Schule angst

Dieses Thema im Forum "Andere/r Kummer, Sorgen, Probleme" wurde erstellt von SarahMilena, 19 Juli 2018.

  1. SarahMilena

    SarahMilena Neuer Benutzer

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    19 Juli 2018
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    Hey Leute,
    das was ich jetzt schreibe, wird euch bestimmt bissi erschrecken oder so aber ich hoffe ihr könnt mir vielleicht ein paar Tipps geben oder mir helfen, weil ich weiß nicht was ich machen soll... und achtet bitte nicht auf Rechtschreibfehler.

    Also ich werde jetzt am 22.07 16 Jahre alt ich gehe schon länger nicht zur Schule seit über einem Jahr jetzt der Grund wieso ich nicht hingehe ist das ich totale angst habe ich weiß nicht mal so richtig wovor, aber ich habe einfach angst zur Schule zu gehen, wenn ich einfach gegangen wäre hätte ich jetzt meinen Abschluss aber meine Noten haben sich verschlechtert und ich habe auf nichts mehr Lust wirklich auf gar nichts würde am liebsten den ganzen Tag nichts tun nicht rausgehen nicht in die Öffentlichkeit nicht mit freunden treffen oder zum Pferd ich will einfach gar nichts mehr ich weiß nicht was mit mir los is :( es ist jetzt schon so weit das meiner Mutter, das teilsorgerecht oder wie man das nennt also für schule und so entzogen wurde. Das Jugendamt ist schon bei uns, die wollen mich inne Klinik stecken wir waren schon beim Familiengericht so aber, das was richtig dumm is ich habe noch keinem gesagt, das ich angst habe zur Schule zu gehen, die denken halt das ich einfach faul bin und nichts machen will aber so ist das nicht ich will ja aber ich kann nicht habe zu viel angst. Dazu kommt noch das ich immer häufiger traurig bin nur am heulen und nichts esse oder tinke oder denke das Leben is scheiße ich will nicht mehr und so Sachen mein Onkel ist vor einem Jahr an Krebs gestorben mein Hund wurde mir weggenommen ich habe sie über alles geliebt ich habe viel Stress in der Familie zu keinem nen richtigen Bezug kann mit keinem richtig reden usw.. Ich weiß einfach nicht was mit mir los is ich will nicht in eine Klinik, aber so wie es aussieht werde ich da bald hinkommen oder in Jugendarrest es werden immer mehr Probleme und ich komme, damit nicht mehr klar alle setzen mich unter druck ich war auch schon beim Psychologe aber, dem habe ich auch erzählt, dass ich einfach nur Schule wechseln will und das sonst nichts ist. Also ich muss nach den Ferien in eine andere Schule, wenn ich das nicht mache komm ich weg aber das will ich doch nicht ich weiß, dass ich Hilfe brauche, aber ich kann momentan nicht zur Schule gehen das geht einfach nicht ich würde jetzt gerne eine Therapie machen. Meine Frage kann ich auch, was anderes außer Schule machen also erstmal bis ich sozusagen "gesund" und die Therapie gemacht habe, weil Schule geht auf keinen Fall.
    Achso ja und ich habe Angst mit jemandem darüber zu reden habe schon immer alles in mich reingefressen weil es keinen so wirklich interresiert hat wie es mir geht.
    Tut mir leid wenn der Text etwas lang is aber ich weiß einfach nicht weiter wäre lieb, wenn ihr mir paar HILFREICHE Tipps geben würdet weil ich bin total verzweifelt.
    Lg Sarah
     
  2. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Hallo, liebe SarahMilena!

    Erstmal: Toll, dass Du den Weg hier ins Forum gefunden hast; ich freue mich, Dich kennenzulernen! Natürlich gibt es keine Garantie, dass jetzt sofort alles besser wird, aber an gleich drei Dingen habe ich sofort gesehen, dass das jetzt schon ein riesiger Schritt für Dich war, Dich hier zu Wort zu melden: Das erste, woran ich es sofort gesehen habe, war… die Uhrzeit. Du hast ja nämlich mitten in der Nacht geschrieben, und das bedeutet ja, dass Du wegen all dieser Probleme eigentlich überhaupt nicht schlafen kannst. – Das zweite war, dass Dein Eintrag so ausführlich ist. Ich hatte das Gefühl, dass Du Dir all das, was sich über so lange Zeit in Dir aufgestaut hat, einmal so richtig von der Seele geschrieben hast, oder? (Aber vielleicht hat es sich hinterher ja schon ein kleines, kleines bisschen leichter angefühlt.) – Und der dritte Punkt, an dem ich bemerkt habe, wie wichtig das für Dich (gewesen) ist, hier mal alles rauszulassen, war der Moment, in dem ich beim Lesen zu der Stelle gekommen bin, an der Du sagst: »Ich war auch schon beim Psychologen, aber dem habe ich auch erzählt, dass ich einfach nur Schule wechseln will und sonst nichts ist.« Daran habe ich nämlich gemerkt, dass Dir hier beim Schreiben etwas ganz Großes und Schönes gelungen ist – etwas, das ganz unerlässlich und unbedingt notwendig ist: die Wahrheit zu sagen. Weißt Du, ich habe mir überlegt: »So lange muss Sarah all diese jetzt schon Probleme aushalten! Und aus lauter Angst vor allem und vor allen kann sie eigentlich überhaupt nicht sprechen; ihr Mund ist wie zugenäht! Aber hier im Forum, und zwar heute Nacht, da hat sie geschafft, was ihr all die Monate über nicht gelingen wollte: zu reden!« Und wenn DAS nicht ein wahrhaft riesiger Schritt ist, was denn sonst sollte diesen Namen verdienen?

