Ist mein Sohn am ende ?

Dieses Thema im Forum "Kinder, Erziehung" wurde erstellt von Heike, 9 April 2013.

  1. Heike

    Heike Neuer Benutzer

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    9 April 2013
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    2
    Hallo zusammen!
    Zu aller erst ein tolles forum und ich hoffe sehr das man mir weiterhelfen kann.
    Ich komme am besten gleich zum tehma

    Mein Sohn ( 23 ) hat viele probleme.
    Alles fing im schulalter an denn er ist ein stotterer und sehr sensibel.
    Er hatte nie wirklich freunde troz das er immer alles für jeden gemacht hatte
    ohne auch nur die geringste gegenleistung zu erwarten.
    Mit 16 kam er in einer klinik da er sich dauernd seine arme aufgeschnitten hatte. Mein ex mann und ich wussten es gibt keine andere lösung mehr für ihn denn auch suizid gedanken hatte er täglich.

    In der klinik entwickelte sich alles bestens er fing an freude am leben zu haben. Hatte sogar ein paar kontakte und nach der klinik ging er noch für weitere 3 jahre in ambulanter behandlung. Er hatte Arbeit gefunden eine freundin und sogar ein für ihn besten freund.

    Aber dann der knall am Januar. Er verlor seine Arbeit da es in seiner firma einfach nicht mehr genug arbeit gibt.Er war am boden zerstört und suchte trost bei mir seiner freundin und seinem besten freund.Doch eine woche später machte seine langjährige freundin mit ihm schluss aus gründen die er mir bis heute nicht sagen will. Er ging abends spazieren wie er es damals in der klinik gelernt bekommen hatte jedoch wurde er dann eines abends von 5 männern brutal zusammen geschlagen.Er zeigte sie an doch ohne jeden erfolg da es keine zeugen gab und er niemanden erkannt hat.

    Seit diesen vorfällen erkenne ich meinen Sohn nicht mehr wieder.:(
    schlagartig wurde er ganz kühl er bemühte sich auch nicht für die agentur für arbeit geschweige denn etwas neues zu bekommen. er trinkt jeden abend alkohol fängt schon mittags an und ritzt sich wieder :( Ich habe oft versucht mit ihm darüber zu sprechen das ich für ihn da bin und ihn niemals im stich lassen würde aber er reagiert garnicht darauf :( Seine sätze lauten nur immer: ist doch alles halb so wild das wird wieder. Ich habe am anfang gedacht okay das ist nur eine phase wegen trennung arbeitsverlust und der schlägerei. Jedoch sehe ich mitterweile in seinen augen das etwas böses in seinem kopf rumschwiert und ich habe solche angst. Was soll ich nur tun ? :(

    lg
    heike
     
  2. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Liebe Heike,

    keine Frage: Die Situation ist komplex. Vorsichtig ausgedrückt. Und zu den eigentlichen inhaltlichen Problemen, mit denen Dein Sohn zu kämpfen hat, kommt bei Deinem Eintrag hier noch ein weiteres hinzu, ein formales: Es ist hier jetzt ja gar nicht er selbst, der nach Hilfe und Unterstützungsmöglichkeiten fragt, sondern Du, seine Mutter. Erfahrungsgemäß ist eine solche Beratung über Dritte nicht nur nicht sinnvoll, sondern auch gar nicht wirklich möglich. Nur er selbst kann für sich selbst sprechen. Dennoch ist Deine Frage am Schluss danach, was Du nur tun sollst, nur allzu verständlich und legitim. Sie hat jede Berechtigung, die man sich nur denken kann.

    Aber ich denke, hier im Forum – solange er sich nicht selbst meldet – kann es nicht um ihn gehen, sondern nur um Dich. Ebenso wie nur er selbst für sich sprechen kann, kannst auch Du nur für Dich selbst sprechen. Wenn Du weiterschreiben möchtest, dann hielte ich es also für sinnvoll, Dich und Deine eigene Situation in den Mittelpunkt zu stellen, – nicht die seine. Hier müsste es um Hilfe für Dich gehen: Was für Gedanken und Gefühle melden sich bei Dir? Welche Möglichkeiten des Umgangs mit dem Bedrohlichen der emotionalen Situation Deines Sohnes hast Du? Was kannst Du leisten, was ist zuviel an Belastung für Dich...? Wie erlebst Du Eure Mutter-Sohn-Beziehung insgesamt, über die Jahre hinweg...? – Solche Themen hielte ich hier jetzt für sinnvoll.

    Vielleicht ein konkreter Punkt noch zu Deinem Eintrag; er ist mir beim Lesen sofort aufgefallen. Du schreibst, dass Du in seinen Augen siehst, dass etwas Böses in seinem Kopf herumschwirre. „Etwas Böses“ ist als Ausdruck ja noch schemenhaft, nicht zu fassen. Und das ist immer etwas Bedrohliches. Gibt es denn etwas Bestimmtes, woran Du da denkst, etwas Bestimmtes, was Du befürchtest..., für möglich hältst..., ja, womöglich nachgeradezu erwartest...?

    Soweit einmal meine Gedanken.
    Ganz viele Grüße! Achim
     
  3. Heike

    Heike Neuer Benutzer

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    9 April 2013
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    Hallo Achim
    Erstmal vielen dank für deine schnelle Antwort.

