Ich verstehe einfach nicht!!!

Dieses Thema im Forum "Kinder, Erziehung" wurde erstellt von Betty, 27 Oktober 2013.

  1. Betty

    Betty Benutzer

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    7 Dezember 2009
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    96
    Hallo liebes Team,
    ich weiß, ich war schon sehr lang nicht mehr im Forum.
    Eigentlich ja gut, oder?
    Weshalb ich heute schreibe: Ich habe drei Kinder, zwei Jungs (19 und 22) und eine Tochter (25).
    Ich bin geschieden, meine Tochter wohnt in einer Wohnung direkt im Haus meiner Eltern in meinem Heimatort, meine beiden Jungs leben ebenfalls noch in der Stadt, der eine alleine (mit 19!) der andere bei seiner Freundin und deren Eltern. Sie wollten das so.

    Die Sache ist, dass meine Tochter einen - so denke ich - tiefsitzenden Hass in sich gegen mich trägt - oder gegen etwas, dass ich ausstrahle oder für sie verkörpere. Sie ist mein Kind aus 1. Ehe, getrennt habe ich mich damals, als sie 1 1/2 Jahre alt war. Wir haben uns im Guten getrennt, ihr Vater hat sich immer um sie gekümmert und da gabs nur Einschnitte, als er selbst noch einmal Vater wurde. Das war für sie damals unerträglich. Ich habe das noch vor mir. Sie fühlte sich herabgesetzt, naja, bis dahin hatte sie einen Prinzessinnenstatus. Bei mir und der neuen Ehe eher nicht, weil wir ja noch 2 Jungs bekamen.

    Sie kann so süß sein, so herzlich und wir hatten schon so tolle Zeiten miteinander. Meine Freundinnen hatte sie immer ganz schnell auch zu ihren Freundinnen erkoren, sie hat mich aber auch schon immer gerne bloß gestellt oder versucht, meine Freundinnen oder meine Schwägerin und meine Mutter gegen mich auszuspielen.
    Ich hätte meine Tochter niemals irgendwo hängen lassen, hab immer ganz selbstverständlich ihre Kastanien aus irgendwelchen Feuern geholt. Ich finde sie klasse, ich fand sie immer klasse - aber ich bin auch noch nie diejenige gewesen, die Kritik üben darf an ihr. Ich darf alles akzeptieren und tolerieren - soweit bin ich ihre "Mausi" - stelle ich eine unangenehme Frage o.ä. - dann bin ich "das Letzte".

    Ich war ganz sicher nie eine perfekte Mutter. Ich hab ihr mal eine schallende Ohrfeige verabreicht, das ist mir passiert und das hält sie mir bis heute vor. Mir hat das damals unendlich leid getan, ich habe mich dafür entschuldigt und noch heute schäme ich mich dafür. Das ist wohl so. Ich habe immer viel gearbeitet und sicher nicht optimal viel Zeit für meine Kinder gehabt - aber ich habe sie alle drei immer geliebt und akzeptiert, wie sie sind. Ich war immer stolz auf sie alle - weil ich sie für menschlich sehr gut entwickelt hielt.

