Sucht

Dieses Thema im Forum "Probleme mit Sexualität" wurde erstellt von Nowhere Safe, 1 November 2016.

  1. Nowhere Safe

    Nowhere Safe Benutzer

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    Olching
    Ich halte es einfach nicht mehr aus. Ich koennte mich den ganzen Tag selbstbefriedigen. Es ist beinahe pausenlos so ein Druck da egal wo ich bin oder mit wem ich rede. Ich wuerd mich am Liebsten beschneiden lassen aber das ist ja in Deutschland leider illegal. Ich hasse mich.
     
  2. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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  3. Kleinlok

    Kleinlok Erfahrener Benutzer

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    P.S. Da leider seit neuestem keine Berabeitungsfunktion mehr vorhanden ist, ist mein zwischengespeciherter Beitrag im vorhergehenden Post noch untauglich, kann aber nicht von mir verändert werden, Sorry- am besten er würde von den Administratoren gelöscht. Hier ist nun die fertige Version:

    Liebe Nowhere Safe,

    Es braucht sicher viel Mut- vielleicht auch den Mut der Verzweiflung- sich zu solch einem auch heute noch eher tabuisierten Thema zu äussern. Dass du den Mut zu deinem Beitrag aufgebracht hast, dafür möchte ich dir Respekt zollen.

    Dein Selbsthaß, von dem du sprichst, mag eine verständliche Reaktion sein, nur hilft dir dieser nicht weiter. Eigentlich gibt es keinen wirklichen Grund dich zu hasen- du hast dir diessen Zwang zur Selbstbefriedigung nicht ausgesucht, genausowenig wie du dafür verantwortlich bist, dass wir Menschen in aller Regel als sexuell interesierte Wesen veranlagt sind.

    Selbstbefriedigung ist deswegen zunächst einmal ein nichs perverses, wie sie jahrhundertelange dargestellt wurde und teils heute noch wird, sondern eher eine natürliche Folge des menschlichen sexuellen Interesses. Wenn die Neigung zur Selbstbefriedigungl den ganzen Tag über sehr hoch ist und deswegen auf dir ein pausenloser Druck lastet, dann kann das für dich und dein Selbstbewusstsein sehr problematisch sein, ich kenne dieses Umstände aus eigener Erfahrung.

    Ich glaube nur nicht, dass dir eine Beschnediung da wirklich weiterhelfen könnte, Das sexuelle Verlangen sehe ich davon weitgehend unabhängig, das könnte also bedeuten, dass du nach einer solchen Beschneidung weuter sexuelles Verlangen spüren würdest und alles beim alten bliebe. Mit scheint dasProblem eher psychiologische Ursachen zu haben, so dass eine körperliche Veränderung mir als der falsche Weg erscheint. Da solltest du aber lieber auf die Meinung von Fachleuten hören, den aus der Ferne sind Diagnosen sehr fragwürdig.

    Dich scheint eine Art Suchtverhalten zu betreffen.

    Vielleicht helfen dir diese Informationen weiter, die ich hier gefunden habe:

    http://www.suchthilfe-magazin.de/wp-content/uploads/2013/02/images_pdf_der_suechtige_hirnstamm.pdf

    Im Fall von Ahängigkeitserkrankung finden im Laufe der Zeit wesentliche Veränderungen in den Hirnstammprozessen statt, die bei der Aufrechterhaltung und bei den Symptomen der Suchterkrankung eine gravierende Bedeutung haben. Ob in deinem Fall von einer Suchterkrankung gesprochen werden kann/muss, weiß ich nicht, aber deine betsändiges Verlangen könnte einer Vorstufe gleichkommen und auch für die könnte das folgende zutreffen. Zitat von der oben genannten Seite:

    "Der Hirnstamm hat die Funktion die lebenswichtigen körperlichen Prozesse zu steuern, der
    Hirnstamm arbeitet selbständig (autonom) und unterliegt im Wesentlichen nicht der Kontrolle des
    Bewusstseins (Großhirn). Die modernen Forschungsergebnisse der Neuropsychobiologie und der bildgebenden Verfahren legen die Vermutung nahe, dass es im Hirnstamm ein alteingesessenes Belohnungszentrum gibt, welches die Aufgabe hat, positive Gefühle bei den betroffenen Menschen zu erzeugen.(...) "

    Dieses Belohnungszentrum im Hirnstamm kann eineim biologischen Rahmen festgelegte Dopaminausschüttung auslösen, die beim betzroffenen menschen eine angenehmes Gefühl von gehobener Stimmung und Befriedigung auslöst. Das ist z.B. im Fall von Sport, sexueller Aktivität, beruflichem Erfolg und vielem möglich, dass wir bzw. unsere Psyche als für uns vorteilhaft sehen. Drogen könnene eine ähnliche Wirkung auslösen, wobei hier dann keine Rolle mehr spielen muss, ob diese Drogen biologisch vorteilhaft für uns sind.

