Sinnlos fühlen, Geringschätzung

Dieses Thema im Forum "Arbeitswelt" wurde erstellt von Seelenfinder, 10 August 2018.

  1. Seelenfinder

    Seelenfinder Neuer Benutzer

    Registriert seit:
    10 August 2018
    Beiträge:
    9
    Guten Tag,

    ich bin neu hier und hoffe Antworten zu finden, die tiefer gehen.
    Ich möchte gerne einiges los werden und einfach mal drauflos erzählen.

    Zur besseren Verständlichkeit, fange ich wohl eher vorne an.
    Ich habe einen Choleriker als Vater dem nie etwas schnell genug gehen konnte und auch geschlagen hat.
    Ein paar mal mich und später meine Mutter, bis sie ausgezogen war und mich bei ihm ließ.
    Da war ich gerade in der Ausbildung und musste nebenebei aufpassen, der er sich nichts antat.

    Meine Ausbildung litt zum einen darunter, das ich noch recht jung war und ohne Auto nur schwer zur Arbeitsstelle kam (mit dem Bus und Rad meist etwas zu spät). Zudem der Druck der strengen Ausbilderinnen und zu Hause obendrein.

    In der Schule wurde ich eigentlich immer gemieden. Mit jemanden der ruhig war, konnte keiner etwas anfangen. Da ich weder Rauche, noch Alkohol trinke und auch sonst nicht den Unfug der Anderen mitmachte, war ich schnell der Außenseiter, der dann statt zum Fußball, lieber zum Karate ging.
    Hier lernte ich schon mit 6 Jahren, Disziplin, Härte und Großmütigkeit.
    Laut meinen Eltern wollte ich nie Sprechen und meine Eltern wollten mich als Kleinkind "Einweisen", weil sie mit mir nicht klar gekommen wären.
    Ich ging meinem Kampfsport nach, fühlte mich dort wie in einer richtigen Familie geborten und wertgeschätzt.
    In der Schule musste ich auf die Hauptschule und fand es sehr grässlich dort. Viele schreiende, agressive und diskiminierende Schüler, die ein beim Lesen, immer ausgelacht hatten, so das man irgendwann gar nicht mehr den Mund öffnen mochte und nur noch still im Unterricht saß.

    Letztendlich kam die 9 Klasse und die sich etwas ungepflegt ausdrückenden Schüler, verließen die Klasse und Schule. Ich ging weiter auf die 10 Klasse und durfte meinen Realschulabschlus mit einigen anderen machen.
    Dort war endlich genügend Ruhe, um seine eigenen Gedanken hören zu können und ich bekam häufiger lob von den Lehrern. Es genügte zwar nur für ein 2,x doch für vorher 4 und 5, eine deutliche Verbesserung in einer höheren Klasse.

    Mit 21 war die erste Ausbildung längst abgeschlossen, meine erste richtige Freundin wollte das ich wegzog und ich stand weitestgehend, wie man sagt, auf eigenen Beinen.

    Ich versuchte aus Gründen der Arbeitslosigkeit (damals galt, mit 21 am besten 10 Jahre Berufserfahrung mitzubringen), mein Fachabitur aus der Perspektivlosigkeit. Leider schaffe ich es nur knapp nicht. Ich ham mir vor es noch mal zu Versuchen und dieses Mal auch etwas dafür zu tun. Dies tat ich, mehr den je, doch es war eine andere Schule und die Klasse ähnelte eher der Hauptschule von damals. Ein großteil arabisch stemmiger Männer, die mehr damit beschäftig waren die Lehrer und wenigen deutschen Frauen einzuschüchtern, als etwas dem Unterricht beizutragen.

    Letztendlich klappte es nicht, da man mit zweierlei Maß gemessen hatte. Das nahm mich sehr mit, etwas hatte nicht geklappt, trotz sich sehr reinzuknien. Die Ungerechtigkeit der Lehrer, hatte mich lange mitgenommen, da meine Träume damit zerplatzten.

    So machte ich aus der Perspektivlosigkeit eine zweite Ausbildung, damit ich eines Tages "Prestige" durch meine Arbeit erlange und wertgeschätzt werde und niemand über mir steht, der nur eine gehobene Meinung über jemanden hat.

    Man sagte mir, das 900 Personen für die Ausbildung in Frage kommen. 300 sollten einen Test mitmachen. 60 auf zwei Klassen wurden genommen. Davon hielten 20 - 24 Schüler durch. Ich war einer davon.
    Da die Ausbildung mehr Schulisch war, als Praktisch und wir keine Noten bekamen und nur die Abschlussprüfung wichtig war, hatte ich nicht den selben Druck des Meldens, wie in der Schule.
    Das letzte halbe Jahr lernte ich bis rum 21:15, dann vielen mir die Augen zu.

    So zog ich mein Leben durch, ging zum Kampfsport, ging zur Ausbildung und lernte für eine gute Zukunft.
    Man sagte uns, das sei die schwerste und umfangreichste Ausbildung die man als Kaufmann machen konnte, da von allen anderen Berufen und sogar Studienfächer Teil davon waren.

    Wir waren alle fertig und warteten auf unseren Einsatz, doch dieser kam nie. Das Jobcenter hatte keine Arbeit, die Aufträge blieben aus und wir sollten nur noch aus der Statistik, also Mobbte man uns aus der Stadt.

    Ich war schon nah der Verzeiflung, meine Freundin hatte sich getrennt, der TV-Anschluss wurde schon gekappt und nicht mal Internet hatte ich zu Hause. Bemühte mich jeden Tag um Arbeit, habe ein ordentliches Auftreten und eine ernste doch freundliche Ausdrucksform. Doch nicht einmal eine 400 Euro Stelle konnte ich bekommen.
    Ich bekam nach sehr vielen Bewerbungen eine Stelle, bei der ich bereits mein Ausbildungsspraktikum machte.

    Das war meine Vergangenheit.


    Bei der Stelle ging es um Vertretung. Einige Mitarbeiter seien auf längere Zeit erkrankt (Nervlich soweit ich später erfuhr).
    Da ich nie gerne Telefonieren mochte und auch Angst vor Fehlern mit einer Kasse hatte, streubte mich der Gedanke, das beides damit zusammen hing.

    Doch da ich keine große Alternative hatte und nur den Ausblich auf das Mobbing des Jobcenters, nahm ich halt an.
    Beim Gehalt hatte ich kein Mitspracherecht. Ich wurde befristet und auf reduzierte Stunden eingestellt, zudem wurde ich eher als notweniges Übel für den Geschäftsführer angesehen. Erst respektierte ich ihn nicht, da ich es nicht schätze, von oben herab betrachtet zu werden. Eine Kündigung war mir lange Zeit gleichgültig.

    Ich wurde dann an zwei Positionen gleichzeitig eingesetzt. Vormittags als Vertretung für den Empfang und Nachmittags in der Disposition. Da mir die Zeit nach wenigen Monaten zu lang wurde und die Aufgaben zu gering forderten, ging ich zur Geschäftsführung und wies ihn darauf hin, das ich gerne mehr zu tun hätte.
    Daraufhin, fertigte ich zusätzlich Statistiken an, halt im Vertrieb mit und wurde noch mit der Qualitätsprüfung beauftragt.
    Das war erst mal so in Ordnung. Die Wetterbedingungen und mein eiserner Wille, haben mich so manches Klima durcharbeiten lassen. Doch irgendwann wurde ich unzufriedener. Es kamen immer mehr Aufgaben dazu, ohen das ich danach fragte. Alles musste immer schneller und kurzfristiger abgearbeitet werden. So hatte man oft Aufgaben die 1 - 2 Wochen benötigten, in 1 - 2 Tagen fertig zu haben. So das man sich 4 - 5 Personen mit einbinden musste.

    Da ich vermutich durch die agressive Art meines Vaters und den lese Fehlern in der Hauptschule, sehr auf perfektionismus getrimmt war, wollte ich niemanden enttäuschen und zog es weitere Jahre durch.