    Nun ist passiert, dass sie schwanger ist. Sie ist in einer Beziehung, die noch sehr jung und nicht geklärt ist. Dennoch hab ich mich insgeheim gefreut - nährte sie doch die Angst, dass sie aufgrund nur 1 Eierstockes keine Kinder würde bekommen können. Sie hat meiner Mutter davon erzählt, meinen Söhnen und Freundinnen - ihr Freund will das Kind aber nicht und nun war sie wieder unsicher - traut sich das allein nicht zu und war gestern mit ihm beim Arzt in dieser Sache.
    Ich hatte ihr vorher gesagt, dass ich ihr keinen konkreten Rat geben kann, ihr aber nahelege, ihre Entscheidung so abzuwägen, dass sie selbst jederzeit damit leben kann. Das sei das Wichtigste. Ich sagte ihr auch, dass ich sowieso hinter ihr stehe und ihre Entscheidung - egal welche - auch respektiere. So - sie bat mich darum, ihr 300 € zu leihen, da die Geschichte eben Geld kostet. Ich gab sie ihr, mußte mein Konto aber dafür überziehen. Als ich Frage stellte, ob denn ihr Freund nicht auch etwas dazu tun könnte, knallte sie den Hörer einfach auf.
    Dann ein paar Tage später erklärte sie mir, dass mein Vater, also ihr Opa, sehr leiden würde, wüßte er, dass sie abtreiben will. (Er weiß auch von der Schwangerschaft!) Deshalb müßten wir nun allen, die etwas wüßten, eine Fehlgeburt vorspielen. Sie will nicht, dass irgendwer etwas von dieser Aktion erfährt, sagte sie mir und ob ich morgen mit ihr zu diesem Arzt fahren könnte, der ihr die entscheidende 2. Tablette gibt, Selbstverständlich, sagte ich und nahm mir frei.
    Gestern telefonierte ich mit meinem jüngsten Sohn, der mich besuchen wollte und als ich sagte: Du, ich treff mich am Montag erst mit N..." betroffen meinte:,,Ach Mama, das mit N... weiß ich schon alles..." war ich mehr als irritiert. Ich sagte dann nur:,,Dass zu bewerten steht uns allen nicht zu. Es ist alles ihre Entscheidung." Da fiel er aus allen Wolken - er hatte wohl von der Abtreibung doch nichts gewusst - er sagte:,,Ich hatte mich schon so gefreut..."
    Scheiße, dachte ich, was für ein beschissenes Missverständnis.
    Ich habe jetzt quasi die Arschkarte, oder nicht?
    Ich hatte sie dann noch kurz angerufen, weil ich auch so sauer auf sie bin. Mußte sie denn überall erzählen? Wozu?? Wozu ein derartiges Szenario entwerfen?
    Ich habe sie am Telefon also wirklich nur gefragt:,,Hast du deinen Brüdern davon erzählt?" Da war Feierabend - sie sagte nur: "Jetzt damit anzukommen ist ja wohl das allerletzte!"
    Mit "Jetzt" meinte sie den Abend, an dem sie ihre erste Tablette von diesem Arzt bekommen hatte, das war halt gestern. Ihr Freund war wohl bei ihr.

    Ich bekam daraufhin smsen, nach dem Motto: Du bist das Allerletzte! Ich weiß nicht mehr, was ich sagen soll! usw usw.
    Heute mittag habe ich sie nur noch einmal gefragt, ob sie mich nun morgen braucht oder nicht und sie schrieb: Laß mich bitte entfültig in Ruhe.

    Das ist eigentlich auch das, was ich gerne tun möchte. Ich bin es so leid, so derart scheiße von ihr behandelt zu werden. Es kann passieren, dass sie nächste Woche wieder anruft und sagt, es tut mir leid - das macht sie immer so - aber ich kann das einfach nicht mehr.

    Ich bin echt einfach zu blöd. Ich habe jetzt wieder die altbekannten Schuldgefühle, obwohl ich echt nichts gemacht habe außer Fragen stellen. Ich bin der Depp, der immer seinen Hintern hin halten darf, aber Fragen nicht. Bloß nicht, dass ist unbequem.

    Ich empfinde es als grausam, wenn sie auch meinen Vater so verarscht. Sicher muss sie das selbst wissen, aber ich will das nicht mitmachen. Ich werde einfach meine Klappe halten dazu oder? Ich meine, wie will sie das denn machen? Sie hat es so vielen Leuten erzählt - etwa um ein vorfreudiges Szenario aufzubauen, damit jetzt ihre Fehlgeburtslüge besser rüberkommt? Und ich kenne meinen Papa. Der wird trauern, der wird vor lauter Mitleid dem Mädel noch weniger Miete abknöpfen, der armen armen Enkelin. (die Geld rauswirft für Schönheitsops, Tatoos etc. teure Klamotten und inzwischen 16tausend Euro Schulden hat - aber dem Opa nur 150 € Miete zahlen muss, weil sie so arm dran ist!)

    Oh, Mensch, ich muss echt aufpassen, was ich sage, aber ich bin so enttäuscht und so maßlos beschämt wegen dem, was sie da abzieht.
    Ich habe kein Problem mit der Abtreibung - ich weiß, dass es Situationen gibt, wo man so entscheidet und nicht anders und ich würde dies immer akzeptieren - ich bin ja nicht Gott, oder? - darum gehts mir nicht. Aber wieder einmal die Verantwortung abzuwälzen für das eigene Handeln und nicht für sich selbst gerade stehen zu können - das ist für mich ein no go.