    Das oben genanntes Belohnungszentrum existiert quasi schon seit einigen Millionen Jahre existiert uns ist für uns Menschen sehr relevant. Das kann vielleicht auch den enormen Einfluss erklären, der in diesem Zusammenhang auf unser Verhalten bestehen kann. Schon aus diesem Grund könnte die Wirkung einer Bescheidung nur wenig wirksam sein.

    Wenn wir die Folgen eines bestimmten Verhaltens als für uns positiv erleben , dann kann uns das zu einer Neuauflage dieses Verhaltens stimulieren, die Psychologen sprechen von einer "positiven Verstärkung".
    Die kann so effektvoll sein, dass sich ein Mensch dieser Wirkung nur schwer entziehen kann und das kann auch zu einermübersteigerten Ausmaßes dieses Verhaltens führen- was dein Problem zu sein scheint?

    Dein Problem ist für dich belastend, die Ursachen dazu sind aber gar nicht so unnatürlich. Insofern solltest du dich nicht selber dafür hassen, dass du diesem Problem ausgesetzt bist. Diese Selbsthass macht dich nur eher klein und schwach und das ist wenig nütze, um das benannte Problem zu lösen.

    Die benannte Übersteigerung kann dadurch unterstützt werden, dass sonst vielleicht eher wenig psoitive Wirkungen vom betreffenden Menschen erlebt werden. Wer beruflich wenig Erfolg hat, ein eher reizloses Leben führt wird die oben benannten Belohnungen sich möglicherweise an anderer Srelle beorgen, um da eine gweisse Kompensatuon zu bewirkebn und das kann dann zu einem starken Verlangen führen.
    Damit kommer der Gedanke der Ersatzbefriedigung ins Spiel, diese dient quasi als Ersatz für Sex, den man dann pft nicht mit einem Partner/in haben kann, diese Ersatzbefriedigung ist meist leicht vornehmbar, brauch keine Absprachen und muss nicht, kann aber dann zu einem gesteigerten Verlangen führen. Wenn die Befreidigung pro Akt dann in Folge etwas nachhääst (was natürlich wäre), dann kann das sazu führen, dass die Anzahl der Akte erhöht werden (sow ie Alkoholiker die Alk-Dosis steigern) um auf das subjektiv empfunde Gefühl einer maximalen Befriedigung zu kommen. Die dadurch entstehenden Anhängigkeiten sind vom Betroffenen nur schwer zu setuern, manchmal geht da gar nichts emhr eiegenstänbdig. Diese Art Hilflosigkeit, die daabei empfunden werden kann, ist schädlich für das Selbstwertgefühl und kann dann in so einer Aert Teufelskreis zu weiterer Unselbstständigkeit und Abhängigkeit führen.

    Deswegen versuche erst einmal dich zu entlasten und dich als Person anzunehmen, auch mit den Problemen, die dich aktuell betreffen. Das brauchst du um zu einer Stärke zu finden, um deinen Problemen entgegentreten zu können.

    Wenn du es erst einmal alleine versuchen willst, kannst du versuchen dir Limits zu setzen, die dich forden, aber dich nicht überforden. Versuche zumindest zeitweise gegen dein Verlangen anzugehen bzw. nur noch zzu bestimmten Zeiten oder in bestimmten Situationen diesem nachzugeben. Das kann sehr schwer fallen, aber wenn es zumindest zeitweise klappt, dann kann das das Ego bestärken und zuw eiteren Schritten ermutigen.

    Wenn du den Eindruck gewinnen solltest, dass das f+ür dich nicht taugt, dann könntest du dich an eine Sexualberatung wenden. Das erfordert wie oben gesagt Mut, aber du brauchst dich nicht füt etwas zu schämen, das vielleicht mehr Menschen betrifft, als wir wissen können.

    Ich wünsche dir viel Mut und Erfolg, Thomas
     
  4. Nowhere Safe

    Nowhere Safe Benutzer

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    71
    Ort:
    Olching
    Vielen Dank fuer Deine Antwort.
    War interesant.
    Die "Sucht" ist ein Bisschen besser geworden. Es ist auch so, dass ich vom Kopf her fast nie Sex haben will, nur körperlich.
    Ich habe mehrere schizoide Symptome und da gehoert dazu, das man nicht viel sexuelles Interesse hat.