermagst, musst Du selbst aufgefangen worden sein. Bevor sich andere in Dich fallen lassen können, musst Du Dich selbst einmal fallen gelassen haben in einen anderen Menschen. Und diese Reihenfolge ist nicht vertauschbar. Kommt das Helfen vor dem »Hilfe-Erfahren« und wird das »Hilfe-Erfahren« nicht irgendwann zumindest nachgeholt, – dann kommt unweigerlich irgendwann der Punkt des Zusammenbruchs. Dann wird das Helfen scheitern, und dann braucht der »sichere Hafen« unversehens selbst einen sicheren Hafen, in den er sich flüchten kann vor den tobenden Stürmen des Lebens. –

    Weil es an dieser Stelle hier, jetzt am Schluss, gar so gut passt, soll heute einmal ein anderer als ich selbst das letzte Wort haben. Hermann Josef Coenen war ein Pfarrer, der schon viel Erfahrung mit den Menschen hatte, als er die folgenden Zeilen schrieb, die so schön vom Helfen handeln – vor allem aber auch von jenem Gleichgewicht, von dem ich gerade gesprochen habe:


    Kennst du einen Menschen, zu dem du gehen kannst,
    wenn du selber nicht mehr weiter weißt,
    dem du alles sagen kannst, was dich schon lange drückt,
    der nicht sagt: Du bist total verrückt?
    Geh hin zu diesem Menschen, geh zu ihm, zu ihr.
    Und manchmal sei für andre selbst ein solcher Mensch!

    Kennst du einen Menschen, der dich sehr gut kennt:
    deine Träume, deine Schmerzen, deine Schuld?
    Der dich akzeptiert, so wie du wirklich bist,
    der für dich ein starkes Kraftfeld ist?
    Geh hin zu diesem Menschen, geh zu ihm, zu ihr.
    Und manchmal sei für andre selbst ein solcher Mensch!

    Kennst du einen Menschen, der auch hart sein kann,
    der dich fordert und dir nichts erspart?
    Der dir manchmal weh tut und dich hinterfragt,
    der dir offen seine Meinung sagt?
    Geh hin zu diesem Menschen, geh zu ihm, zu ihr.
    Und manchmal sei für andre selbst ein solcher Mensch!

    Kennst du einen Menschen, der vom Ziel was weiß,
    von den Sackgassen und Umwegen auch?
    Der die Spuren deutet, der den Kompass lesen kann,
    der dich fragt: Wohin? Wozu? und: Wann?
    Geh hin zu diesem Menschen, geh zu ihm, zu ihr.
    Und manchmal sei für andre selbst ein solcher Mensch! –


    Lass Dir ein wenig Zeit für dies’ Gedicht.
    Und jetzt freue ich mich, wenn Du gelegentlich wieder schreibst und wir unseren Faden wieder aufnehmen. Gut?

    Viele liebe Mutmach-Grüße!
    Dein Achim
     
  12. Sadstatue

    Sadstatue Benutzer

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    Hurra, ich stehe auf dem Schlauch!

    Mein lieber, lieber Achim...

    jetzt folgt ein großer Beitrag, glaube ich. Denn in letzter Zeit ist einiges passiert, wie man sich bei Unserer kleinen Pause denken kann. :)

    Alsoooo fangen Wir mal hiermit an...

    Freunde, Bekannte, Beziehungen allgemein

    Alsooo... ich habe tatsächlich eine sehr coole Klasse, habe direkt am ersten Tag mich mit dem einzigen Mädchen meiner Klasse angefreundet, "verbündet". "Wir bleiben stark und ziehen das Ding hier durch!"

    Und sonst habe ich das "am Wochenende feiern gehen" für mich entdeckt. Ich suche über die Woche hinweg Leute, die was starten wollen und dann ziehe ich mit denen los, auf eine ruhmreiche Nacht!
    Dadurch habe ich meine Wichtigsten wieder an mich gebunden, meinen Halbbruder, Freunde, von denen ich immer eine gute Meinung hatte... und schon ist man nicht mehr alleine.

    Noch hinzu habe ich diese Woche "Zwangs"-Urlaub gehabt... und war mal wieder weiter weg von Zuhause. Habe Kontakte, die ich bisher nur über das Internet kannte, persönlich kennen gelernt. So festigt man auch eine freundschaftliche Beziehung & weiß, wenn man wieder Urlaub hat... wohin man vielleicht sich zurück ziehen kann. :)

    Mein steiler Weg der Selbstfindung

    Auch mit mir Selbst... mache ich momentan einen sehr großen Fortschritt. Langsam entwickel ich mich zu der selbstbewussteren Person, die ich immer schon sein wollte. Ich kann in einer Gruppe lauthals loslachen, ohne dass es mir peinlich ist. Ich kann vor Leuten tanzen & wenn's für jemanden bescheuert aussehen mag, es kann mir egal sein. Denn ich habe meinen Spaß, ich genieße den Abend und wenn jemand aufmüpfig werden möchte, mit mir kann man dabei auf keine provozierende Antwort rechnen^^
    Endlich Selbstbewusstsein, endlich Glück, endlich Freude. Endlich feiern genießen, endlich Freunde treffen, endlich "gesehen werden". So fühlt es sich an. Aufleben, das ist mein Sinn...