    Und es wird wieder so ein, dass sie sich bei meinen Eltern ausweint und meiner Schwägerin und ich bin das Arschloch. So siehts aus.
    Ich kann das nicht mehr, echt, ich kann das nicht mehr.

    Wir hatten schon öfter mal eine Kontaktpause - aber wirklich geklärt wurde nie etwas. Ich hätte alles mit ihr mitgemacht, eine Therapie, Familienaufstellen, egal was, ich kann mich stellen - ich kann mich auseinandersetzen. Aber sie wohl nicht.

    Ach, seufz, danke fürs Zuhören.

    Einen schönen herbstlichen Sonntag noch.

    Betty:confused:
     
  2. Kleinlok

    Kleinlok Erfahrener Benutzer

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    487
    Liebe Betty,

    das ist eine reichlich dubiose Sache, von der du da berichtest.

    Mir fällt es nicht so leicht dazu etwas zu schreiben, denn ich persönlich finde es schade, wenn ein werdendes Kind nicht werden kann. Meine Einstellung hat hier nichts zu sagen, aber mit tut das schon leid. Es ist schade, dass der Freund deiner Tochter das Kind nicht will und auch deine Tocjter unter diesen Umständen nicht bereit ist es auszutrage, Es ist ihre Sache und sie entscheidet, trotzdem ist es schade.

    Zu der Beziehung zu deiner Tochter:

    Du warst nicht die perfekte Mutter und das ist auch ok, denn die perfekte Mutter gibt es nicht und muss es auch nicht geben.
    Eure Familengeschichte zeigt Belastungen, aber die sind nicht unnornal und so wie du (glaubhaft) schreibst,
    hast du versucht das Beste aus eurer Familiensituation zu machen.

    Das sollte nach all den Jahren auch deine Tochter zu schätzen wissen, sie ist erwachsen und sollte mit einem gewissen Anstand zu den schon vor längerer Zeit gelaufenen Sachen reflektierter damit umgehen. Wem Sie dir die eine Ohrfeige vorhält, dann spricht das nicht gerade für eine solche Reflektion.

    Vielleicht lief und läuft es bei euch umgekehrt?

    Vielleicht wolltest du zu sehr die "perfekte" Mutter sein?
    Vilelllciht hast du zu sehr versucht das Beste aus eurer Familiensituation zu machen?


    Du schreibst, dass sich deine Tochter immer auf dich verlassen konnte, du hast ihr "immer ganz selbstverständlich ihre Kastanien aus irgendwelchen Feuern geholt". Du fandest sie immer klasse - umgekehrt darfst du keine Kritik an ihr.´üben, nur wenn du tolerant- vielleicht zu tolerant (ß) rüberkommst- bist du ihre "Mausi", aber wenn du eine unangenehme Frage stellst bist du "das Letzte".

    Das hört sich für mich so an, als ob deine Tochter eine Art Verwöhnung gewohnt ist, die sie strageisch agieren lässt, z.B. dass sie schnell mit Liebesentzug droht, wenn sie nicht ihren Willen und ihre Wünsche von dir erfüllt bekommt. Sie hat sich dieses Verhalten veilleicht deswegen angewöhnt, , weil du das zugelassen hast. .Lernen am Erfolg könnte man das nennen, wenn die Tochter merkts, dass wenn sie das macht und sagt, Mama dann das macht was Tochter will.

    Aus der Ferne möchte ich nicht mehr dazu sagen und das bisher gesagte ist sicher mit Vorsicht zu betrachten.

    Du kannst beurteilen inwiefern das eine gewisse Relevanz haben könnte, was aber auch dir bzw. gerade dir schwerfallen könnte, da klar zu sehen.
    Denn von der eigenen Tochter eventuell instrumentalisiert zu werden ist sicher für jede Mutter zumindest enttäuschend (auch wenn es vielleicht gar nicht mal so selten vorkommt), insofern könnte es sein, dass du vor dieser Sache, (die ich wie gesagt nur vermute), lieber die Augen schließt bzw. diese nicht so an dich heran lassen möchtest?

    Aber dass du davon hier sprichst lässt mich doch annehmen, dass du darunter leidest
    und vielleicht dich damit auseinandersetzten möchtest, um eine Besserung des Verhältnisses zu deiner Tochter zu bewirken?

