Einsamkeit und schlechte Angewohnheiten

Dieses Thema im Forum "Einsamkeit, Kontaktprobleme" wurde erstellt von SchnauzeVoll, 20 Januar 2019.

  1. SchnauzeVoll

    SchnauzeVoll Neuer Benutzer

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    Beiträge:
    5
    Hallo Zusammen!

    Ich habe mich heute dazu entschlossen, meine Probleme anzugehen. Durch suchen nach Foren bin ich letzendlich auf Dieses gestoßen und versuche es einfach mal.
    Ich habe mir auch schon einige eurer Beiträge hier angesehen.

    Ich habe das selbe Problem wie Ihr, Einsamkeit. Ich lebe allein, habe zwar guten Kontakt zu meiner Familie, aber dennoch bin ich allein. Ich habe nicht einmal Kumpels oder Bekanntschaften in der Nachbarschaft. Keine Frau, keine Freundin, keine Kinder. Und ich sehe zur Zeit auch keine Möglichkeit, das irgendwie ändern zu können. Ich bin Berufstätig, komme zwar mit meinen Arbeitskollegen klar, aber zähle nicht gerade zu den beliebtesten oder geselligsten. Um ehrlich zu sein, gehöre ich zu denen, über die hinter seinem Rücken gelästert wird, aus Prinzip nicht respektiert wird, dem die Schuld für vieles gegeben wird und der ebenfalls aus Prinzip nicht akzeptiert wird. Und so kam irgendwann eins zum anderen, der Kreis aus Privatsphäre und Arbeitsleben hat sich um mich geschlossen und mit steigender Verachtung mir gegenüber, bin ich dann nervlich zusammengebrochen. Meine Mutter brachte mich in die Psychiatrie. Nachdem einer gewissen Erholungszeit, kamen dann mein behandelnder Arzt und ich zu dem Schluss das es besser wäre, wenn ich eine ambulante Therapie fortsetzen würde. Trotzdem hat das ganze natürlich nicht gerade dazu beigetragen aus meiner Einsamkeit zu entkommen. Aber durch 2 Jahre Therapie, habe ich gelernt besser damit umzugehen. Und mit medikamentöser Behandlung habe ich mittlerweile meine Depressionen sehr gut im Griff. Aber was mir am meisten geholfen hat, war, die Ansicht darüber zu ändern.

    Das ich so einsam bin, sehe ich nicht mehr als Problem, sondern viel mehr als Resultat von Entscheidungen die ich getroffen habe. Zwar in manchen Situationen unangenehm, aber irgendwie, wenn auch unterbewusst von mir selbst herbeigeführt. Man distanziert sich immer irgendwie selber, von seinem Umfeld. In meinem Fall, war es mir einfach wichtiger über meinen Tag und meine Probleme nachzudenken, Bequemlichkeit, Videos und Fernsehen zu schauen, Videospiele zu spielen, Bücher zu lesen und im Internet nach Lösungen für meine Probleme zu suchen. Dieses Verhalten wurde immer mehr zur Gewohnheit, weil es sich bereits durch mein ganzes Leben zieht. Als Erwachsener, habe ich natürlich versucht, mir das abzugewöhnen. Ich bin ins Fitnessstudio gegangen, ich habe ein paar Jahre Kampfsport gemacht, aber bin immer wieder in dieses alte Verhaltensmuster zurückgefallen. Die Gründe dafür waren ganz beiläufig, Probleme mit jemandem oder etwas bei der Arbeit, weil mir eine Person im Fitnessstudio unsympathisch war, mich belächelt hat oder sich über mich lustig machte(dachte ich jedenfalls sofort), Beim Kampfsport, weil ich nicht so gut war, wie ich wollte(und dachte das werde ich auch nie). Und das brachte dann natürlich noch mehr Probleme über die ich mich geärgert und über die ich grübeln musste. Und was bei den ganzen Versuchen immer auf der Strecke blieb, war Ordnung und Sauberkeit in der Wohnung, vor der Wohnung, Körperpflege, Instandhaltung meines Autos und meiner Sachen, Anschaffung von Dingen die eigentlich wichtig gewesen wären. Irgendwann wurde es öffentlich und dadurch habe ich mich natürlich völlig ins Aus geschossen. Denn wer will schon mit so einem etwas zu tun haben.

