Kinder kennen ihren Vater nicht

Dieses Thema im Forum "Kinder, Erziehung" wurde erstellt von AO24, 9 Dezember 2017.

  1. AO24

    AO24 Benutzer

    Registriert seit:
    9 Dezember 2017
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    16
    Ort:
    Lüneburg
    Hallo,
    meine Kinder 2 und 4 kennen Ihren Leiblichen Vater nicht.
    Mein Sohn war noch viel zu klein.
    Ich trennte mich von den Gewalttätigen Vater in meiner Schwangerschaft des Zweiten Kindes. Am Anfang lebte ich in einem FrauenHaus ganz weit weg von ihm. Bis er in den Knast einfuhr. Danach fing ich an mein Leben mit meinen Kindern zu leben. Mittlerweile habe ich ein eigener maßen Stabiles Umfeld geschaffen. Die Kinder fühlen sich wohl haben ihre Freunde und ihren Kita platz. Nun fechten der Vater das Sorgerecht an und will Umgangsrecht sitzt derzeit allerdings noch in Haft.
    Ich weigere mich meinen Kindern ihn auszuliefern. Da er derzeit in Haft ist bin ich am längeren Hebel.
    Zu meiner eigentlichen Schwierigkeit. Mein Sohn ist 4 und merkt bzw weiß das er kein Papa hat. Mittlerweile speise ich damit ab. Das der Papa ganz weit weg wohnt und sich Mama und Papa getrennt haben.
    Aber die fragen werden immer häufiger. Weiß jemand ein Rat wie ich das weiter meinen Kinder erkläre? Oder wie ich damit umgehen kann. Da mich das oft sehr mit nimmt.
     
  2. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Liebe AO24!

    Das ist ganz sicher keine einfache Situation, die Du da jetzt zu bewältigen hast, im Gegenteil: Ihr habt alle Euer Paket daran zu tragen: Du selbst, Deine Kinder – und wohl auch, auf seine ganz eigene Weise, der Vater Deiner Kinder.

    Wenn Du davon sprichst, Dich zu weigern, ihm Deine Kinder »auszuliefern«, dann kann man sich so ungefähr ein Bild davon machen, wie es gerade in Dir aussieht und wie Dir zumute ist. Und vielleicht ist es gar nicht übertrieben, wenn man Dein Gefühl so wiedergibt, dass man sagt, dass Du Dich (und Deine Leistungen der letzten Jahre) regelrecht bedroht fühlst durch sein Ansinnen, Kontakt zu Deinen – Euren – Kindern aufzubauen. Und wenn Du berichtest, dass Du Dich wegen seiner Gewalttätigkeit von ihm getrennt hast, dann ist das sicherlich auch nur allzu gut verständlich. Einerseits.

    Andererseits ist aber zu bedenken, dass es neben Deinen Gefühlen, so wichtig sie sind, auch noch etwas anderes in die Überlegungen mit einbezogen werden muss, nämlich die juristische Seite. Solange Du nicht zustimmst und er noch in Haft ist, wird sich vermutlich tatsächlich nichts an der momentanen Situation ändern. Und die erste Frage wäre dann also, wie lange dieser Zustand noch anhält, wie lange er also noch im Gefängnis sein wird. Also, mit anderen Worten: Wie akut ist die Problematik eigentlich?

    Es scheint mir fast nicht möglich zu sein, Dir einen Rat zu geben, wie Du mit Deinen Kindern darüber sprechen kannst. Aber vielleicht kannst Du etwas für Dich selbst tun, zunächst einmal – indem Du mit jemandem darüber sprichst, wie Deine Situation zur Zeit ist. Vielleicht hast Du ja noch eine Ansprechpartnerin in dem Frauenhaus, in dem Du seinerzeit warst? Du könntest aber auch mit einer Beratungsstelle in Deiner Nähe einen Gesprächstermin vereinbaren. Im Moment habe ich jedenfalls deutlich den Eindruck, dass es Dir gut täte, nicht allein mit Deinen Gedanken und Gefühlen zu sein – und Deinen Befürchtungen. Was meinst Du?

    Aber mittlerweile ist Dein Posting ja schon fast ein halbes Jahr alt – eine lange Zeit, in der (fast) unendlich viel passieren kann. Und wenn Du möchtest, kannst Du natürlich auch erst einmal ganz in Ruhe erzählen, was sich in den letzten Monaten alles ereignet hat an wichtigen Dingen.



    Viele liebe Mutmach-Grüße!
    Achim