    Eine gute Beziehung lebt von gegenseitigem Respekt.
    Du nur kannst beurteilen, ob eure Beziehung wirklich von solch einem ausreichenden gegenseitigem Respekt geprägt ist?
    Deine Tochter ist wertvoll- du bist wertvoll.
    Das solltet ihr beide erkennen.

    Deine Tochter scheint auf die Verwöhnung innerhalb der Tochterrolle zu setzen,weil diese vielleicht stets von dir gewährleistst wurde?
    Vielleicht hat sie eine solche Verwöhnung besonders von dir eingefordert, weil sie durch die Familenerlebnisse eine narzustische Kränkung erfuhr (als ihre "Prinzessinenrolle" kippte)?

    Vielleicht versuchst du die Sache etwas neutraler anzugehen,
    du bist für deine Tochter da, besonders in schwierigen Sitiationen wie der aktuellen,
    als eine Mutter die verstehen will, zuverlässig ist, aber die nicht mt sich spielen llässt.
    Lass deine Tochter spüren, dass du respektiert werden willst.

    Wie du das verdeutlichen kannst, musst du zwar selber entwickeln,
    aber das wirst du sicher können, wenn du s willst.

    Eine gewisse Unabhängigkleit ist wichtig, zur Not musst du vermutich auch mal einen angedrohten
    und vielleicht auch durchgeführten Liebesnetzug in Kauf nehmen.
    Verlieren kannst du da eigentich nichts, denn Liebe kann man sich nicht durch übertrebene Toleranaz und
    Entgegenkommen erkaufen. Du bist der Liebe wert und musst die nicht durch ein geeignet erschienendes Verhalten erkaufen.
    Vielleicht würde es helfen eure Beziehung bessern, wenn deine Tochter erkennen könnte, dass
    du nicht um ihre Zuneigung zu erwerben Zugeständnisse machts.

    Ich wünsche dir die Kraft und das Ducrhaltevermögen, die so ein Vorgehe, so denn es sinnvoll für dich/euch wäre, erforden kann
    Auch wünsche ich dir die Ruhe und Kraft, dass du in der aktuellen Situation eine Stütze für deine Tochter sein kannst,
    ohne dass du dich dabei selber aufgeben tust.

    Liebe Grüße, Thomas
     
    Zuletzt bearbeitet: 27 Oktober 2013
  3. bubu

    bubu Gast

    Scheidungen??

    Für mich als Aussensthender und Unbeteiligter, liegt hier die ganze Problemaik 'begraben'. Nicht ohne Grund sagt man, dass bei einer Scheidung immer die Kinder die leidtragenden sind. Ob man da noch was retten kann im nachhinein? Und ja, ich fürchte Du verstehst es wirklich nicht.

    Gruss bubu

    PS. Ich bin auch ein 'Scheidungskind', meine Schwester hat sich vor ein paar Jahren umgebracht! :cool:
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 28 Oktober 2013
  4. shanti

    shanti Neuer Benutzer

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    Hallo Betty,

    das Vergangene können wir nicht ändern. Klären könnte heute ein Gespräch zwischen euch, in dem Du dir vielleicht ohne Rechtfertigungen alles anhörst, was dir vorgeworfen wird. Ein Gespräch in das du ohne Erwartung eines Ergebnisses oder der Wiederherstellung von Harmonie gehst.

    Mich irritiert, dass Du keine Haltung eingenommen hast, weder in Punkto Kind austragen noch in Kind nicht bekommen. Auch wenn Deine Tochter bereits 25 Jahre alt ist, so könnte ich mir vorstellen, dass die Meinung der Eltern wichtig und unterstützend ist, seine eigene Entscheidung abzuwägen und sich dabei "mitgetragen" zu fühlen. Auch wenn das bei jungen Menschen oft genau zur gegenteiligen Entscheidung führt.

    Was meinst Du?

    Liebe Grüße, Shanti
     
  5. Betty

    Betty Benutzer

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    96
    ..hm...

    Danke für eure Antworten. Also - ich habe ihr von Anfang an gesagt, dass ich ihre Entscheidung, wie die auch ausfallen mag, respektiere. Ich habe ihr gesagt, dass ich helfe, wenn sie es austragen will und dass ich für sie da bin, wenn nicht. Wir hatten Gespräche und ich würde alles mit ihr machen und mich Auseinandersetzungen stellen, wenn es unserem Verhältnis bzw. einem besseren Verständnis dient.