    Dann wollte ich mal etwas mehr Gehalt und legte eine Liste der mittlerweile 8 Abteilungen, die ich abarbeitete vor. Meine Bitte nach mehr Geld wurde mit den Worten "ich weiß was du willst, es gibt keinen Cent mehr" - "ich weiß nicht mal, wofür ich dich eigentlich voll bezahlte". Er schob ein "so meinte ich das jetzt auch nicht" nach, doch in mir stieg schlagartig die Wut hoch. Ich war kurz davor so zu gehen, da ich kaum meine Miete zahlen konnte, noch das Auto um zur Arbeit zu kommen und musste mir dann diesen Spruch gefallen lassen.

    Viele gute Ideen wurden erst nach 6 - 12 Monaten umgesetzt. Doch nie gesagt, das es meine waren.
    Da ich in der Disposition gerne mehr gelernt hätte, doch die Kollegen nur ihre Dinge für sich behielten, saß ich unzufrieden dort und war Spielball für die LKW Fahrer, die ständig etwas an den Frachpapieren auszusetzen hatten, obwohl die anderen Kollegen, diese auch fertig machten. Doch sie sagten nie etwas, wenn ein Fahrer ein großes Mundwerk hatte, vermutlich weil sie das schon seit Jahren kannten oder einfach nicht so hilfsbereit sein wollten wie ich es immer sein wollte.

    Nach 6 weitern Monaten, wurde ich von meinem Vorgesetzten mit zum Geschäftsführer genommen.
    Auf einmal hieß es, wir brauchen noch einen dritten Mann in unserem Team. Du sollst ein Projekt managen.

    Ich winkte ab, doch scheinbar hatte ich dabei kein Mitspracherecht. Ich sollte klein anfangen, auch wenn ich keine Ahnung davon hatte, wie man sowas überhaupt macht.
    Doch auf einmal wurde nicht mehr von "ich weiß eigentlich gar nicht wieso ich dich voll bezahle" sondern von "wir brauchen jemanden, der eine breites Sichtfeld hat, so wie du, der in allen Abteilungen was gemacht hat".

    Gehalt gab es wieder keines mehr. Stattdessen musste ich nun Vollzeit und viele Überstunden ableisten. Wochenendarbeit und es kam vor, das man von 6:30 - 22 Uhr arbeitete.Letztlich, sammelten sich so 240 Überstunden an. Fortsetzung:...
     
  2. Seelenfinder

    Seelenfinder Neuer Benutzer

    Registriert seit:
    10 August 2018
    Beiträge:
    9
    Nachdem der Druck immer größer wurde, ich Krank und schwindelig zur Arbeit kam, ging ich zum Arzt und wurde ein paar Tage krankgeschrieben. 3 - 4 Mal wurde mein Urlaub verschoben und als ich ihn dann bekam, bekam ich nach diesem, einen belegten Arbeitsplatz durch eine Kollegin und eine Einladung zur Geschäftsführung. Ich wurde zwangsversetzt.
    Zukünftig war ich weder Projektmanager, noch in der Dispotion.
    Ich wurde an dem Empfang als 2. Hand versetzt und mir wurde gesagt "ich hoffe das läuft da zukünftig, ich möchte keine beschwerden darüber hören, das die Kollegen keinen freien Freitag Nachmittag bekommt".

    So verbringe ich meine heutige Zeit damit, den ganzen Tag abzuwarten, bis das Telefon klingelt und dieses dann in 2 Sekunden weiterzuleiten. 40 Mal am Tag die Kollegen mit "Guten Morgen" begrüßen und wieder verabschieden. Die meiste Zeit ist unerträglich, die Leere, das Abwarten und wenn man zu Hause ist, ist man zu nichts mehr fähig. Selbst der Sport bereitet einem keine Freunde mehr, da man einfach nicht mehr die Energie dafür hat, obwohl man den ganzen Tag nichts gemacht hat.

    Ich fühle mich auf der einen Seite sehr verängstigt, das ich meine Arbeit verlieren könnte und wieder beim Jobcenter gemobbt werden könnte und traue mir nichts mehr zu. Höchstens irgendwo Regale einzuräumen und den Mindeslohn zu verdienen.
    Doch auf der anderen Seite, bin ich ein Vieldenker und fühle absolut unterfordert. Doch ich traue mich nicht, mich weg zu bewerben. Da ich immer die schlechte Zeit im Hinterkopf habe.
    Doch langsam werden die Ausgaben zur Arbeit zu kommen immer höher und da mein Einkommen kaum netto 10 Euro im Monat (jedes Jahr) steigt, bekomme ich immer mehr Zukünftsängste.

    Mir fehlt der Mut etwas anzugehen. So vernachlässige ich einfach jede größere Entscheidung und schiebe sie vor mich hin. Mit dem Wissen, das sie eines Tages entschieden werden muss.
    Die Gleichgültigkeit und die Traurigkeit steigen jeden Tag an.

    Man wird nicht wertgeschätzt, du sitzt am Empfang und musst dir von einer Kantinen-Frau anhören "das was du da machst, ist doch keine Arbeit für einen Mann". Zwar gibt es überall Männer, doch trotzdem trifft mich das sehr und nimmt mich mit. Dann sitze ich wieder da und denke, naja zumindest habe ich ein bequemes Bett und kann froh sein, in frieden schlafen zu können.

    Die allgemeine Wertschätzung fehlt mir einfach sehr. Für viele bin ich jahrelang der Praktikant gewesen oder wurde gefragt, wann ich denn meine Ausbildung fertig hätte!? Wie bitte!? Ich bin nun über 30 und über stumpfe Aufgaben aus, die jeder Praktikant abarbeiten und abtippen könnte. Die Arbeit befriedigt nicht mehr meine Sinne, doch die Angst sich zu bewerben und dadruch einen großen Fehler zu begehen steig immer wieder in meinem Kopf auf.

    Nun gehe ich erst einmal wieder mit einem extrem schlechten gewissen in den Urlaub, auf die Gefahr hin, wenn ich wieder komme, wieder eine schlechte Nachricht zu bekommen oder wenn ich in den Briefkasten schaue, eine Kündigung zu finden, da man in der Zwischenzeit darüber nachgedacht haben könnte, das man mich ja eigentlich nur für die Vertretung braucht und das kann in meiner Abwesenheit (Krankheit oder Urlaub) ja auch ein Auszubildender übernehmen. Das sind grausame Gedanke und ich habe auch schon meinem Hausarzt über dies alles Informiert, leider finde ich noch keinen Therapeuten und oft habe ich einfach extreme Angst dort anzurufen, weil ich bisher schon oft abgewiesen wurde und dann denke, was soll ich da eigentlich, dann bin ich auch noch verrückt, dabei will ich doch nur eine herzensgute Person sein, die etwas auf der Welt bewegen und beschützen möchte.

    Danke für so viel Geduld beim Lesen und bitte verzeiht mir, wenn ich den ein oder andern Tippfehler gemacht habe *verzweifelgguck* :):)
     
  3. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

    Registriert seit:
    17 Mai 2007
    Beiträge:
    1,242
    Ort:
    Bonn
    Lieber Seelenfinder!

