Probleme mit der Partnerin meines Bruders

Dieses Thema im Forum "Familie" wurde erstellt von Anja80, 25 März 2019.

  1. Anja80

    Anja80 Neuer Benutzer

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    Hallo Ihr alle!

    Ich heiße Anja und bin 39 Jahre alt. Ich habe große Probleme im Umgang mit der Partnerin meines Bruders.

    Kurz zu mir: Ich habe sehr gerne gearbeitet, bis mich vor einigen Jahre eine Krankheit sozusagen aus dem Leben gerissen hat (guter Job, ich wollte eine Familie gründen usw.). Die daraus resultierenden Depressionen sind mal schlimmer und mal besser, aber ich versuche, das "Beste" draus zu machen. Mein Partner ist auch krank, aber wir unterstützen uns gegenseitig. Viele bzw. eigentlich keine Freunde habe ich leider nicht mehr. Teilweise habe ich es nicht mehr geschafft, mich zu erklären, wie es mir geht, warum ich mich nicht mehr verabreden kann mit ihnen, einige hatten gar kein Verständnis, andere sagten, sie könnten mich verstehen, es aber nicht nachvollziehen, warum ich keine Kraft mehr habe, mich mit ihnen zu treffen oder ich musste mich nur noch rechtfertigen, wie ich mit Anfang 30 nicht mehr arbeiten gehen kann. Die Freunde, die geblieben sind, haben Familie, kleine bis große Kinder und ihr Leben läuft halt anders als bei mir mit Krankheit. Dafür habe ich Verständnis und möchte mich ihnen nicht aufdrängen mit meinen Problemen, also habe ich nur wenig Kontakt. Naja es kommt auch dazu, dass es mir sehr sehr weh tut, zu sehen, wie schön ein Familienleben mit Kindern ist, weil ich es mir ja auch selbst immer gewünscht habe.

    Aber nun zum eigentlichen Problem:

    Mein Bruder ist seit 8 Jahren mit seiner Partnerin Danni zusammen (beide Mitte 30). Ich will sie nicht nieder machen, aber sie hat ein für mich sehr schwieriges Verhalten/schwierigen Charakter. Sie ist absolut rechthaberisch, besserwisserisch, pampig, patzig (hat eine Kodderschnautze) und ist immer aggressiv. Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll, aber wenn wir zum Beispiel beim Familienessen sitzen und jemand erzählt, er hat die Wäsche gewaschen und der Tomatenfleck ist nicht rausgegangen, dann patzt sie mit einem aggressiven Unterton denjenigen von oben herab an, dass er ja zu blöd ist, die Wäsche zu waschen, man muss doch den Tomatenfleck einweichen, als würde der andere das nicht wissen. Oder man unterhält sich ganz gemütlich miteinander oh das Wetter ist ja heute doch ganz schön geworden und obwohl sie nicht gefragt ist, poltert sie aggressiv dazwischen, nee da hinten sind Wolken, guck doch mal richtig hin, bist du zu doof oder was. Ihre Mutter und ihre Schwester sind genauso. Man kann sich mit ihnen über nichts unterhalten, weil sie alles besser wissen und immer Recht haben und das ganz deutlich sagen und zeigen mit einer aggressiven, kotterschnauzen Art. Versteht Ihr, was ich meine?