    Aber das es überhaupt dazu kam, das ich mir diese (ich nenne sie immer so) einsamen Hobbys angewöhnte, war die Entscheidung, lieber meine Ruhe zu haben, als um meinen Platz zu kämpfen. Denn ich zog lieber das Exil vor, als die Gesellschaft. Aufgrund meiner schlechten Erfahrungen mit anderen Menschen. Und das war schon eine Gewohnheit für sich. Diese Einstellung, es bringt sowieso nichts, hat keinen Zweck. Ganz besonders, seit dem ich von der Öffentlichkeit gebrandmarkt wurde.

    Also habe ich damit begonnen, die Gesellschaft nicht mehr als das wichtigste zu sehen. Denn das wichtigste ist, das man mit sich Selbst zufrieden ist. Egal was ich unternehme oder versuche zu ändern, ich werde immer wieder, mit der Gesellschaft zusammenkrachen. Es wird immer wieder Menschen geben die mir zusetzen, die schlecht über mich reden, sich bemühen werden jeden Makel an mir aufzudecken. Aber keiner kann mich daran hindern an mir selber zu arbeiten und zwar so lange bis Ich mit Mir zufrieden bin. Und ich bin mir sicher, irgendwann, werden Menschen auftauchen, die mich so mögen, wie ich bin.

    Schönen Gruss an Euch.
     
  2. Fragmentierung

    Fragmentierung Neuer Benutzer

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    Ort:
    S.A.
    Schöner Beitrag, einiges läuft bei mir genauso.
    In Bezugnehmend der Einsamkeit, und Hobbys suchen die man Hauptsächlich alleine macht.

    Nagut ich bin jetzt zwar nicht der Typ der veräppelt wird oder sich irgendwie unterdrücken lässt.
    Ich würde mich sogar als durchschnittlich beliebt einstufen.

    Aber Trotzdem distanziere ich mich gerne von den anderen, wenn ich merke das es nicht so gut passt.

    Ich finde deine eigene Reflexion sehr gut.
    Ich habe auch sehr lange darüber nachgedacht und recherchiert was man gegen Einsamkeit machen kann.
    Aber letztendlich ist die Selbsteinschätzung der Erste Schritt!

    Wichtig ist an sich selbst zu arbeiten wenn man eine Erkenntnis hat, wie es bei dir der Fall ist.
    Und ich glaube auch das es irgendwann Mal besser werden wird.
    Wünsche dir auf jeden Fall alles erdenklich gute dabei!;)

    Lg
    Fragmentierung:cool:
     
  3. SchnauzeVoll

    SchnauzeVoll Neuer Benutzer

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    Danke für deine Antwort, ich wünsche dir auch alles Gute.
     
  4. Diesel

    Diesel Erfahrener Benutzer

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    Beiträge:
    310
    Ich bin schon in mehreren schweren Depressionen gelandet, einmal habe ich 14mon. das Haus nicht Verlassen. Mit dem Hund bin ich um 5uhr früh Spazieren gegangen, damit ich keinem Begegne, dann nur TV oder PC und Sofa! Dann habe ich Erkannt, wie du deine Reflektion, ich muss Raus, unter Leute und habe mich Gezwungen, in die Wirtschaft zu gehen, auf den Hundeplatz, zum Angeln usw. und so bin ich mit kleinen Schritten aus meiner eigenen Isolierung gekommen, das war nicht Leicht sondern eine große Herausforderung! Aber eins ist klar, vor dem TV, oder PC wirst du immer Einsamer! Viel glück in deinem Leben