    Da hatte sich ja nun wahrhaftig einiges angestaut in Deinem Leben, richtig? Jedenfalls verwundert es überhaupt nicht, dass Du dafür zwei Einträge benötigt hast, um alles auszudrücken. Es ist so unendlich viel, das endlich einmal gesagt werden musste, denke ich, so dass Du ganz schön unter »Rededruck« standest, oder? Du hast am Ende nichts dazugesagt, aber ich wünsche Dir schon jetzt, dass es Dir eine spürbare Erleichterung gewesen sein möge, endlich einmal alles »rausgelassen« zu haben. Vielleicht war es ja das erste Mal in Deinem Leben überhaupt, dass Du mal so völlig ohne Schranken und Zurückhaltung ausgedrückt hast, was sich in Deinem Leben alles ereignet hat und wie Dir innerlich ehrlicherweise zumute ist…

    Wie nötig es jedenfalls gewesen ist, lässt sich ja an einem kleinen Detail ablesen, das Du nicht etwa geschrieben, sondern gerade eben nicht geschrieben hast: Ganz zu Beginn hast Du je gesagt, Du hoffest auf Antworten, die tiefer gehen, – aber am Ende hattest Du gar nicht mehr die Kraft, eine Frage zu stellen. Darauf kam es auch gar nicht mehr an. Wichtig war einzig und allein, endlich einmal alles zu sagen, endlich einmal zu sagen, unter welchen Lasten Dein Leben, eigentlich seit Jahren schon, im Grunde genommen permanent zusammenzubrechen droht, stelle ich mir vor, wenn ich Deine Leidensgeschichte lese. Woher hast Du die Kraft genommen, angesichts alles dessen nicht zu verzweifeln? Grund genug dazu hättest Du ja nun wahrlich gehabt! –

    Angenommen, Du solltest einmal eine Wunschliste anfertigen. Eine Liste mit Deinen Wünschen, Träumen, Hoffnungen, mit Deinen Sehnsüchten, und zwar wirklich vollkommen unabhängig davon, ob alle diese Punkte dann am Ende »realistisch« sind oder nicht, und auch vollkommen ungeordnet und für Dein eigenes Leben, für die Entwicklung Deiner Familie, für die Gesellschaft und auch die ganze Welt: Wie sähe diese Liste dann wohl aus? Magst Du es einmal versuchen? (Es wäre ja gar nicht schlimm, wenn sie nicht gleich beim ersten Mal vollständig ist; die eigenen Gedanken und Gefühle sind ja sowieso immer in Bewegung und ändern sich.)


    Viele liebe Mutmach-Grüße!
    Achim

    P.S.: Noch eines; jetzt hätte ich es fast vergessen: Der Name, den Du Dir hier für das Forum ausgesucht hast, ist ungewöhnlich: »Seelenfinder«. Aber Du hast ihn ganz bestimmt nicht »einfach so« gewählt, sondern Dir ganz genau Deine Gedanken dazu gemacht, stimmt’s? Mich interessiert jedenfalls, wie Du auf diese Wahl gekommen bist, und vielleicht magst Du ja ein bisschen dazu schreiben.
     
  4. Kleinlok

    Kleinlok Erfahrener Benutzer

    Registriert seit:
    9 Juni 2007
    Beiträge:
    471
    Lieber Seelenfinder,

    deine lange Geschichte sehe ich als sehr eindrucksvoll. Es ist eine traurige Geschichte, die aber auch belegt, dass du tapfer dein Leben zu gestalten versuchst, auch wenn das so schwer scheint und leider erst mal kaum Erfolge zeigt. Dass du das aber seit langem so tapfer versuchst spricht sehr für dich und gerade weil du da in deinem Job leider nur so eine geringe Anerkennung zu erfahren scheinst, möchte ich dir meine Anerkennung aussprechen.

    Was du da über das Geschehen in deiner Firma schreibst, hört sich schlimm an.

    Diese Beschreibung lässt darauf schließen, dass du in dieser Firma seit Jahren hemmungslos ausgenutzt wirst. Ich hätte da ein paar Fragen an dich :

    1. Wurde dir ein Gegenwert für die von dir geleisteten 240 Überstunden geleistet,
    sei es in Geld oder Freizeitausgleich?
    2. Habt ihr einen Betriebsrat in eurer Firma?
    3. Wenn ja, hast du dich mal an den gewandt?
    4. Wie gehen die Kollegen mit den Zuständen in dieser Firma um?

    Die Sache mit dem Ausnutzen scheint mit folgendem Problem zu tun zu haben: Ausnutzen kann man auf Dauer nur den, der sich ausnutzen lässt bzw. ausnutzen lassen muss. Und leider könnte dein Verhalten dazu beitragen, dass diese Firma dich so mies behandelt- einfach weil sie es kann. Und einige Vorgänge scheinen sich zu verstärken, du wurdest (wenn ich das richtig verstehe) von Anfang an nicht gut behandelt und nur gering geschätzt. Du hast aber versucht eine gute Arbeit zu leisten und solltest mehr arbeiten und mehr Verantwortung übernehmen. Normalerweise geht ein solches Arbeitsangebot mit einer Lohnverbesserung und evtl. weiteren Benefits einher, aber das fiel in deinem Fall aus. Du hast dir das aber gefallen lassen und das hat den für diese miese Behandlung verantwortlichen Leuten scheinbar bedeutet, dass sie das mit dir auf diese Art so machen können. Das ist bitter, dass Manschen so denken und handeln, aber das ist leider keine Seltenheit. Es gibt so einen Spruch "warum leckt der Hund sich an seinen Klöten?- Weil er´s kann."

    Menschen sollten eigentlich soviel Anstand und Respekt vor Mitmenschen mitbringen, dass so ein unanständiges Verhalten ausfällt, Hungerlöhne. befristete Einstellungen, Ausbeutung via Scheinselbstständigkeit- seit gut 30 Jahren werden Arbeitnehmerrechte ausgehöhlt, Löhne gedrückt und die Gewerkschaften machen sich dünne. Eine üble "Geiz ist geil"-Mentalität hat sich vielerorts durch gesetzt, da machen viele mit (ich teils leider auch) und die Opfer dieser Mentalität erscheinen zusehend hilflos (ich bin aber als Langzeitstudent quasi auch ein Opfer dieser miesen Joblage, so dass ich an allen Enden sparen muss, obwohl ich das gar nicht will).

    Diese gesamte miese Situation scheint viele Menschen regelrecht entmündigt und wehrlos gemacht zu haben. Du sprichst auch an einer Stelle von Perspektivlosigkeit und deiner Angst, den Job zu verlieren. Diese Gefühle und Ängste sind leider real und haben ihre Gründe, leider wird das dann teils schamlos ausgenutzt. Und wer sich das alles nicht gefallen lässt, ist den (dann allerdings miesen) Job los und findet so schnell keinen neuen, zumindest keine ordentliche Arbeit.

    Angst und Pflichtgefühl könnten Gründe dafür sein, dass du tapfer durch hältst, aber anstatt das zu würdigen scheint deine Firma das schamlos auszunutzen. So eine miese Behandlung kann kränken und ich finde, dass es dieses Wort dann trifft - das kann richtig krank machen. Deswegen überlege dir ob du deine Situation bessern möchtest und welche Wege dafür vielleicht möglich wären?

    Wenn man es in so einem Unternehmen trotz widriger Bedingungen Jahre aushält, dann kann das den für diese Verhältnisse Verantwortlichen bedeuten, dass man es da weiter aushalten wird. Und die schlechte Behandlung und die damit gezeigte Geringschätzung der Mitarbeiter kann dazu führen, dass deren Ego in den Keller wandert, dass die sich nichts mehr trauen und weiter alles gefallen lassen. Das wäre ein klassischer Teufelskreis. Wenn das so wäre, möchtest du den durchbrechen?

    Ich möchte erst einmal deine Antwort auf diese Frage abwarten,
    einmal um zu erfahren, ob dich meine Ideen interessieren,
    und dann auch ob ich einigermaßen richtig mit meinen Gedanken liegen könnte.
    Ich würde mich freuen, von dir zu hören.

    Liebe Grüße, Thomas
     
    Zuletzt bearbeitet: 16 August 2018
  5. Seelenfinder

    Seelenfinder Neuer Benutzer

    Registriert seit:
    10 August 2018
    Beiträge:
    9
    Hallo Achim und Thomas,

    danke für eure Worte. Leider habe ich aus Geldgrüden zu Hause kein Internet und mein Handy hat nur ein schlechtes Netz. Daher kann ich nur bei Gelegenheit antworten.

    Ich fühle mich sehr durch eure Antworten beachtet und wertgeschätzt. Ich danke euch sehr :)

    Ich folge gerne dem Wink mit dem Zaunpfahl, so ging ich in einen kirchlichen Kurs und erhielt dort viel Zuspruch von dem Pastor und den Mitbürgern.
    Am Ende wurde ich gefragt (vermutlich da sich viele bei mir Rat suchten), ob ich eine Rede halten würde.
    Das war ein ungewohntes und tolles Gefühl, über sein Schatten zu springen und etwas zu tun, das man früher noch für undenkbar hielt.