    Ich rede schon kaum noch, um diese Art zu umgehen, was aber schwierig ist, denn sie leben ihre Art aus und das trifft halt jeden am Tisch (aber meistens mich oder meinen Partner). Ich versuche mir schon immer zu sagen, sie sind halt so, da kann man nichts machen-da kann man wirklich nichts machen. Mein Partner leidet auch sehr unter diesem Verhalten. Er sagt, jedesmal kommt man sich wie der letzte Depp vor, es ist so frustrierend, es macht einfach keinen Spaß, diese Menschen zu treffen. Und er muss diese Menschen ja nur wegen mir treffen.
    Früher hat sie mich aus dem Nichts angegriffen, heimlich, wenn sie mich alleine erwischt hat, bis mein Partner hinter der Tür stand und es mitgehört hatte. Er war so schockiert, dass er nichts sagen konnte. Sie fängt immer Streit an wegen Kleinigkeiten, sie macht mich nieder mittlerweile vor allen anderen. Sie beschimpft mich, ich trinke zu viel Alkohol und sei daher so aggressiv. Dann dreht sie mir die Worte im Mund um.
    Wir trafen aufeinander, mein Partner und ich haben von Weiten schon mal Hallo gerufen und gewunken, meine Mutter war schon im Haus. Da dreht sie sich um, zeigt uns den Rücken, kein Hallo, kein Winken, nichts. Also sind wir davon ausgegangen, dass sie wieder mal einen ihrer Anfälle hat und haben sie in Ruhe gelassen. Abends, als mein Bruder von der Arbeit kam, rief er mich wütend an und sagte, Danni weint ganz doll, weil ihr sie nicht beachtet habt und sich nicht um sie gekümmert habt. Erklärungsversuche sind zwecklos, denn Danni darf alles und Danni hat alle so eingewickelt, dass sie das alles nicht mehr sehen. Nur einmal stand mein Bruder neben mir, als sie und ihre Schwester über mich hergefallen sind, weil ich die Teller für das Essen links auf den Tisch gestellt hatte und nicht rechts. Da hat er sie dann rund gemacht, sie riss sich für 2-3 Wochen mir gegenüber zusammen, aber dann knallte es wieder, diesmal wieder hinterrücks heimlich.

    Und solche Situationen kommen immer vor. Sie erzählt so, macht dann so und am Ende dreht sie sich die Sache, wie sie ihr am Besten passt.

    Wir haben keine andere Wahl, als immer gegen die Wand zu laufen. Das geht jetzt schon so die ganzen 8 Jahre. Mit meinem Bruder kann ich darüber nicht reden, kann keiner, denn er steht 1000 Prozent auf ihrer Seite und hinter ihr. Seine einzige Aussage, die er zu diesem Punkt hat, ist, Danni ist psychisch krank und wir müssen alle ganz viel Verständnis für sie haben, aufgrund ihrer Krankheit muss sie die Freiheit haben, alles machen zu dürfen, was sie will.

    Und so ist es auch. Alle reißen sich zusammen, helfen, obwohl es ihnen schlecht geht. Danni darf ausrasten, wann sie will, Danni muss nicht helfen, Dannis Krankheit hat Vorrang und wenn sie Ruhe braucht, muss man sie ihr geben. Das Schlimme daran ist, wir geben ihr Ruhe, sind zum Teil richtig froh, wenn sie mal nicht dabei ist, aber dann kommt sie spätestens eine Stunde später nach und rastet rum.
    Um auch hier mal ein kleines Beispiel zu geben: Wir hatten vergessen, Eier zu kaufen für unsere Mutter (meine Mutter wollte am Abend für meinen Bruder und sie kochen, wir wollten nicht dabei sein) und sie gefragt, ob sie das machen kann, sie wohnen ja weiter dran bei unserer Mutter. Sie sagte, nein und erteilte meinem Bruder den Auftrag, nach der Arbeit, Eier zu kaufen und mitzubringen. Mein Bruder tat das dann. Am nächsten Tag rastete sie aus, dass wir doch alle wissen, dass sie nicht einkaufen gehen kann und immer muss mein Bruder das nach der Arbeit machen für unsere Mutter und sie sitzt den ganzen Tag alleine zu Hause und keiner kümmert sich um sie.
    Ich muss aber dazu sagen, dass sie mit ihrer Mutter oder Schwester stundenlang shoppen fahren kann und auch auf Konzerte geht usw.
    Sie sucht sich eindeutig nur die Rosinen raus, das ist allen aufgefallen, aber sie ist psychisch krank, da darf sie das, mehr wird zu diesem Thema dann nicht mehr gesagt.

