Probleme in der Schule und Zuhause

Dieses Thema im Forum "Kinder, Erziehung" wurde erstellt von Milli, 12 Dezember 2015.

  1. Milli

    Milli Neuer Benutzer

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    Ich heiße Milena,bin mittlerweile schon fast 16 Jahre alt und hab mit einigen Dingen zu kämpfen und hoffe, hier Hilfe zu finden.
    Am Anfang der Sommerferien bin ich in eine andere Stadt gezogen da meine kleine Schwester unbedingt ein eigenes Zimmer brauchte. Sie war zu dem Zeitpunkt circa 3 Monate alt.
    Ich war also gezwungen, mein altes Leben und meine Freunde hinter mir zu lassen und sogar eine andere Schule zu besuchen.
    Ich konnte mich bis jetzt kein Stück in der Schule einleben.
    Ich werde von Schülern und Lehrern beleidigt, aber da bin ich leider kein Einzelfall.
    Natürlich habe ich meine Eltern darüber in Kenntnis gesetzt,es hieß auch, ich solle die Schule wechseln aber alles geriet in Vergessenheit.
    Sowieso habe ich das Gefühl,dass meinen Eltern alles egal ist außer meine schulischen Leistungen, dass ich keinen Mist baue und das ich stehts alles erledige, was mir aufgetragen wird.
    Das meiste ist nur zum Wohl des Babys. Darauf ist die meiste Aufmerksamkeit meiner Eltern gelenkt.
    Ich bin der Meinung,es ist normal,dass das Baby etwas mehr im Vordergrund steht aber nicht in solchem Ausmaß.
    Fazit ist: In der Schule bin ich ein kompletter Aussenseiter und Loser und Zuhause bekomme ich keine Aufmerksamkeit.
     
  2. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Drei »Baustellen« auf einmal...

    Hallo, liebe Milena!

    Ich sehe gerade, dass es nun schon über einen Monat her ist, dass Du Deinen Eintrag hier ins Forum gesetzt hast, und bislang hat Dir noch niemand geantwortet. Jetzt will ich das gerne nachholen. Es kann ja schon traurig machen, so gar keine Antwort zu bekommen…

    Das ist wirklich keine schöne und angenehme Zeit für Dich. In so vielen Bereichen sollst Du in diesen Monaten gleichzeitig »zurückstecken«. Vielleicht lässt sich Dein Hauptgefühl zur Zeit so zusammenfassen: »Ich habe das Gefühl, dass nirgends Platz für mich ist.« Deine Freudinnen, Deine Freunde hast Du wegen des Umzugs hinter Dir lassen müssen, in der neuen Schule kannst Du Dich auch noch nicht vertraut und wohl fühlen, und zuhause, gerade zuhause, zieht Deine kleine Schwester als Baby alle Aufmerksamkeit und Energie Deiner Eltern auf sich. Da hat es nun aber wirklich den Anschein, als könntest Du zur Zeit echt nirgends »landen«. Wie ein Flugzeit, das partout keine Landeerlaubnis bekommt, sondern immer nur in der Luft kreisen muss und nichts als abwarten und aushalten kann… Ja? So ähnlich? Was meinst Du?

    Jetzt ist aber seit Deinem Eintrag schon mehr als ein ganzer Monat vergangen. Weihnachten lag dazwischen, und natürlich auch Silvester. Bald gibt es Zeugnisse, und auch sonst, könnte ich mir vorstellen, hat sich seither eine ganze Menge ereignet. Wir haben sich denn Deine Kummerthemen bislang seit Mitte Dezember entwickelt? Wie würdest Du das beschreiben?