    Auf eure Antworten muss ich eingehen wenn ich mehr Zeit finde, doch ich beginne schon einmal :)

    Meine Wünsche?
    Ich hatte eigentlich alle meine Wünsche aufgegeben, da mein Selbstwertgefühl auf Straßenhöhe war. Akutell ist es auf der Bordsteinkante, doch wie lange? Nach 3 Wochen Urlaub, bekam mein Mut schon am 2 Tag wieder einen Dämpfer. Da immer wenn ich Sommerurlaub habe, etwas schlimmes dort geschied. Zuletzt war es meine Versetzung und dieses Mal, das meine Kollegin meine ehemaligen Aufgaben bekommen hat und mit dem Spruch versah "ich könne ja in Rente gehen"....
     
  6. Seelenfinder

    Seelenfinder Neuer Benutzer

    Registriert seit:
    10 August 2018
    Beiträge:
    9
    Da bin ich wieder.

    Also Wünsche. Ich hatte Mal den Traum, einen Pilotenschein für ein kleine Maschine zu machen.
    Da das zu teuer scheint, dachte ich dann an einem Fallschirmsprungschein und das ich dann Ausbilden darf. Doch das ist auch sehr teuer.

    Meine Hoffnung. Einen mich glücklich machenden Beruf, bei dem ich persönlich Menschen beraten kann, durch meine eigene Arbeit mehr Geld verdienen kann und anderen oder der ganzen Gesellschaft helfen kann, so das ich ein Gefühl von gebraucht und wertgeschätz bekomme.
    Und mehr Dankbarkeit, Freude, Tierschutz und mehr Umweltschutz :)

    Meine Sehnsüchte. Ich hätte gerne ein Auto das nicht alle 14 Tage Töne und Sorgen verbeitet und somit ständig die Werkstatt mit meinen Aufenthalt nervt. Dort werde ich schon belächelt. Leider finde ich keine zuverlässigen Mechaniker. Die letzten wissen nicht was sie da tun und machten mehr kaputt als sie reparierten (was heute auch nicht wirklich besser ist).
    Doch was soll ich sagen, das Geld mal wieder. Entweder ich fahre mit ihm weiter und muss immer was reparierern lassen oder ich kaufe einen neuen, bei beidem habe ich dann kein Geld mehr, was in mir nachts Angste und Panikattaken hervorruft, weil ich nicht weiß wie es weiter geht.

    Naja und sonst, ich möchte oft alles besser machen. Ich denke das stört auch so viele Menschen an mir.
    Ich sagte immer, die einen mögen mich und die anderen hassen mich. Sonst könnte ich mir nicht erklären, wieso die Menschen ständig lästern oder Streit suchen.
    Leider habe ich auch oft bemerkt, das wenn ich anderen Helfe und irgendwann, wenn es sich scheinbar für sie selbstverständlich anfühlt, das man ihre Arbeit macht, ein Fehler passiert, das sie mich im Grunde für ihre nicht gemachte arbeit, zur Schnecke machen.

    Von klein auf habe ich (als Deutscher) nie Alkohol angerührt, Rauchte nie mit, hielt mich aus Ärger raus, außer es wurde jemand schwächeres oder ein Tier gequält.
    Habe mit dem Kampfsport angefangen und schätze es sehr. Dort bin ich ein ganz fröhlicher und lustiger Mensch, er vor selbstbewusstsein strudelt. Ich mag es neuen, etwas beizubringen und endlich Mal stark sein zu dürfen. Dort darf ich ganz oben stehen und dann lernen andere von mir :)
    Neuerdings bin ich aus Ethik weg vom Fleisch gegangen, es fällt mir noch schwer, doch im Kühlschrank, ist kein Fleisch mehr vorhanden. Ab und zu gehe ich noch essen, doch neben dem Fleisch, laufe ich auch schon am Süßregal vorbei, da ich laut Arzt nichts mehr davon essen soll (was ich generell schon sehr zurück gefahren habe).

    So besteht mein Leben aus viel Verzicht (aus Überzeugung).
    Mit meinem Denken ecke ich wohl oft an, ich denke, das sich viele vor dem Kopf gestoßen fühlen.
    Denn selbst meine Elten sagten immer mal "nun trink doch mal ein" und die Leute wollte mich nie mit auf Feiern haben, da ich nicht mitgetrunken habe. Heute habe ich Freunde die ebenso denken, doch leider weiter weggezogen sind.

    Auch empfinde ich es als traurig, wenn Menschen mich für Arrogant halten, was ich gar nicht bin. Ich töte nicht mal eine Mücke, jede Wesbe bringe ich nach draußen und mein letztes Geld gebe ich meiner Familie, wenn es sein muss, nur damit ich mal ein Lächeln in dem Gesicht meiner Tante oder Mutter sehen kann. Egal ob mein Vater immer wütend ausbricht, trotzdem denke ich immer "das sind ja meine Eltern, wer weiß wie lange sie noch da sind" ....
    ---------------------------------------------------------------
    1. Wurde dir ein Gegenwert für die von dir geleisteten 240 Überstunden geleistet,
    sei es in Geld oder Freizeitausgleich?

    Ich soll die Überstunden abbummeln. Das tue ich seit einem Jahr und das ist scheinbar auch wieder Falsch. Denn wenn ich früher gehe, werde ich von allen dumm angeschaut und selbst der Chef fragt dann, wo ich dein sei.

    2. Habt ihr einen Betriebsrat in eurer Firma?

    Ja, mehrere, doch das ist wohl nur eine Position um 4 Jahre nicht gekündigt werden zu können.

    3. Wenn ja, hast du dich mal an den gewandt?

    Und das sind Menschen, die dem Chef gehörig sind, bwz. ebenso verhalten.

    4. Wie gehen die Kollegen mit den Zuständen in dieser Firma um?

    Wir haben 4 Abteilungen. In einer Abteilung sind von 3 - 4 Mitarbeitern, insgesamt 5 in 7 Monaten gegangen, so das die letzte (und schlimmste) zur Abteilungsleiterin ernannt wurde und die Abteilung auf Auszubildende und gerade fertigen Fußt.

    Aktuell fühle ich mich etwas stärker als früher. Ich habe einen Termin als Ratsuchender beim Arbeitsamt gemacht. Meine Freundin stärkt mich (meine Familie und Verwandte nehmen das nicht ernst, das sie sagen "nichts zu tun haben? das ist doch toll" - das kann nur von jemanden stammen, der nicht weiß wie es ist, 9 Stunden die Wand anzusehen).

    Ich habe ein Onlineprofil und versuche mit Angst im Bauch, etwas anderes zu finden, da ich entdeckt habe, das ich nach vielen Jahren, endlich weiß was mir gefällt. Doch wie gesagt, die Angst ist dabei - vielleicht einen Fehler gemacht zu haben, die Miete nicht mehr bezahlen zu können, da 60% von nicht viel, eben nicht viel sind und die Angst habe, zu versagen, das mich wieder niemand nehmen möchte, weil ich eigentlich nichts kann oder vielleicht bin ich auch einfach nur Dumm oder Faul, ich weiß es mittlerweile nicht mehr so genau, was ich denken soll.

    Danke für eure Meinung :) Es wäre schön wenn es mehr Menschen wie euch geben würde und nicht so viele die nur noch in sich gekehrt sind und ständig abweisend, undankbar und geldgierig wären :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 6 September 2018
  7. Seelenfinder

    Seelenfinder Neuer Benutzer

    Registriert seit:
    10 August 2018
    Beiträge:
    9
    Hallo nochmal, ich habe gerade Internet und etwas Zeit, leider habt ihr noch nicht wieder geantwortet.
    PS: Bezüglich der Frage des Namens, Seelenfinder, da ich gleichgesinnte finden möchte, Lebensformen, die nicht nach Innen gerichtet sind, die anderen Helfen, die alles Leben respektieren und sich an ihr Wort halten, denn wenn man sich nicht mal an sein ausgesprochenes Wort hält, denn worauf soll man sich dann noch verlassen - dann ist die Welt zum Untergang geweiht.