    Danni ist ein Mal im Quartal beim Psychiater für 5-10 Minuten. Sie nimmt keine Medikamente und eine Gesprächstherapie hat sie abgebrochen vor einigen Jahren. Da musste mein Bruder sie weinend abholen. Seitdem sagt sie, sie braucht keine Therapie, der Spinner hat ihr damals gesagt, sie solle an sich und am Umgang mit anderen Menschen arbeiten, vor allem am Umgangston (der Ton macht die Musik) und er könne ihr helfen, das zu erlernen und dann zu trainieren.
    Danni und ihre Familie (auch ihre Schwester) haben keine Freunde, die eigene Familie hat sich komplett zurückgezogen. Sie haben nur meinen Bruder und unsere Familie.

    Normalerweise würde man den Kontakt zu solchen Menschen abbrechen/einschlafen lassen, aber das ist bei uns nicht möglich.
    Durch die Hilfebedürftigkeit meiner Mutter müssen wir zusammen arbeiten und Aufeinandertreffen können nicht umgangen werden. Bis auf meinen Bruder sind alle krank, er ist vollberufstätig. Um ihn zu entlasten, reißen wir uns zusammen und machen und tun für alle, aber sind dann am Ende die Doofen. Mein Bruder hat unserer Mutter vor einem halben Jahr gesagt, dass er in der Beziehung nicht so glücklich ist, aber er kann eben nichts ändern. Er geht arbeiten, hilft uns bei der Hilfe unserer Mutter so gut es geht und zieht sich in seiner Freizeit in seine Pc Welt zurück. Er hilft auch Dannis Familie vom Finanziellen bis hin zum Haushalt, weil Danni ja nicht kann oder will.

    Weiter geht es gleich drunter in der Antwort. Entschuldigung, ich wusste nicht, wie ich es bei dem langen Text machen soll in einem Stück, das System sagte nur 10000 Zeichen.
     
  2. Anja80

    Anja80 Neuer Benutzer

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    Da ich zu viel geschrieben habe und es sich nicht posten ließ, schreibe ich hier weiter. Tut mir sehr leid!



    Also die ganze Situation ist schon so schwierig und dann kommt Danni und haut immer auf uns ein.

    Das Verhältnis zu meiner Mutter ist nicht so gut, aber dennoch sorge ich mich ganz doll um sie und auch mein Partner hilft mir bzw. ihr.

    Wenn ich mit ihr über dieses Thema rede, dann sagt sie nur, dass ich selbst dran Schuld sei. Ich muss dadrüber hinweg sehen. Wenn bei mir das Faß über läuft, muss ich mich zusammenreißen. Ich schaffe das immer so ca. ein halbes Jahr, dann platzt es aus mir raus, denn wenn ich schon vorher freundlich was sage, kommt immer nur, du machst aus einer Mücke einen Elefanten, reiß dich doch mal zusammen. Meine Mutter sagt, sie hat eine Mauer um sich gebaut und ihr ist das egal und so soll ich das auch machen. Wenn ich sage, dass ich möchte, dass sie mich und meinen Partner auch mal verteidigt, sagt sie, das kann sie nicht, sie mischt sich da nicht ein, bau dir eine Mauer auf.

    Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Mein Partner weiß das auch nicht und ihn machen diese ständigen Vorfälle auch kaputt, nicht nur vom Miterleben, sondern auch, weil Danni ihn ja auch angreift. Dannis Mutter meinte mal zu ihm, er sei eine männliche Lusche ohne Eier in der Hose, weil er bei einem Streit vom Tisch aufgestanden ist und gegangen ist.

    Ziehen wir uns zurück, bleibt meine Mutter auf der Strecke und ich oder wir vermissen meinen Bruder. Meinen Bruder gibt es nur im Doppelpack mit Danni bzw. kommt er mal alleine, bombadiert sie ihn so lange mit Nachrichten, dass es ihr nicht gut geht, bis er gleich wieder zu ihr fährt oder sie kommt ihm spätestens eine Stunde später nach.

    Versuche mit Danni freundlich und in Ruhe über diese Sachen zu reden, scheitern, denn Schuld bin ich und mein Partner, wir verhalten uns falsch, sagt Danni.