    Ich habe auch ganz sicher nicht übersehen oder verharmlost, wie es einem "Scheidungskind" geht - ganz im Gegenteil.A
    Aber eine Scheidung für ein ganzes Leben, all meine Entscheidungen, deren Folgen und mein Verhalten verantwortlich zu machen, ist mir zu einfach, wenn ich ehrlich sein soll.
    Ich habe in meiner Kindheit auch Dinge erlebt, die ich verarbeiten musste und noch immer muss - dennoch sind die nicht immer schuld an meinen Entscheidungen, die ich heute treffe. Mit so einer Einstellung gebe ich doch voll meine Verantwortung ab, oder nicht?

    Vielleicht habe ich mich einfach auch zu blöd ausgedrückt?
     
  6. shanti

    shanti Neuer Benutzer

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    Liebe Betty,
    ich finde die Frage keineswegs zu einfach. Die Frage ist m.E. nicht unbedingt, ob und was es ggf mit Deiner Tochter gemacht hat, sondern hat es evtl. etwas mit Dir im Umgang mit Deiner Tochter gemacht.

    Vielleicht ist das ein Ansatz für Dich?

    Liebe Grüße, Shanti
     
  7. Betty

    Betty Benutzer

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    7 Dezember 2009
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    Das hört sich für mich so an, als ob deine Tochter eine Art Verwöhnung gewohnt ist, die sie strageisch agieren lässt, z.B. dass sie schnell mit Liebesentzug droht, wenn sie nicht ihren Willen und ihre Wünsche von dir erfüllt bekommt. Sie hat sich dieses Verhalten veilleicht deswegen angewöhnt, , weil du das zugelassen hast. .Lernen am Erfolg könnte man das nennen, wenn die Tochter merkts, dass wenn sie das macht und sagt, Mama dann das macht was Tochter will.

    Lieber Thomas, liebe Shanti,
    ich habe ein bisschen nachgedacht über eure Worte und ja, da könnte etwas dran sein. Mit mir hat meine Scheidung vor knapp 24 Jahren gemacht, dass ich sicherlich meiner Tochter gegenüber sehr sehr lange ein schlechtes Gewissen hatte und ja - irgendwo auch heute noch habe. Dieses permanente schlechte Gewissen hat mich bestimmt agieren und reagieren lassen, sodaß sie so "...am Erfolg lernen konnte". Das könnte tatsächlich sein.

    Was mich so irritiert ist, daß sie ihre eigenen Fehler, Reaktionen und auch Böswilligkeiten wegwischt, ignoriert - als habe sie nie etwas gemacht -
    es ist schon richtig, dass wir beide in so einem Verhaltensmuster stecken. Aber wie durchbreche ich das?
    Ich finde das so schwer, weil sie wirklich immer mit Liebesentzug droht (und damit durchgekommen ist bisher). Ich bin dann stets voll glücklich, wenn sie zum 100.ten Male irgendwann ankommt und sich entschuldigt - bin sofort bereit, alles zu verzeihen - ich kann da gar nicht anders. Und im Grunde hat sie über die Jahre durch mein Verhalten jeglichenRespekt verloren.
    Da kann man wohl nichts machen.
    Ich bin nur unendlich traurig.
    Danke euch.
    Betty
     
  8. LilliB

    LilliB Benutzer

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    Hallo Betty,


    Doch da kannst du ganz gewiss etwas machen. Und du hast es ja oben bereits selber schon gesagt was dich stört. Nämlich dass sie endlich einmal für ihre Fehler und Handlungen gerade steht.

    Wenn dich die Sache mit der Schwangerschaft trifft und du ihr Verhalten, ihre Unvorsichtigkeit (in diesem Fall dann wohl die Verhütung) nicht gutheißt, dann sage ihr das. Sage ihr wie du dich dabei fühlst. Sage ihr dass du wütend auf sie bist oder gar enttäuscht... Teile ihr deine Empfindungen mit. Auch wenn sie dir mit Liebensentzug droht und es gar durchsetzt, bleibe hart. Sie wird sich darüber Gedanken machen und sie wird früher oder später wissen dass du in diesem Moment recht hattest und dich vielleicht auch verstehen.