    Heute merke ich wieder wie langweilig mir ist.
    Verwandte sagen immer "sei doch froh, das du nichts zu tun hast", doch hat sich schon mal jemand den "Spaß" gemacht, sich für 9 Stunden auf einen Stuhl zu setzen und dann die Wand anzusehen?
    Wer einmal 3 - 4 Stunden in einem Arzt-Wartezimmer saß, weiß wovon ich schreibe.

    Wenn meine Kollegin da ist, kann ich mich zumindest mal unterhalten, doch wenn ich sie Vertreten muss, weil sie mal wieder krank ist oder Urlaub hat, ist ein Arbeitstag kaum für mich auszuhalten.

    Es steigt eine Art beklemmung in mein Hals, als würde ein Golfball meine Luftröhre hinuntenrutschen.

    Ich war beim meinem Hausarzt, diese denke ich habe eine Art Burnout, weil zum einen hatte ich eine schwere Zeit, als mich niemand habe wollte, dann ein Beruf den ich fürchtete, weil er für mich fremd war und ich große Versangensangst mit mir führte und dann bekam ich große Verantwortung mit viel Ablehnung und Geringschätzung von meinem Chef und Kollegen.
    Nebenbei bekam noch meine Freundin Krebs. Das gab mir den Rest.

    Ein Kollge meinte letztens, das ich irgendwie nie Fuß gefasst hätte. Ich irgendwie alles machen müsste, doch nicht die Anerkennung bekommen würde, die mir zustehen müsste. Sobald etwas falsch laufen würde, würde ich dafür grade stehen müssen und andere bekommen Lob, ohne überhaupt etwas geleistet zu haben.

    Ich denke das liegt an meine Unterwürfigkeit, von Haus aus.
    Zum einen durfte ich nie etwas und zum anderen wurde ich in der Ausbildung und später von Jobcenter so gemobbt, das ich nur noch Buckelte.

    So machte ich mir in meinem jetzigen Beruf sehr viele Vorwürfe, wenn ich mal einen Fehler machte, doch mit der Zeit sagte ich mir nur noch "ich bin einfach zu dumm für sowas" und stimmte den anderen einfach zu. So saß ich oft einfach nur noch mit gedrückter trauriger Stimmung vor dem Monitor und wenn ich zu Hause war, kamen mir häufig die Tränen bis ich einschlief.

    Doch der Gedanke, wieder Arbeitslos zu sein, ließ mich bis heute immer wieder hier her gehen.

    Leider ist es nun so, das ich kaum noch Motivation finde. Ich habe sonst immer alles zu Hause aufgeräumt, sauber gehalten und mich nach meinem Ruf gerichtet. Doch wenn man es eh niemanden recht machen kann, immer über ein gesprochen wird und selbst die eigenen Eltern immer etwas zu meckern haben und keinen Rat geben, dann verweifelt man leider.

    Ich bin auch sehr vergesslich geworden. Unaufmerksam bei Gesprächen, vielleicht auch nur Faul. Ich weiß es nicht. Vieles wird mir grundsätzlich zu langweilig geworden. Ich will nicht noch 35 Jahre die immer gleiche stumpfsinnige Abschreib-Arbeit machen, nicht ein tolles Auto was ich kaum bezahlen kann, für die Verwandten fahren und ich möchte endlich was gutes tun, statt meine Zeit mit Absitzen zu verschwenden.

    Leider komm ich nicht hoch, mein Hausarzt meinte, sich soll es bei einem Therapeuten versuchen, das habe ich, auch früher schon, doch keiner will Zeit haben oder nimmt es ernst. Selbst der medizinische Dienst nicht. Einmal rief dieser mich an und meckerte - da ich eine E-Mail verfasste, da niemand zuständig sein wollte.
    Nun ist meine Hemmschwelle noch höher. Ich traue mich da nicht wieder anzurufen, doch ich sehe ein das ich Hilfe benötige. Diese Unmotiviertheit, keine Ziele, immer und überall Aufgeben und keinen Ehrgeiz mehr zu haben, kann nicht normal sein. Ich möchte auch Leben. Wenn ich Reich wäre, würde ich jedem ein Haus bauen und die Wünsche der Menschen erfüllen. Doch mir fehlt der Weg dahin. Früher war ich immer extrem Motiviert, wollte gar nicht aufhören zu Arbeiten, doch seitdem ich erkannt habe, das sich Arbeit und Leistung nicht lohn, fehlt mir einfach der Anreiz überhaupt noch aufzustehen.

    Wenn ich einfach einschlafen und nicht wieder aufwachen könnte, würde ich das gerne machen, doch so einfach ist es leider nicht. Wie werde ich nur diese absolute Lustlostigkeit los? Wie motiviere ich mich wieder für etwas und wie überwinde ich mich, mich wo anderes zu bewerben? Danke für eure Hilfe :) Ein schönes Wochenende
     
  8. Kleinlok

    Kleinlok Erfahrener Benutzer

    Registriert seit:
    9 Juni 2007
    Beiträge:
    471
    Ich kenne dieses miese Gefühl, aktuell geht es mir auch nicht gut.
    Ich habe zwar heute einiges geschafft und eigentlich wirklich sinnvolles,
    aber aktuell verspüre ich eine Leere und Hoffnungslosigkeit in mir,
    die vielleicht daran liegt, dass ich so im Alleingang an verschiedenen Fronten kämpfe.
    Wir Menschen brauchen das Gemeinsame und den Zusammenhalt,
    Das geht aber n der jetzigen Zeit verloren.

    Was hat denn der Hausarzt gesagt?

    Burnout ist eine ernste Belastung und die von dir genannten Lebensumstände
    könnten für so eine Belastung verantwortlich sein.
    Wenn dem so wäre, dann bräuchtest du eine kompetente psychologische Beratung.
    Hat dein Hausarzt das angesprochen?

    Tabletten oder irgendwelche "Happy-Pills " sehe ich nicht als Lösung, zumindest nicht auf Dauer.
    Und letztendlich solltest du an die Ursache des Problems gehen.

    Das ist sicher sehr anstrengend, aber du musst nicht so unterwürfig bleiben.
    Auch wenn da ein sehr langer Prozess im Hintergrund steht,
    in dem du dir diesen Wesenszug angelegt haben könntest,
    du kannst gezielt für mehr Selbstbewusstsein arbeiten. Buckelte.

    a) versuche beim nächsten Missgeschick ruhig zu bleiben und suche in aller Ruhe nach den Ursachen dafür
    b) sage dir, dass du gut sein willst und dafür etwas tun möchtest
    c) Du bist grundsätzlich nicht "einfach zu dumm".
    d)Du bist grundsätzlich auch für Erfolge geeignet.

    Ich kann dich verstehen, aber Trauer, Selbstmitleid und Selbstvorwürfe helfen keinem weiter.
    Was könnte dir helfen bzw. was kannst du tun, um eine kleine erste Besserung zu bezwecken?

    .
    Ok, damit erübrigt sich meine Frage zu dem, was der Hausarzt empfhelt.
    Das mit dem Theraoeuten ist eine gute Idee und wenn do was gebrauchen kannst,
    dann hast du ein Recht auf einen solchen.
    Hab bitte mehr Mut uns erkenne deine Rechte.

    Liebe Grüße, Thomas
     
  9. Seelenfinder

    Seelenfinder Neuer Benutzer

    Registriert seit:
    10 August 2018
    Beiträge:
    9
    Hallo Thomas,

    danke für deine kompetente Antwort. Hier sind zwar wenige die sich Melden, doch wenn dann fühle ich mich ernstgenommen.

    Also was habe ich bisher getan. Ich habe den Mut gefunden, ein paar E-Mails an Firmen zu schicken, keine richtige Bewerbung, sondern anfragen ob sie mich mit meinen Fähigkeiten gebrauchen könnten oder ob ich Mal ein Praktikum machen könnte.
    Bisher hat niemand geantwortet.