    Du hast ja geschrieben, dass Du zur Zeit eigentlich »am liebsten den ganzen Tag nichts tun« würdest, also wirklich gar nichts (das war noch so ein Moment von ganz großer Ehrlichkeit, wie ich finde!): nichts tun müssen, keine Erwartungen erfüllen müssen – und niemanden sehen müssen, der etwas verlangt, das Du tun sollst, der Bedingungen stellt und der vielleicht auch noch harte Worte sagt – nicht? Am liebsten würdest Du Dich ganz und gar ein-igeln, wie man so schön sagt, Dich also ganz eng und fest zusammenrollen und einfach nur warm und geschützt sein, stelle ich mir vor. Meinst Du, dass es das so ein wenig trifft? –

    Du hast nicht nur viel geschrieben, sondern Du hast es auch richtig gut geschrieben, wie ich finde, Sarah; in jedem einzelnen Satz steht etwas Wichtiges drin! Man kann gar nicht alles auf einen Schlag beantworten, und ich will für heute nur noch einen einzigen Deiner Sätze herausgreifen, und zwar diesen hier: »Ich weiß nicht, was mit mir los ist […].« Du hast so viel geschrieben, dass Du die Frage, die darin steckt, eigentlich schon selbst beantwortet hast. Eigentlich kann man nämlich ganz leicht darauf kommen, was mit Dir »los« ist; Du hast es selbst schon geschrieben:

    • Dein Onkel ist gestorben, und das tut noch immer so weh;
    • Deinen Hund hat man Dir weggenommen;
    • in der Familie ist niemand, dem Du Dich genügend nahe fühlst zum Reden;
    • Du kennst es eigentlich gar nicht anders, als immer alles in Dich »reinzufressen«,
    • niemand beachtet Dich wirklich und interessiert sich für Dich ist Dein Gefühl, aber
    • alle möglichen Seiten wollen etwas von Dir und setzen Dich unter Druck…

    Das ist, ehrlich gesagt, eine ziemlich lange Liste – und da soll Dir nicht zum Heulen zumute sein?! Im Gegenteil: Ich denke, das reicht bei weitem aus, um Dich so sehr, so tief traurig werden zu lassen, dass Du kaum noch essen und trinken willst!

    Vielleicht möchtest Du ja zurückschreiben. Und dann können wir ja noch ein wenig weiterreden – über das, was gewesen ist, in der Vergangenheit, und über das, was vielleicht in der Zukunft kommen kann. Gut?

    Jetzt erst einmal viele liebe Mutmach-Grüße!
    Achim
     
  3. SarahMilena

    SarahMilena Neuer Benutzer

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    Hallo Achim.
    Also erstmal riesengroßes dankeschön das du dir die zeit genommen hast mir zu Antworten hat mich sehr gefreut :) danke.

    Ja genau ich kann nicht mehr schlafen es belastet mich alles viel zu sehr und ja es hat auch gut getan hier zu schreiben und danke das du so lieb schreibst

    Genau du hast irgendwie mit allem recht und ich habe einfach angst vor dem was jetzt kommt. Ich weiß nicht ob das wichtig ist aber meine Mutter war mal alkoholikerin und hat immer neue typen angeschleppt die sie auch scheiße behandelt haben sie ist es jetzt nicht mehr und hat sich gebessert aber ich bin auch ohne Vater aufgewachsen das klingt jetzt krass un ich weiß nicht ob ich das so schreiben darf aber er hat sich damals als ich noch n baby war umgebracht. Jetzt fange ich an mir einen Vater zu wünschen er fehlt mir auch wenn ich ihn eigentlich nicht kannte.

    Ich habe ja in ein paar Tagen Geburtstag andere freuen sich drauf und ich hasse es ich will nich Geburtstag haben am liebsten würd ich den einfach abschaffen... ich will einfach das alles aufhört.