    Und ich würde ihr auch nicht bei der Lüge helfen jedem zu erzählen, sie hätte das Kind verloren. Das wäre für deine Tochter einmal ein guter Anfang für Dinge, die auch sehr unangenehm und schmerzlich sind, die Verantwortung zu übernehmen. Sie hätte eine Schwangerschaft verhindern können. Sie ist alt genug um zu wissen wie man eben nicht ungewollt schwanger wird. Dann sollte sie auch jetzt dazu stehen wenn sie dieses Kind abtreibt und die Konsequenzen tragen.

    LG
    Lilli
     
  9. Halleluja

    Halleluja Erfahrener Benutzer

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    Liebe Betty,
    Ich bin selbst noch ein Kind, also hat mir der Text über deine Tochter sehr angesprochen.
    Vielleicht interpretiere ich sie ganz falsch, vielleicht liege ich auch richtig. Ich kann nur sagen, dass ich siese Wut, diesen Hass, kenne. Gegen meine eigene Mutter.

    Es gibt so viele Momente, in denen ich ihr am liebsten einfach den Hals umgedreht hätte. Wenn sie mit meinem Vater redet, ich dir Abscheu in ihrer Stimme höre. Für das, was sie ihm antut.
    Der Hass, wenn sie immer nur das Beste von mir erwartet, egal wie ich mich dabei fühle.
    Wenn sie sagt, ich würde sie nicht mögen, nur weil ich ein Wort gegen sie sage. Obwohl sie das doch ständig tut!
    Die Wut, weil sie will, das ich erwachsen handle, ich aber noch ein Kind bin. Sie nimmt mir die Kindhrit. Will mich größer machen, als ich bin.
    Das staut sich auf und wird weiter und weiter zu einem großen Klumpen Verachten. Weil beide zu stur sind um nach zu geben. Weil jeder nur die Fehler des andern sieht. Vielleicht sollte ich nachgeben, aber dann würde sie es trotzdem nicht nachtun.
    Und trotz all dem, liebe ich sie. Weil sie meine Mama ist, und ich ihr in vielen Dingen auch ähnlich bin.

    Kommt dir das bekannt vor?
    Meine Mutter hat mich auch schon ein paar mal geohrfeigt... aber sie bereut es nicht. Sie sagt, dass das manchmal nicht schadet. Solange es dabei bleibt.

    Aber ich werde stärker, und vielleicht werde ich mal gleich aggieren wie deine Tochter.

    Doch ich glaube, ich bin nicht ganz wie sie. Vielleicht hilft das Machtwort der Mutter ja wirklich, wer weiß?

    Glg deine Lou
     
  10. Betty

    Betty Benutzer

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    Machtwort???

    Liebe Lou,

    es ist tatsächlich interessant, von dir die Sicht einer Tochter zu lesen.
    So wie du diese Gefühle gegen deine Mutter hegst, hat sie die vielleicht auch gegen dich? Ich meine, jede Mutter kennt die Momente, in denen sie, genauso wie du es umgekehrt formulierst, ihr Kind einfach nur verflucht,weil es mit seinen Provokationen Gott weiß was erwartet und herausfordert.
    Dennoch liebt sie ihr Kind und würde es nicht fallen lassen.
    Das kann ich jedenfalls von mir sagen.

    Ich brauche kein "Machtwort" - ich will keine Macht, ich möchte einen gegenseitigen respektvollen Umgang und der ist nicht gegeben bei uns. Und das ist schon das Mindeste, finde ich, was man als Mutter erwarten kann.
    Einen gescheiten Umgang fordert ihr Kinder doch auch für euch, oder nicht?

    Ich habe lange über deinen Text nachgedacht und mir überlegt, wo ich dieses Anti-Mutter-Denken gefördert habe. Da gabs bestimmt genug Situationen, in denen ich ihr nicht gefiel. Sie hat sich für mich geschämt, weil ich beispielsweise in ihren Augen nie so doll geputzt habe.
    Hat sie recht. Ich hatte immer drei Kinder und Beruf (Vollzeit) und einen Mann, der wie mein 4. Kind war. Und vor dieser fast 20jährigen Ehe hatte ich meine Tochter und auch meinen Beruf, denn ich war mit ihr alleine und mußte für unseren Unterhalt sorgen. Da stand das Putzen hinten an. Es war also unordentlich. Ihr Zimmer sah ein Leben lang so aus (ähnlich wie heute ihre Wohnung) wie eine Müllhalde. Das hat sie komplett ausgeblendet.
    Sie fand mich auch doof, wenn mein Mann und ich uns mal gestritten haben. Auch wenn es dabei mitunter auch um sie ging und ich sie in Schutz genommen habe.