    Dann habe ich den Mut gefunden, endlich nach einem anderen Auto zu gucken und war auch aktiv bei Händlern.

    Ich hatte einen Termin als Ratsuchenden beim Arbeitsamt gemacht und auch wahrgenommen. Meine neue Partnerin war mit, da sie die Sachbearbeiterin kannte. Leider war das Gespräch schnell gekippt und ich wurde schnell gereizt.
    Sie fragte mich weder was ich kann, noch was ich will. Sie ging einfach davon aus, das was im System vor Jahren erfasst wurde, so bestand hat.

    Ich lies meine Beruf als Disponent streichen, da ich einfach in den Jahren keine Berufserfahrung darin sammeln konnte, obwohl ich in so einer Abteilung saß. Niemand wollte sein Wissen an mir weitergeben.

    Dann fragte sie mich, ob ich denn nun mehr Fähigkeiten hätte. Da sagte ich natürlich. Dann erzählte ich ihr, was ich allein im letzten Jahr alles gelernt und geleistet hatte.
    Daraufhin machte sie mich runter und sagte "Projektmanagment" kann ich ihnen nichts anbieten, oder haben sie das Studiert? Ich sagte nein, doch gearbeitet. Ja nein ohne Studienabschluss kann ich sie da nicht hinvermitteln. Ihr war egal ob ich das bereits auf einem Zertifikat oder im Arbeitszeugnis stehen hatte. Scheinbar ist Theorie wichtiger als Erfahrung.
    Dann sagte ich, ich möchte halt was im Einkauf wenn das schon nicht geht. Dann sagte sie wieder, das ich ja nicht studiert hätte und ich deshalb nichts von ihr bekommen könnte.

    Ich wies sie darauf hin, das ich seit Jahren den Einkauf machen würde. Für sie unwichtig.
    In mir stieg immer mehr die Wut den Hals hinauf, ich blickte auf meine Partnerin, die nur starr schaute.

    Ich fragte die Sachbearbeiterin, wie man denn sonst an solche Stellen kommen könnte, wenn man noch so lange sowas gemacht hat, doch kein Studium darüber hätte. Sie meinte, ich könnte nur in größere Städte gehen oder Studieren.

    Für mich war das alles Weltfremd und unverständlich. Wieso muss jemand der z.B. ein Verkaufsprofi ist und zig Euro verdient, ein Studium benötigen um bei einem anderen Arbeitgeber arbeiten zu dürfen!?
    Naja egal. Ich regte mich ab und fragte Sie was sie denn dann alternativ für mich um die 30 Stunden hätte.
    Da fuhr sie mich an und sagte, was das denn solle. Ich fragte sie was sie meint. Da sage sie, Teilzeit (fängt übrigens bei 25 an), da würde ich nie Arbeit bekommen und wovon ich den Leben wollen würde.

    Ich wies die gute Frau darauf hin, das ich seit 4 Jahren davon leben würde und unerwähnt bleib, das meine Partnerin die ja ebenfalls noch im Raum saß, ebenfalls "nur" 30 Stunden die Woche arbeitet und ebenfalls davon leben kann.
    Ich unternahm den Versuch, ihr zu erklären, das man in unserer Gehaltsklasse und Steuerklasse 1, nur 200 Euro Brutto mehr hätte, wenn man 9 Stunden machen würde und sich dies überhaupt nicht Finanzell rechnen würde und wir lieber 3 Stunden weniger Arbeiten und dafür auf die rund 130 Euro Netto gerne verzichten würden, vor allem, das mein Beruf sehr sehr unbefriedigend und langweilig ist und das Leid des Absitzens nicht noch auf 9 Stunden ausgeweitet werden muss.

    Daraufhin schaute sie nach Stellen als Bürokraft. Sie sagte hier ist doch was - 20 Stunden und die selben Aufgaben. Da schaute ich sie mit leicht gereizter Stimme an und sagte, was dass denn soll!? Dass ist doch die selbe Position in Grün nur bei einem anderen Unternehmen!?
    Ich sitze da doch, weil ich die Arbeit absolut unbefriedigend, langweilig und unterfordernd finde und weil das so ist, wird man auch geringgeschätzt. Ich kann verstehen das sie denkt, das es wo anders anders laufen kann, doch ich will einfach raus aus Wartearbeit und Aktiv leben.

    Als wäre das nicht schlimm genug, sagte sie, wie wäre es denn mit Zeitarbeit - Gabelstaplerfahrer die würden ja 11 Euro bekommen.

    Ich weiß nicht was an dem Satz falscher sein könnte. Ohne das es Abgehoben klingen soll, doch man hat ja einiges getan.
    1. Ich habe einen Festvertrag und sie will mich in Zeitarbeit stecken.
    2. Gabelstapler? Die Reihenfolge ist - Gabelstaplerfahrer (1 Tag Einweisung), Lagerleiter, Platzmeister, Leitstand, Disponent, Fuhrparkchef, Geschäftsführer. Ich habe mich durch 900 Bewerber gekämpft um 1 von 12 bestandenen Disponent zu werden, da will man doch nicht als ungelernter ohne Schulabschluss, so wie bei uns, arbeiten.
    3. 11 Euro, wenn man jetzt mehr hat. Das sind alles so eingefahrene Empfehlungen die diese Frau an mich weitergegeben hat. Ich hasse es, wenn alles über einen Kamm gescherrt wird.

    Naja ich dachte mir, das bringt da einfach nichts für mich. Ich sagte nur noch danke und nickte alles ab was sie mir gab. Dann sagte ich, ich würde gerne Mal ein Praktikum machen, da sagte sie, das dürfte ich nicht!? Warum!? Weil ich in Arbeit wäre und der Arbeitgeber da zustimmen müsste, wenn ich in meiner Freizeit wo hingehen würde. Ich sagte ihr nur noch...wie soll man denn sonst wissen ob einem die Firma liegt!? Da sagte sie, kündigen und da anfangen oder auf eigene Gefahr, ohne Versicherung und Zustimmung des Arbeitgebers dort hingehen.
    Ich ließ mich noch Arbeitsuchend melden und in ihrem Ton war eine Art Bestimmen, als müsste ich alles machen was sie sagt.

    Ein schreckliches Erlebnis, auch meine Freundin empfand ihre Art als Ruppig und meinte, ich hätte mich da reingeschaukelt. Meine Theorie ist, obwohl es kaum Arbeitskräfte gibt oder deshalb, melden die Zeitarbeitsfirmen sich genau beim Arbeitsamt und saugen dort die Leute ab, obwohl Firmen kaum Leute bekommen - geschickt geregelt und irgendwie pervers vom Staat sowas zu unterstützen und Einschränkungen für Leute zu setzen, die doch was können, doch dann vom Arbeitsamt kleingeredet werden und dann zur Zeitarbeit gedrängt werden um der Wirtschaft nichts zu kosten - einfach nur ekelhaft so ein System.

    Jedenfalls lag ich deshalb die ganze Nacht wach, machte mir Sorgen wie es weitergehen kann, wenn man scheinbar keine Chancen hat.
    Heute rufe ich beim Arzt an und dränge auf einen Psychologen. Ich brauche Hilfe, die mich aus meinem Tief holt und wieder zu einem Wesen das gebraucht wird, aufbaut.
     
  10. Kleinlok

    Kleinlok Erfahrener Benutzer

    Registriert seit:
    9 Juni 2007
    Beiträge:
    471
    Stimmt, o nehme ich auch dieses Forum wahr. Es ist zwar relativ wenig los, aber dafür findet die Kommunikation auf einem guten Niveau statt. Deswegen bin ich gerne hier. Ich vermisse zwar noch ein anderes Forum, auf dem deutlich mehr los war (und wo das Niveau auch gut war), das leider wegen der blöden Datenschutzneuverordnung abgeschaltet wurde (während die blöden Spammails ungehindert weiter kommen). Wie gut dass dieses Forum so beständig ist.

    Das ist ok, wenn du da angefangen hast solche Anfragen zu stellen. Das ist dein gutes Recht und lass dich nicht dadurch entmutigen wenn Antworten (noch) ausbleiben. Das muss nicht so bleiben, dass der Rücklauf so mau ist und wenn du arbeiten willst dann ist das schwer in Ordnung.