    Unsere beziehung war eigentlich einer der schönsten die man als mutter nur haben kann. Er hatte sich nie geschämt mich in der öffentlichkeit mal in den arm zu nehmen oder mir einfach mal so zu sagen das er mich sehr lieb hat.
    Aber all das gibt es jetzt nicht mehr. :(

    Es ist eine große belastung für mich da ich weiß das er solche schicksalschläge einfach nicht verdient hat. Ich komme mir als mutter hilflos vor und frage mich täglich was ich falsch gemacht habe das mein sohn nun an der stelle steht.
    Er hat das alles einfach nicht verdient :heul:

    Ich kann ihn mir seine arme nicht mehr angucken das tut so weh dann seinen
    verlassenen blick wenn er zuviel getrunken hat und total in sein emotionales erlebnis verfällt. Jedoch hält es nur kurz an und auf einmal ist er wieder der der sagt: ach alles halb so wild. Es ist wild wenn man sein ganzes leben aufgibt und sich verschliesst.

    Mein ex mann hat das alles nicht mehr ausgehalten und den kontakt mit ihm abgebrochen aber auch das scheint ihn garnicht mehr wirklich zu treffen. Aber ich kann ihn doch nicht einfach hängen lassen auch wenn es noch so schwer für mich ist :(

    Und das in seinem kopf. Ich habe angst das er mit dem leben abgeschlossen hat und vllt noch nochmal in seinen suizid gedanken verfällt. das würde ich nicht aushalten.

    lg
    heike
     
  4. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Mutter-Sohn-Beziehung

    Liebe Heike,

    nach ein paar Tagen des Besinnens einige Gedanken von mir…
    Ich bin intuitiv stutzig geworden, als ich las, was in Deinen Augen die Beziehung zwischen Deinem Sohn und Dir „zu einer der schönsten [macht], die man als Mutter nur haben kann“: dass er Dich, auch vor anderen, mal in den Arm nimmt und Dir „einfach mal so sagt, dass er [D]ich sehr lieb hat“. Es hat mich deshalb stutzig gemacht, weil sich das nur schwer wahrnehmbar von dem unterscheidet, was man als Frau (hoffentlich jedenfalls) über den eigenen Partner sagen kann. Dem könnte, sollte man sicherlich auch noch anderes sagen, Dinge, die darüber hinaus gehen, keine Frage. Aber was Du gesagt hast, sollte darin doch auch mindestens genauso vorkommen. Oder?

    Das wiederum legt mir die Frage nahe, wie denn wohl die Entwicklungsgeschichte der Beziehung zu Deinem Mann einerseits und zu Deinem Sohn andererseits im Laufe der Jahre sich gestaltet hat: Wie war es für Dich, auf einmal zu dritt zu sein? Und wie war es dann nach der Trennung für Dich, plötzlich wieder nur zu zweit zu sein, mit Deinem Sohn? Denn sowohl das Anwachsen als auch das nachherige Zusammenschrumpfen der Familie sind ja einschneidende Ereignisse gewesen für Dich: Das Hinzukommen Eures Sohnes hat Deine Beziehung zu Deinem Mann verändert, und der Weggang Deines Mannes hat Deine Beziehung zu Deinem Sohn verändert. In welcher Weise jeweils?

    Ich verstehe Deine Hilflosigkeit als Mutter. Diese Ohnmacht, alles so mitansehen zu müssen, ist mühelos in der Lage, einen als Vater oder Mutter in den Wahnsinn zu treiben. Und da helfen zu wollen, ist wohl das Natürlichste in der Welt, der mütterlichen allemal. Dennoch: Als wie gut auch immer Du Eure Beziehung zu früheren Zeiten beschreibst, so ist doch ein sein Abblocken und das Herunterspielen seiner eigenen Situation Dir gegenüber ein sicheres Zeichen dafür, dass Du als für ihn, für sein Empfinden in dieser Phase nicht die richtige Gespächspartnerin bist. Warum auch immer. Irgendetwas in Eurer Beziehung hat sich verändert. Was? Wie hat sich seine Beziehung zu Dir gewandelt? Wie nimmt er Dich wahr, als Person, als Mutter, jetzt, in dieser Zeit, in der Gegenwart? Wie Euer beider Zusammenleben? – Das, so denke ich bildet zumindest einen wichtigen Teil dessen, was es herauszufinden gilt. Er wird Dir sicherlich etwas dazu sagen können...

    Wie ich das, was Du geschrieben hast, einschätze, wirst Du nichts „tun“ können, solange da eine unausgesprochene atmopsphärische Störung zwischen Mutter und Sohn liegt. Liegt eine vor? Ich weiß es nicht. Aber das könnte vielleicht etwas Sinnvolles sein: Deine Frage, was Du – in seinen Augen! – „falsch“ gemacht hast, nicht Dir selber zu stellen, sondern sie an ihn zu richten. Vielleicht haben seine Bedürfnisse innerhalb der Beziehung zu seiner Mutter sich gewandelt, so dass das, was früher zu tun richtig war, es jetzt nur noch sehr bedingt ist – ohne dass er es (von sich aus) aussprechen könnte. Und die Frage, weshalb er mit 23 Jahren noch bei Dir wohnt, ist dabei sicherlich keine unwesentliche.

    So weit einmal meine Gedanken...
    Viele liebe Grüße! Achim