    Wie gesagt, es gäbe mit Sicherheit ähnlich viele Situationen, so wie du es auch beschreibst. Aber ihr sagt einfach, ich hasse die - dass die Liebe zu euch aber auch schwer erarbeitet ist und für eine Mutter oder Vater bedeutet, viel auf- und hinzunehmen, habt ihr gar nicht auf dem Schirm, oder?

    Ich habe sicher vieles falsch gemacht, war inkonsequent, war manchmal zu naiv, war auch bequem - was weiß ich noch.
    Dennoch bin ich im Augenblick total verletzt, sehr enttäuscht und ja - ich schäme mich auch für das Verhalten meiner "erwachsenen" Tochter.

    Betty
     
  11. Halleluja

    Halleluja Erfahrener Benutzer

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    Ja, aber es gibt so keinen Respekt. Respekt hat man nur vor jemandem, der auch gewisse Macht besitzt. Und wenn es die Macht ist, immer freundlich zu sein.
    Aber ich glaube, dass du etwas strenger mit deiner Tochter sein musst. Du darfst ihr nicht so viel Spielraum lassen, sonst nutzt sie das aus.
    Ja ich verstehe sie. Egal ob du sie verteidigst oder nicht, wenn die Eltern streiten ist das die große strafe für die Kinder. Das weiß ich nur all zu gut.
    Und das mit dem putzen verstehe ich auch. Kinder brauchen Eltern die sie Kinder sein lassen. Die einfach die großen sind, die alles regeln, alles putzen und ordnen, damit man sich darüber selbst keine Gedanken machen muss.
    Ich weiß sehr wohl, dass Eltern viel für ihre Kinder opfern müssen, aber das ist umgekehrt genauso.
    Glg deine Lou
     
  12. Betty

    Betty Benutzer

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    ...Repekt und Macht...

    Liebe Lou,
    ich freue mich echt, dass du mir so offen antwortest. Ich kann das wohl nachvollziehen, dass ihr so etwas braucht. Wahrscheinlich ist es so, dass es, sobald Eltern irgendwo auch Schwächen erkennen lassen, nicht gut für euch, kann das sein? Das ihr irgendwo auch enttäuscht seid, wenn das "Vorbild" nicht so reagiert oder funktioniert, wie ihr es erwartet?

    Respekt hat aber für mich nicht nur etwas mit Macht zu tun. Ich bin ein Mensch, der dies und das gelernt hat, der dieses und jenes im Leben durchmachen mußte oder erfahren hat, der diese und jene Ziele hatte, was es auch immer ist - ich bin ein Mensch genau wie du - und ich habe Respekt verdient, genauso wie du, einfach, weil du bist.

    Respekt - nur aufgrund von Macht - ist für mich kein Respekt, sondern hat eher etwas mit Angst zu tun. Und das würde ich ganz furchtbar finden. Ich will nicht, dass meine Kinder Angst vor mir haben, dann würde ich doch lieber keinen Kontakt mehr vorziehen. Ich liebe diese Menschen, weißt du!!

    Liebe Grüße
    Betty
     
  13. Betty

    Betty Benutzer

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    96
    ...ach ja

    ..noch etwas...ich weiß, das Streitigkeiten unter Eltern für Kinder, die es mitgekommen, richtig schlimm sind. Ich habe das selbst als Kind miterlebt. Mein Vater hatte ein großes Alkoholproblem und meine Eltern stritten sich laut, jeden Freitag nachts.
    Ich weiß, wie schlimm es ist und was man als Kind durchmaxcht.

    Dennoch weiß ich heute, dass meine Eltern niemals im Sinn hatten, mich zu verletzen, sondern sie waren selbst in einer voll üblen Situation. Wie könnte ich sie heute hassen dafür? Ich könnte sie heute dafür hassen, wenn sie heute nicht dazu stünden, dass schon.