    Wie baut man eine Mauer dagegen auf? Wie sollen wir mit dieser Situation umgehen? Wir versuchen ja schon seit einigen Jahren uns aus dem Geschehen so gut wie möglich rauszuziehen, also sind bei Familientreffen selten anwesend, versuchen für meine Mutter da zu sein, wenn sie nicht da sind. Als ich nun zu meiner Mutter gesagt habe, wir müssen das noch härter durchziehen, also wirklich, dass Danni nie da ist, wenn wir da sind, sagte sie nur, das wird wohl kaum gehen und ich bzw. wir sollen uns nicht so anstellen.

    Ich danke Euch schon mal für Eure Ratschläge!
    Liebe Grüße! Anja
     
  3. kathi

    kathi Benutzer

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    soeine sehr vertrakte sache. die Situation vernünftig anzugehen ist schwer. am einfachsten wäre es dein bruder trennt sich von ihr, damit ihr alle aus der sache rauskommt. sie will sich anscheinend nicht helfen lassen. vielleicht muss man ihr mal einen schockmoment verursachen, damit sie erkennt, dass sie hilfe annehmne MUSS. damit sich die Situation mildert. oder halt ein kompletter cut, indem ihr gar keine Aufmerksamkeit mehr schenkt. möglicherweise sonnt sie sich darin und nimmt sich dadurch viel wichtiger, als sie ist.
    nach deinen Beschreibungen wird sie nicht mit sich reden lassen.
    für dich und deinen Partner ist schwer. ihr habt verschieden Möglichkeiten
    1. weiter mitspielen und euch kaputt machen lassen
    2.versuchen, weiterhin eine mauer zu bauen, was aber sehr kraftraubend ist
    3. die für mich gesündeste Möglichkeit: einen cut machen und den kontakt abbrechen, egal was die anderen sagen
    so könntet ihr wieder zu ruhe kommen, neue kraft tanken und euch neue freunde suchen.

    viel glück und ich sende euch noch mehr mentale kraft
     
  4. Anja80

    Anja80 Neuer Benutzer

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    Hallo Kathi!

    Vielen Dank für Deine Ratschläge!

    Es ist wirklich sehr schwierig!

    Wir wissen nicht, wie man dagegen eine Mauer aufbauen kann. Hast Du oder habt Ihr dafür Tipps, wie man eine Mauer aufbaut?

    Wie Du schon sagtest, wäre es am Besten, einen Cut zu machen, da hast du Recht!
    Nur leider ist das nur bedingt möglich, durch die Hilfebedürftigkeit meiner Mutter. Dadurch kommt es immer wieder leider zum Kontakt. Und hinzu kommt auch noch, dass meine Mutter nicht akzeptiert, dass wir uns da rausziehen wollen, so gut es eben geht. Den Kontakt zu meiner Mutter schaffe ich nicht abzubrechen.

    Aus welchen Gründen auch immer, mein Bruder wird sich von ihr nicht trennen. Keiner kann nachvollziehen, warum er mit ihr zusammen lebt. Wir haben oft das Gefühl, dass er sich ihr angepasst hat, da sich sein Verhalten verändert hat und das nicht zum Positiven. So als wäre ihr Verhalten ansteckend. Weißt Du, wie ich meine?

    Daher bleibt nur die Mauer, nur wie baut man sie auf?

    Danke schon mal
    Liebe Grüße! Anja
     
  5. kathi

    kathi Benutzer

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    Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Zunächst kann man sich durch Atemübungen entspannen und geistig auf die unangenehme Situation vorbereiten . Dann kann man natürlich das geschehen auch üben und vorher durchspielen. MediTieren hilft auch vielen. Gut ist es auch sich Auszeiten zu nehmen. Wo man sich nur um sich selbst kümmert.
    Ansonsten bietet google viele Antworten, wie man die mentale Stärke erhöht.
    Im Grunde geht es darum sich der Situation ruhig und möglichst gelassen zu stellen und es nicht persönlich zu nehmen; sollte etwas unangenehmes passieren.
     
  6. Anja80

    Anja80 Neuer Benutzer

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    Danke Dir Kathi!

    Mal sehen, wie wir es schaffen, es umzusetzen.