    Viele schöne Grüße!
    Achim
     
  3. Milli

    Milli Neuer Benutzer

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    Es hat sich bisher kaum was geändert bis auf eine Sache.
    In meiner neuen Schule habe ich eine Bekanntschaft gemacht, die ich nun auch bereue.
    Die Person die ich kennengelernt habe war anfangs ziemlich nett und ich dachte, ich könnte mich mit ihm anfreunden aber dieser Mensch hat auch seine eigenen Probleme die sie an mir auslässt und sich damit als richtiger Sadist beweist.
    Ich werde von ihm oft beleidigt und körperlich verletzt und niemanden scheint es zu interessieren da Ignoranz bei vielen Lehrern und Mitschülern normales verhalten ist.
    Erst heute wurde mir von ihm der rechte Arm verstaucht.
    Ich hab jetzt schon oft versucht von ihm weg zukommen aber es funktioniert aus irgendwelchen gründen auch immer nicht!
    also steh ich jetzt wie vorher einsam da und werde nochmal ein wenig mieser behandelt.
     
  4. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Nicht alleine dastehen müssen

    Liebe Milena!

    Natürlich ist es keine Frage, dass man schwierige Probleme haben kann. Aber sie an anderen auszulassen, macht ja nur alles noch schwieriger. Du musst Dir das nicht gefallen lassen, überhaupt nicht. Niemand hat das Recht, Dich zu bedrängen und schon gar nicht, Dich irgendwie körperlich zu verletzen. Wenn andere das nicht bemerken, dass Du Hilfe brauchst, weder Schüler noch Lehrer, dann muss man ihnen das sagen.

    Bestimmt gibt es an Deiner Schule aber auch einen VertrauenslehrerIn. Ganz sicher aber kannst Du auch zu Deinem Klassenlehrer, Deiner Klassenlehrerin gehen. An die kannst Du Dich aber selbstverständlich ebenfalls jederzeit wenden. Außerdem fallen mir natürlich automatisch auch Deine Eltern ein. Meinst Du, dass Du ihnen vielleicht sagen könntest, dass Du Dich von diesem bestimmten Jungen so genervt und bedrängt fühlst? Was meinst Du? Ich denke jedenfalls, es ist wichtig, dass Du das Gefühl haben kannst, nicht alleine dazustehen.

    Ganz viele Mutmach-Grüße!
    Achim
     
  5. Milli

    Milli Neuer Benutzer

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    Es ist ja nicht so als hätte ich nicht alles versucht.
    Meine Mutter meinte, ich sei selber schuld an meiner Lage. Mein Stiefvater hält sich aus der Sache zum Glück raus.
    Ein Gespräch mit meiner Klassenleitung und dem Vertrauenslehrer hatte ich auch aber beides ist gescheitert.
    Meine Klassenlehrerin scheint die Situation,in welcher ich mich befinde egal zu sein,sie sagte nur ich soll einfach mal schauen und abwarten.
    Der Vertrauenslehrer hat die Schuld auch wieder nur auf mich geschoben,hat keine Lösungsvorschläge gemacht aber mir stattdessen zu professionelle Hilfe oder Kampfsport geraten.
    Mittlerweile mache ich nun Kung-Fu aber das bringt mir nichts, da die Leute in meinem Umfeld auch daran irgendwie was finden um mich aufzuziehen.
     
  6. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Das Gespräch suchen

    Liebe Milena!

    Das ist ja ganz schön frustrierend, stelle ich mir vor, gewissermaßen alles in Bewegung zu setzen und aber die Erfahrung machen zu müssen, dass sich eigentlich niemand so richtig für Dich interessiert. Anscheinend ist es niemandem wirklich wichtig, dass es Dir gut geht: So muss es sich doch eigentlich für Dich anfühlen, oder? Und das ist ja dann nicht nur frustrierend, sondern das tut richtig weh.