    Das ist besonders gut, dass du das unternommen hast, auch wenn der Besuch da leider nicht so geklappt hat, wie man sich das vorstellen möchte. Die Joblage ist miserabel - auch wenn die verlogene Politik und die nicht weniger unehrlichen Medien uns die ganze Zeit etwas von einem Jobwunder weismachen wollen. Schlecht bezahlte Zeitarbeit, befristete Anstellung und oft unkreative Arbeit ohne echte Chance darauf, dass man sich beruflich weiterentwickeln kann = dein Besuch beim Arbeitsamt hat das leider sehr eindrücklich bestätigt.

    Die miese Arbeitsmarktlage wird dann leider laut meiner Erfahrung von geizigen und unfair handelnden Arbeitgebern ausgenutzt und die Jobagenturen unterstützten m.E. dieses Manko. Wor sollten dieses Problem als ein allgemeines begreifen und nicht uns privat dafür verantwortlich sehen, wenn es nicht so läuft wie das wünschenswert und human wäre.

    Das wollen viele, vielleicht alle- aber es ist schwer bis unmöglich geworden diesen grundlegend wichtigen Wunsch zu erfüllen. So ist das in einer unfairen Gesellschaft, wo wenige fast alles einheimsen wollen, so dass zu wenig für viele übrigbleibt.

    Das System ist menschenverachtend und eklig. Ich versuche mich zu wehren...

    ... aber da kommen dann auch schnell dumme Kommentare von Typen, die da selber nicht betroffen sind und das Problem nicht kennen bzw. erkennen wollen. Aber wir sollten uns nicht unterkriegen lassen, denn uns steht das Grundrecht auf eine faire Behandlung zu.

    Das ist eine gute Einstellung. Allerdings glaube ich nicht, dass der Psychologe dich zu einem Wesen machen kann, dass gebraucht wird. Dazu sind die Verhältnisse zu verquer. Er (oder sie) kann zusammen mit dir an deinem Selbstwertgefühl arbeiten, so dass du deinen hohen Wert als Menschen erkennen kannst. Das könnte dir hoffentlich helfen, selbstbewusster den vielen Missachtungen entgegen zu treten, die leider in unserer verfahrenen Gesellschaft gang und gebe sind.

    Ich wünsche dir Mut und viel Erfolg, liebe Grüße - Thomas
     
  11. Seelenfinder

    Seelenfinder Neuer Benutzer

    Registriert seit:
    10 August 2018
    Beiträge:
    9
    Hallo Kleinlok,

    Also ich glaube schon das der Markt besser geworden ist. Doch mit den Worten meiner Schwester, die die suchen, bezahlen einfach zu wenig und auch wenn in den Nachrichten Arbeitgeber dann damit werben, das sie ja ihren Auszubildenden die Arbeitskleidung schenken, dann wundert mich auch nicht, das die keine zukünftigen Kollegen bekommen. Das ist vom Gesetzgeber schon so vorgegeben, Schutzkleidung gehört zum Beruf und gerade bei Auszubildenden.

    Ich war immer für 12 Euro Mindestlohn und es gibt so viele gehässige Menschen, die dann noch rummeckern, dass das viel zu viel für Ungelernte sei. Aber die Menschen brauchen auch was zu essen. Bei 12 Euro sind das 2000 Brutto und kaum 1300 für Ledige. Bei Mieten von 700 Euro in den Großstädten ist das doch ein Witz!

    Ich empfand meine Miete um die 500 Euro Warm schon extrem hoch, wenn man nur knapp 1000 Euro erhält. Doch auf dem Land ist eben kein Angebot an 1 oder 2 Zimmer Wohnungen.

    Naja wenn ich nun meine Freunde sehe, dann denke ich, ich bin der letzte der kein Einkommen hat, von dem man normal leben kann.

    Kumpel 1. vom Einzelhandel 1200 Netto, zum sozialen auf 2000 Netto.
    Kumpel 2. vom Disponenten Verzollung 1250 Netto, Firma gewechselt und umgezogen 1835 Netto.
    Kumpel 3. Baulehre 1.100 Netto, zum Militär nach Holland auf 2200 - 2500 Netto.
    Schwager, Schiffsreperaturen 1600 Netto, Kind bekommen, rausgeschmissen. Neue Arbeit 2200 Netto.

    Nur ein Kumpel Abitur und 2 Ausbildungen hat, ist seit 5 Jahren im Backoffice beim "Bund" und bekommt immer noch den Mindestlohn, absolut unglaublich.

    Zu den ersten 4, fühle ich mich wie ein Versager, was mein Selbstwertgefühl deutlich gesenkt hat.
    Doch zum Mindestlohn, verdiene ich zumindest das Selbe in weniger Stunden.

    Naja ich bewerbe mich weiter und im grunde möchte ich auch nicht mehr als 5 - 6 Stunden in einem Büro sitzen. Die Arbeit ist einfach nicht erfüllend. Es gibt einfach zu viele Dinge, die mehr Spaß machen und nebenbei kann man ja auch andere Dinge Arbeiten wenn das Geld nicht ausreicht. So hat man zumindest weniger Stress im Straßenverkehr, beim Einkaufen und kann kreativer bei weniger Druck sein.

    Ich denke unser Land geht dem Bach herunter. Immer mehr Agressivität, psychische Probleme, zu viel Neid durch sozial Media und Geld über Umwelt.
     
  12. Kleinlok

    Kleinlok Erfahrener Benutzer

    Registriert seit:
    9 Juni 2007
    Beiträge:
    471
    Hallo Seelenfinder,

    ich erkenne da einen Widerspruch in deiner Rede. Wenn der Markt wirklich besser für die Arbeitnehmer geworden wäre, dann hätten es geizige Arbeitgeber zunehmend schwer schlechte Löhne zu zahlen. Dem ist nur nicht so, es wird beim Lohn gezockt was geht. Ich habe längere Zeit gelegentlich bei einem Nachhilfeinstitut als Nachhilfelehrer gearbeitet. Jahrelang hat die Inhaberin nicht mein Honorar erhöht, als ich klar machte, dass eine Erhöhung aus meiner Sicht nötig wird, hat sie gezickt und ich bin gegangen. Das machen nur leider wenige und das wird schamlos ausgenutzt.

    Diese Daten sind zwar aus 2016, aber ich halte sie nach wie vor aktuell:

    https://www.zeit.de/wirtschaft/2016-12/arbeitsmarkt-niedriglohn-anteil-beschaeftigte

    Dieser Eindruck ist denke ich politisch gewollt: Landauf, landab versuchen und Politik und Medien uns oft weis zu machen, dass die Wirtschaft boome, dass wir fast Vollbeschäftigung, aber leider einen Facharbeitermangel hätten.

    Dass es anders aussieht beweist der verlinkte Artikel, aber um die Wahrheit hat sich Propaganda (und nichts anderes hört man m.E. ´von Merkel und deren Regierung) noch nie geschert. Wenn aber den Unwahrheiten dieser Propaganda kaum öffentlich klar widersprochen wird (wir scheinen uns an die vielen hier üblichen Lügen gewöhnt zu haben), dann kann man in der tat denken, man wäre ein Versager, weil man nicht an diesem behaupteten Aufschwung teil haben könnte.

    Vielleicht liegt das an dem, was ich oben schrieb?
    Vielleicht ist dieses traurige Empfinden durch die politischen Umstände bedingt?
    Ich fühle mich auch schlecht, dabei bin ich nicht faul oder dumm.

    Deine Einstellung finde ich ok. Wir sollten eigenständig darüber nachdenken, was wir vom Leben erwarten.

    Das sehe ich auch so. Es ist fatal, aber leider Realität.

    Eigentlich wäre genug für alle da, um jedem Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen. Aber Habgier, Machtmissbrauch und dumme Eitelkeit machen da enorm viel kaputt und leider ist aktuell keine grundlegende Einsicht vorhanden, dass sich die Politik und unser Zsammenleben umfassend ändern müssen.