    Lg
     
  4. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

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    Liebe SarahMilena,

    gern geschehen – und wenn ich Dir gern geschrieben habe und Du es gern gelesen hast, was mir so zu alledem, was Du berichtet hast, durch den Kopf gegangen ist, dann ist es vielleicht ja erst einmal nicht grundverkehrt gelaufen, könnte man denken, hm? Jedenfalls ist dann wohl die Voraussetzung ganz gut dafür, dass Du vielleicht ganz gerne weiterhin lesen und schreiben möchtest, und das ist es ja schließlich, worum es in so einem Forum wie hier geht. ;-)

    Nachdem Du vorgestern geantwortet hast, bin ich wieder durchgegangen, was Du neu hinzugefügt hast. Um Deine Frage zu beantworten: Natürlich ist alles wichtig, was Du erzählt hast! Jedes Deiner Themen ist ein neuer Punkt, und das hier kommt dann ungefähr dabei heraus:

    • Du musstest mit ansehen, wie Deine Mutter, vielleicht Dein einziger wirklicher Halt in der Familie, von wechselnden Männern immer wieder schlecht behandelt wurde, und das vielleicht über Jahre hinweg;
    • Du musst irgendwie damit leben, dass Dein Vater eben nicht nur irgendwie ums Leben gekommen ist, sondern sich das Leben genommen hat;
    • und jetzt auch noch damit fertig werden, dass diese starke Sehnsucht nach einem Vater in Dir wächst und keine Ahnung hast, wie sich das entwickeln wird;
    • und eigentlich muss, denke ich, der inneren Ehrlichkeit und auch der rein äußeren Vollständigkeit halber auch noch das Problem mit Essen und Trinken mit aufgenommen werden.

    Wenn Du jetzt mal alle Punkte zusammenzählst, also zusammen mit den Punkten aus meiner ersten Antwort, dann kommst Du auf zehn. Es sind zehn, Sarah. Z-E-H-N! Na toll… Aber natürlich kommt es auf die reine Menge überhaupt nicht an, das ist natürlich klar. Dennoch ist es vielleicht einmal ganz sinnvoll, so eine Liste aufzustellen, weil sie einem ja doch ganz unmissverständlich klar vor Augen führt, mir genauso wie Dir, was alles »los« ist in Deinem Leben – und an wie vielen Stellen in Deinem Leben Du Kummer, Belastung, Angst und Sorgen hast. Zehn… Wie soll denn irgendein Mensch da noch wirklich atmen, lachen, leben, lieben und sich freuen können? Zehn… das ist jedenfalls viel, viel, viel zu viel ein Menschenherz!

    Vielleicht ist Dir aufgefallen, dass jenes Problem in dieser Liste fehlt, um dessentwillen Du vor ein paar Tagen eigentlich überhaupt hier im Forum geschrieben hast: die Schule. Und dass Du schon so lange nicht mehr hingehst. Ich habe das nicht etwa vergessen. Es klingt vielleicht seltsam in Deinen Ohren, aber ich sage: Die Schule, Sarah, das glaube ich sicher, ist nicht Dein Problem. Dass Du nicht mehr zur Schule gehen kannst, weil Du einfach nicht mehr die Kraft dazu hast – wen sollte das noch wundern, nachdem er diese Liste gelesen und sich dann einmal wirklich klar gemacht hat, was sie eigentlich für Deine Gefühle und Dein Leben insgesamt bedeutet? Die Schule ist nur das Äußere, an dem irgendjemand auch mal von außen endlich mal mitkriegen kann, wie Dir innerlich zumute ist. Aber sie ist nicht der Punkt, auf den es ankommt. Nein, ich bin sicher: Die Schule ist nicht das eigentliche Problem. Sondern Dein »Schwänzen«, wie irgendwer vielleicht sagen wird, also Deine »Schulverweigerung«, wie das offiziell heißt, ist das nur noch logische und konsequente Ergebnis dieser fürchterlich(en,) langen Liste da oben. Wenn das aber stimmt und ich das ich das also sozusagen mit der Gegenprobe zu Ende denke, dann kommt da umgekehrt heraus: Sobald die Problemliste in Angriff genommen wird und Du eine echte, ehrliche Erleichterung spüren kannst, der Du vertrauen kannst, wird die Chance, dass Du wieder Lust auf Lernen und auf den Kontakt mit anderen in der Schule hast, wieder steigen. Vermutlich sogar zum Zugucken deutlich. ;) Behaupte ich jetzt einfach mal. –

    Jetzt zum Schluss habe ich noch eine ganz andere Frage, Sarah, und die hat mit Namen zu tun. Ich habe natürlich gesehen, dass Du als Usernamen zwar »SarahMilena« gewählt, aber dann am Ende nur mit »Sarah« unterschrieben hast. Und meine erste Frage ist jetzt, ob Du wirklich einen Doppelnamen trägst und den zweiten dann am Ende halt einfach weggelassen hast oder ob »Milena« vielleicht eine andere Bedeutung für Dich hat.
    Und die zweite Frage hat mit Deinen Tieren zu tun. Wie heißt Dein Hund, den Du so »über alles geliebt« hast, wie Du geschrieben hast – und wo ist er jetzt gerade, wenn Du ihn nicht behalten durftest? Und dann hast Du hast Du ja noch (D)ein Pferd erwähnt – wie heißt es? Vielleicht kannst Du ja mit ein paar Sätzen Deine Beziehung zu den beiden beschreiben. Das fände ich schön!


    Viele schöne Grüße zum Wochenende!
    Achim