    Ich find’s toll, dass Du Dich für Kung Fu entschieden hast und kann mir gut vorstellen, dass das etwas sehr Wichtiges für Dich ist – ganz unabhängig davon, wie adere darüber reden, daran herumkritteln oder es bespötteln. Lass sie reden… Dennoch muss Deine Gesamtlage ja verändert, verbessert werden, und ich glaube, dass Gespräche darüber noch immer das beste Mittel sind – auch dann, wenn die bisherigen eigentlich im Großen und Ganzen ja eine ziemlich große Enttäuschung für Dich gewesen sind. (Das lässt sich ja ganz klar aus Deinem letzten Eintrag hier ablesen.) Wenn ich noch einmal lese, was Du geschrieben hast, dann scheint mir Deine Klassenlehrerin noch immer am zugänglichsten von allen zu sein. Denn niemand hat ja gesagt, wie lange Du »abwarten« sollst, bis Du Dich noch einmal neu meldest. Könntest Du Dir denn vorstellen, noch mal mit ihr zu reden – und ihr dabei auch durchaus deutlich genug klarzumachen, wie schlimm es eigentlich wirklich für Dich ist. Möglicherweise ist ihr einfach noch gar nicht so richtig bewusst, wie sehr Du in Wahrheit leidest und dass Du jetzt eigentlich an dem Punkt bist, dass Du nicht mehr warten kannst, dass irgendetwas von alleine passiert oder sich bessert. Das ist es jedenfalls, was sich für mich noch am ehesten aus dem ableiten lässt, was Du vor ein paar Tage erzählt hast. – So weit erstmal? Schreib einfach jederzeit wieder; ich will auch gerne versuchen, etwas schneller mit dem Antworten zu sein.


    Viele liebe Mutmach-Grüße!
    Achim
     
  7. Milli

    Milli Neuer Benutzer

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    Jetzt ist schon wieder Zeit verstrichen und es ist alles wie vorher wenn nicht sogar noch schlimmer. Ich habe deinen Rat befolgt aber es lief aufs selbe hinaus,und mal so angemerkt hab ich das Gefühl,dass die Lehrer sich da so ziemlich drüber amüsieren wenn sowas passiert. Ich kann noch so sehr in der Schusslinie sitzen und fertig gemacht werden bis ich Bauchweh bekomme,die Lehrer machen nichts. Einige grinsen sich dabei noch einen,was ich persönlich ziemlich dreist finde.
    Also bleibt das wahrscheinlich jetzt so,das ich die nächsten 1 Einhalb Jahre an dieser Schule auf mich allein gestellt bin,weil anscheinend niemand mir beistehen möchte.
     
  8. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Eine Ebene höher

    Hallo, liebe Milena!

    Das sind ja erst mal keine guten Neuigkeiten, die Du da erzählst! Das muss man wohl erst mal so zugeben; das ist einfach so. Und ich kann gut verstehen, dass es Dich traurig macht und Dir große Schmerzen bereitet, erleben zu müssen, dass alle Deine Hilferufe einfach wie ungehört verhallen. Ich bin ziemlich sicher, dass das allen anderen auch so ginge. Selbstverständlich hast Du recht: Niemand hat irgendein Recht, sich über Deine Situation lustig zu machen. Und es ist überhaupt nicht verständlich, dass nicht nur andere in Deiner Klasse sich so verhalten, sondern auch die Lehrer Dich nicht ernstnehmen. Aber die Vorstellung, dass das für die nächsten Monate und sogar Jahre auch einfach so bleibt, ohne Veränderung, ist ja nun wirklich ebenfalls keine Perspektive. Keiner wird Dir ernsthaft raten können, Dich mit der Situation abzufinden, wie sie ist, und einfach nur still weiterhin zu leiden. Und dass es schon so weit geht, dass Du Bauchweh bekommst, das ist natürlich völlig unakzeptabel.

    Es ist nicht leicht, einen Weg zu finden, das stimmt. Aber was für einen? Irgendjemand muss Dich hören und anhören. Jemand muss Dir zuhören. Wenn niemand von den Schülern und niemand von den Lehrern (und: wenn niemand von Deinen Eltern), dann wohl aber jemand, der eine Ebene höäher steht: jemand von der Schulleitung. Das kann natürlich die Rektorin, der Rektor direkt sein. Aber eigentlich arbeiten in der Schulleitung immer mehrere Personen, die Verantwortung für die Schule haben. So wie ich das sehe, bietet sich dieser Weg zumindest an. – Was denkst Du dazu? Schreib einfach wieder, wenn Du möchtest. Gut?


    Ganz viele liebe Mutmach-Grüße schick ich Dir!
    Achim