    Halten wir die Ohren steif und versuchen das Beste daraus zu machen.

    Liebe Grüße- Thomas
     
  13. Seelenfinder

    Seelenfinder Neuer Benutzer

    Registriert seit:
    10 August 2018
    Beiträge:
    9
    Hallo Thomas,

    ich habe einige Leute von "Der Zeit" kennen gelernt, das sind meist freie Reporter und ich empfand die Geschichten von "Razia und co." als Linke Radikale. Medien allein sind nicht Vertrauenswürdig, nicht in diesem Land. Es heißt daher auch "Nach"richten.

    Die Gesellschaft braucht Mal wieder eine harte Hand. Ich bin ein sozial eingestellter "Mensch". Doch die lasche Erziehung, der Konsum und die weichen Gesetze bei Körperverletztung, sind Ursachen der Respektlosigkeit. Hinzu kommt die Geringschätzung und Niedriglohnvergabe seit den letzten 20 - 30 Jahren. Schröder ist und bleibt ein Klempner und genau das hat er mit diesem Land gemacht, die Schrauben sehr eng gezogen.

    Ich möchte gerne 400 - 500 Euro nach Abzug meiner geringen Miete und den sonstigen Fixkosten über haben, um nicht Angst haben zu müssen, das ich eines Tages den Hungertot in kauf nehmen muss.
    Als ich noch mit meiner Ex-Partnerin zusammen lebte, ging das. Doch heute, sind vielleicht noch 100 - 200 Euro über. Das auch nur, weil ich an allen Ecken gespart habe. Kein Internet, kein Festnetz, keine Versicherungen, weder Rauchen noch Trinken, alle Tarife vergleichen und Tricks nutzen, und wenn ich weg gehe oder Anschaffungen benötige, bis zu 100 Euro, dann gibts nichts mehr.
    Ich weiß nicht wie Menschen mit dem Mindestlohn zurecht kommen, also in einer Stadt sind die Mieten ja noch viel höher und auf dem Land brauchst du das dumme Auto.

    Ich frage mich wozu ich eigentlich zwei Ausbildungen und die ganzen Weiterbildungen gemacht habe, wenn ich dann doch fast jeden Abend traurig im Bett liege und darüber nachdenke, das ich doch genauso gut bei Rossmann die Regale einräumen könnte und dann die Position bekleide, die meinem Gehalt entspricht. Zudem hat man dann keine Verantwortung mehr und keiner kann mehr von einem etwas Erwarten. Verlierer ist gewollte, Verlierer wird gegeben.

    Mir war es anfangs peinlich, als ich meine Position angefangen habe und dann mit einem gebrauchten Fiesta herumzufahren und dann eine Frau kennen zu lernen. Ich sagte dann einfach, ich sei zu Fuß da und im Auto wurde mir wieder bewusst, das man doch nie etwas erreichen wird, warum dann noch weiter danach streben. Mitlerweile habe ich eine tolle Partnerin, die selbst nicht viel hat, doch meine Ansicht von 6 Stunden am Tag teilt, weil sie damals in Depressionen verviel und nun froh ist, mehr Zeit für ihre Hobbys und ihr Leben zu haben. So sehe ich das einfach auch.

    Einige würden sagen, 100 Euro mehr sind doch toll und würden vermutlich von morgens bis abends irgend ein scheiß machen, nur um dann am Ende 100 Euro mehr auf dem Konto zu haben, doch ich finde das nicht erstrebenswert. Das ist nur eine fiktive Währung und es gibt rund 7 x soviel spekulatives Geld (700 Billionen) in Aktien, als es wirklich in Waren existiert.

    Eines Tages fällt den Menschen dann auf, das sie Raubbau an ihrem Körper, den Tieren und der Umwelt betrieben haben, sind Alt und merken, das sie trotz der vielen Schufterrei und dem vielen Leid, nie gelebt haben und keine lebensfährige Rente erhalten. Das ist so traurig, wacht doch endlich auf - Menschheit.

    Wenn es ein Reicher wollte, würde z.B. ein Amazon oder ein Öl-Scheich, so tun, jeder bekommt ein Haus, jeder bekommt ein Auto und jeder kann zum Arzt wie es muss. Bei Quer war ein bayrisches Unternehmen, das seine Mitarbeiter nur 6 Stunden arbeiten lässt und 8 Bezahlt und der Umsatz ist trotzdem gestiegen. Ebenso die Niederländer, lassen ihre Ärzte höchstens 6 Stunden Arbeiten, damit die Kreativität und der Fokus bestehen bleiben.
     
  14. Kleinlok

    Kleinlok Erfahrener Benutzer

    Registriert seit:
    9 Juni 2007
    Beiträge:
    471
    Lieber Seelenfinder.

    ich finde nicht, dass wir mal wieder "eine harte Hand" bräuchten.

    Wir haben zwar m.E. eine wachsweiche korrupte Regierung, die ihre Politik wie ein Wetterhahn nach der Richtung ausrichtet, aus welcher der Wund bläst. Sprich, eine Politik, die vorwiegend nur das macht, was einem reichen und einflussreichen Klientel nützt noch reicher werden zu können. Das ist dann eine Politik, die nur wenigen, dafür aber immer mehr Menschen nichts nützt und die ich auch außer Stande sehe, die drängenden Probleme unserer Zeit anzugehen und zu lösen.

    Da kann der Wunsch entstehen, dass da endlich einmal einer käme, der ordentlich aufräumt, ich finde dass wir anstelle dieser Marionetten im Bundestag einfach Politiker bräuchten, die ehrlich und fair arbeiten und wo das Reden mit dem Handeln zusammenpasst. Dann bestünde auch eine Chance, dass die viele Respektlosigkeit, die für unserer aktuellen Gesellschaft inzwischen leider sehre typisch geworden ist, abnehmen würde. Der Mensch und seine grundlegenden Bedürfnisse (z.B. Wohnen) werden in Deutschland oft zu geringgeschätzt. Die Niedriglohnvergabe ist ein weiteres Beispiel.

    Dabei ist genügend für alle da und niemand müsste in Armut leben, wenn es fair und gerecht zugehen würde. Das tut es aber nicht und dein Hinweis auf die fiktive Währung kann verdeutlichen, wie unfair es in der Welt besser gesagt in diesem durchgeknallten Turbokapitalismus läuft. Ich kenne solche Berechnungen, die so ähnlich wie dein Hinweis davon ausgehen, dass mehrfach mehr soviel spekulatives Geld vorhanden ist als dass der Gegenwert wirklich in Waren existiert. Vieles Kapital, auf das die Superreichen so stolz sind und dem sie habgierig bis zum geht nicht mehr hinterherlaufen, ist de facto nichts wirklich wert. Menschen müssen also leiden, teils krepieren, weil habgierige Egomanen ihrem spekulativen Spielgeld wie einer Fata Morgana nachlaufen. Kapitalgewinn um jeden Preis drückt dann vielerorts die Löhne, treibt die Preise auf dem Wohnungsmarkt in die Höhe und kann einfachen Menschen das Leben schwer machen. Im Frühsommer ist ein Vereinskollege mit 59 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Er hatte gesundheitliche Probleme, aber er litt sehr unter Arbeitslosigkeit und Armut in vielfältiger Hinsicht und sein früher Tod könnte mit seiner schweren Lebenssituation zu tun gehabt haben.

    Darüber redet nur kaum jemand und auch der ev. Geistliche hat bei der Beerdigung dieses Kolleg einen m.E. ziemlich nichtssagenden Müll erzählt, der der Lebensgeschichte von Hnicht wirklich gerecht wurde. H. sehe ich als ein Opfer unserer kalten Gesellschaft, die von Profitgier zerfressen wird. Die verlogenen Kirchen reden darüber hinweg und machen sich mitschuldig.

    Schön, dass du eine tolle Partnerin gefunden hast, die deine Lebenseinstellung teilt. Ich wünsche euch da einen guten Zusammenhalt, so etwas ist wichtig und gilfreich in dieser bekoppten Zeit.

    Liebe Grüße-Thomas