    Viele Dinge in meinem Leben habe ich später nicht entschieden, weil mein Vater ein Problem hatte. Auch wenn mich der ganze Mist später belastet hat, haben diese Dinge doch meine persönlichen Entscheidungen nicht beeinflusst.

    Liebe Grüße
    Betty
     
  14. Halleluja

    Halleluja Erfahrener Benutzer

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    Liebe Betty,
    Ja, das stimmt. Wenn Eltern Schwäche zeigen, dann bekommen Kinder Angst. Für sie sind die Eltern die starken, und wenn aber plötzlich die Kinder die Starken sein müssen, fürchten sie sich. Und diese Angst macht Wut. Wut, dass man als Kind stark sein muss.

    Ich fürchte, dass du den Respekt zu deiner Tochter nur langsam aufbauen kannst. Das hast du anscheinend als sie Kinder waren versäumt. Mir kommt deine Tochter sehr stark vor. Sie denkt, dass sie auch ohne dich Leben kann, andererseits liebt sie dich, schließlich bist du ihre Mutter.
    Ich glaube sie ist sehr unsicher und muss sich erst austesten. Sie weiß noch nicht so ganz, wer sie selbst ist. Diese Verunsicherung lässt sie dann vermutlich auch an dir aus, weil du sie am besten kennst, und du hinter ihren Wurzeln steckst.
    Niemals meinte ich, dass sie sich vor dir fürchten sollen! Nein, nur kommt mir deine Tochter wie ein Mensch vor, der aufstand macht, seine Macht testet, aber wenns ernst wird, dann schreckt sie zurück. Siehandelt in Wut und bereut es später. Aber sie ist zu stolz um das zuzugeben.
    Ich glaube du musst ihr bewusstmachen, dass sie nicht so mit dir umgehen kann. Dass sie dich verletzt und sie das nicht verdient hat. Und gleichzeitig musst du ihr sagen, dass du sie doch liebst.
    Vielleicht wird sie dich anschreien, dann musst du ruhig, aber stark bleiben. Doch du kannst dir sicher sein, dass sie darüber nachdenkt. Lass ihr dann soviel Zeit, bis sie sich wieder meldet. Und lass dir ja keine Schuld zuschieben!

    Ich glaube du bist ein besonderer Mensch, du bist immer freundlich und zuvorkommend. Sehr passiv. Die meisten Kinder verabscheuen ihre Eltern dafür, dass sie streiten. Das tut ihnen weh, weil es ja beide ein teil von dem Kind sind. Dass ist, als würde sich der Geist in zwei Teile teilen, die miteinander streiten.

    Ich finde, dass das ein sehr wichtiges Thema ist, und hoffe dass ich dir helfen kann...
    Glg deine Lou
     
  15. Betty

    Betty Benutzer

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    Respekt aufbauen

    ...ich fürchte, da hast jetzt du recht. Ich habe das früher schon versäumt, dass muss ich zugeben. Habe irgendwann versucht, mehr Freundin als Mutter zu sein und zu spät festgestellt, dass das nicht das ist, was eine Tochter unbedingt will.

    Aber ich glaube auch nicht, dass ich den jetzt noch aufbauen kann. Sie ist 25 Jahre alt und ich habe das Gefühl, sie mag sich selbst überhaupt nicht. Und verantwortlich für ihre eigene Unzufriedenheit macht sie am Liebsten mich -
    möglicherweise weil sie im Innern weiß, dass ich sie sowieso liebe, verstehst du?
    Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sie sich auch in der jetzigen Situation überhaupt nicht gut findet.

    Es ist schon schwierig, echt. Im Moment komme ich an sie nicht heran und etwas in mir will es auch jetzt gar nicht. Ich selbst brauch genauso Zeit wie sie. Das ist schon so.
    Ich bin auch ziemlich sicher, dass sie genau weiß, welche Hebel sie bei mir ziehen oder drücken muss - sie weiß, dass und wie sie mich trifft.
    Ich will nicht, dass irgendwann eine Tür (und wenn es meine ist!) komplett zuschlägt. Die Nachrichten, die sie mir geschrieben hat, sind voll böser Beschimpfungen - solcher Art, wie ich sie niemandem schicken würde - ich sei das Letzte und für sie gestorben usw usw... das sitzt schon, auch wenn ich weiß, dass sie sehr wahrscheinlich selbst darunter leidet.