    Meine Poetin ist wieder da!!!

    Ich habe nun wieder angefangen zu Schreiben! Und die Texte... habe ich schon einigen Leuten gezeigt. Zum Beispiel auf meiner Heimfahrt mit dem Fernbus... habe ich einfach mal fremden, jedoch offenen Personen ein- zwei meiner neusten Werke vorgelesen. Und habe sehr, sehr positives Feedback bekommen. Sogar eine Motivation: "Verlier das bloß nicht! Bleib am Ball! Und versuch doch mal, zum Poetrie-Slam damit zu gehen oder dergleichen..."

    Das macht mich natürlich sehr glücklich. Und gibt mir ein sehr schönes, großes Erfolgserlebnis-Gefühl.

    Und nun kommen Wir zum Schlauch, auf welchem ich stehe... BERUF

    Achim, der Maler- und Lackierer ist ein sehr schöner Beruf. Wenn man alles meistert, lernt... kann man auch überall Arbeit finden. Jedoch ist mein großes Problem... mein Betrieb.
    Dass ich einen schwierigen Kollegen hatte, ist ja nicht fremd. Habe oft über ihn geredet.
    Und war sogar böserweise glücklich, als er fort war aus dem Betrieb.
    Jedoch... war er das geringste Problem, muss ich nun sagen. Mein Chef ist das viel größere Problem.
    Denn mein Chef weiß, wie er mir Angst machen kann. Er weiß anscheinend auch, welche Knöpfe er nun drücken muss, um mich richtig, richtig schlecht fühlen zu lassen.
    Und das Alles lässt mich momentan vor den Zweifeln stehen. Vor der Angst, das weiter durchzuziehen. Klar, Berufe sind nicht dazu da, dass Du Dich unheimlich toll, gut fühlst. Hoch- und Tiefs sind auch dabei. Jedoch soll man sich nicht jeden Tag schlecht fühlen! Und soweit ist es bei mir.
    Ich gehe manchmal mit Bauchschmerzen zur Arbeit, ohne jetzt übertreiben zu wollen...
    Klar, ich habe auch mal gute Zeiten bei der Arbeit.
    Jedoch übertrumpfen tun eher die schlechten, habe ich das Gefühl.
    & hinzu kommt... dieses Gefühl: "Ich will eigentlich einen Beruf... der nahe an meinen Hobbys ist."
    Kunst, zum Beispiel.
    Oder Buchhändlerin.
    Ich bin nicht diese harte Handwerkerin. Ich mag den Beruf, keine Frage. Aber mehr würde ich einen Beruf mögen, in welchem man auch mehr gelobt wird. In welchem man seinen Körper nicht kaputt macht, was ich momentan mache...
    Nächste Frage ist dann aber: "Wie schnell finde ich was Neues? Wie stelle ich das an? Sollte ich lieber doch einen Betriebswechsel vorziehen statt die komplette Beendigung? Wie reagiert mein Zuhause auf diese 'plötzlichen' Gedanken?"

    ... all dies passiert momentan bei mir.

    Sadstatue

    PS: Ich bin wirklich nicht böse. :) Ich freue mich, dass Du nun wieder schreibst.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 Oktober 2017 um 19:58 Uhr
  13. Sadstatue

    Sadstatue Benutzer

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    Antworten zu Deinen Beiträgen...

    Ja, dieses Gefühl hatte ich tatsächlich. Ich hatte das Gefühl, zurück gefallen zu sein. Jedoch hatte ich diese Woche genug Zeit, um nachzudenken. Genug Zeit, mich zu sammeln. Und nun fühle ich mich endlich wieder besser... sehe, was gut und was schlecht ist. & wie an meinem vorigen Beitrag jetzt abzulesen ist... ich bin wieder relativ zufrieden.




    Also zuerst einmal, WOW. Deine Antwort hat mich vollkommen vom Hocker gehauen. Ich habe diese Worte gelesen & sie haben mein Herz berührt. Sie haben MICH berührt. Und sie haben mich verstanden.
    Ich war sehr glücklich über diese Antwort. Und ich weiß garnicht so genau... wie ich darauf eingehen soll, vorallem noch nicht auf das Gedicht. Dafür muss erstmal Zeit vergehen. Jedoch verstehe ich sehr genau, was damit gemeint ist... und ja, ich wünsche mir das auch. Dass ich mich fallen lassen kann. Das ist allerdings nicht so leicht.
    Denn ich habe zwar nun wieder Personen in meinem Leben, mit denen ich Zeit verbringe, weiß aber noch nicht, welche dieser Person ein offenes Ohr für mich hat und ein ebenso offenes Herz...

    Das wird sich nur mit der Zeit zeigen. Ich bin gespannt...

    Und meine Schwierigkeiten... mich zu öffnen... werde ich hoffentlich auch irgendwann überwinden können...
    Es ist nur nicht so leicht...

    Wortlose Sadstatue...
     
  14. Sadstatue

    Sadstatue Benutzer

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    Ja, eine WG wäre wohl wirklich das, was am ehesten für mich zuspricht. Zumal ich komplett alleine sowieso wirklich aufgeschmissen wäre ... denn ich habe ja nicht wirklich viel Zeit nach dem Arbeitstag ... (es sei denn, ich suche mir wirklich eine neue Ausbildung...)