Was soll ich tun? Schlechte Ausbildung, Alt, Verschuldet, nie Beziehung gehabt

Dieses Thema im Forum "Depression, Sinnkrise, Unzufriedenheit" wurde erstellt von bobington, 5 Mai 2019.

  1. bobington

    bobington Neuer Benutzer

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    Hallo liebes Forum,

    schön, dass es Menschen gibt, die sich für die Probleme anderer interessieren. Ich möchte hier los werden, welche Hindernisse und Probleme ich habe.

    Ich bin männlich, werde bald 32, und habe einen bunten Lebenslauf.

    Ich fasse kurz mit Stichpunkten zusammen, was mich gerade beschäftigt und danach führe ich es ein bisschen aus:

    1. Ich habe einen wertlosen Studienabschluss (Bachelor in Design. Warum wertlos steht unten)
    2. Für dieses Studium habe ich mich bei der KFW und Bafög verschuldet.
    3. Ich bin unfähig einen Arbeitsplatz zu halten weil ich soziale Phobien habe. (Ich mache Leute in der Gruppe nervös)
    4. Darum habe ich mich in der Selbstständigkeit versucht: Alleine arbeiten. 1 Jahr ist mittlerweile um. Ich bin gescheitert weil ich nicht alles kann was man können muss für Selbstständigkeit.
    5. Ich werde diesen Monat 32 und hatte noch nie eine richtige Freundin. Immer nur irgendwas für kurze Zeit.
    6. Ich habe zwischen dem Alter von 19 und 31 Jahren täglich Gras konsumiert. Warum? Ich glaube um den Schmerz aus meiner Kindheit zu verdrängen. Ich wurde von meinen Eltern vernachlässigt und nicht erzogen.

    Aktuell ist mein Hauptproblem, dass ich mit 32 Jahren keine nennenswerten Erfahrungen oder Fähigkeiten vorzuweisen habe. Warum? Weil ich zuviel gekifft habe. Es gibt 10. Klässler die das gleiche liefern können wie ich. Ich fühle mich, als ob ich meine Jugend und meine Ausbildung komplett in den Wind geschossen habe.

    Ich weigere mich, weiter in meinem Job zu arbeiten und bekomme Wutausbrüche nur wenn ich mich an den Laptop setzten will um zu arbeiten. (Habe noch wenige Projekte offen) Heute habe ich keine Lust mehr weil ich die Hoffnung verloren habe, dass es noch irgendwie besser wird. Ich mache diese ganzen Geschichten schon so lange, aber so wenig hat sich verbessert. Es kommt mir vor wie ein Hamsterrad. Für wen mache ich das ganze hier eigentlich? Ich will diesen Schmerz nicht mehr und würde am liebsten wieder jeden Tag kiffen um das nicht mehr mitzubekommen.

    In der Werbeagentur, in der ich nach einem Monat gekündigt wurde, habe ich mit Kollegen zusammengearbeitet, die lediglich eine Ausbildung hatten und kein Studium wie ich. Die Leute mit der Ausbildung haben den gleichen Lohn bekommen wie ich. Das hat damals komplett meine Welt zerrüttet. Ich habe mich verschuldet für ein wertloses Fachhochschulstudium, nur um dann im Beruf festzustellen, dass Leute mit einer Ausbildung genauso viel verdienen wie ich?

    Zudem komme ich einfach nicht mit Gruppen von Leuten klar (ich glaube das kommt aus der Kindheit). Ich kann nicht am runden Tisch sitzen. Sobald ich mit mehreren am Tisch sitze, bekomme ich Panikattaken. Vor allem wenn ich am Tisch angesprochen werde. Das macht die anderen Leute nervös - was zur Folge hat, dass ich gemieden werde.

    Im Team arbeiten geht also nicht, und alleine arbeiten kann ich auch nicht.

    Was ich hier geschrieben habe beschäftigt mich schon seit Jahren. Um diesen Schmerz einigermaßen auszuhalten, habe ich Drogen missbraucht. Besonders zwischen meinem 19 und 31 Lebenslauf habe ich täglich Gras konsumiert. Heute nicht mehr. Ich bin sicher, dass dies einen Großteil zu meinen Probleme von heute beigetraten hat. Ich habe es irgendwie geschafft mit dem Konsum aufzuhören weil ich das Gefühl hatte, dass mic hder Konsum weiter in den Ruin treiben wird. Das ich aufgehört habe zählt als eines meiner größten Errungenschaften bis heute. Traurig, aber wahr.

    Heute fühle ich mich in meiner Situation gefangen und weiß nicht mehr, was ich tun soll.


    Zusammenfassung:
    - Wertlose Ausbildung die kein Arbeitgeber haben will, schlechtes Portfolio. (Portfolio = Bewerbung von Designern)
    - Verschuldet durch Studium und aktuell keine Einnahmen um Studienkredit etc zurückzuzahlen.
    - Teamarbeit nicht möglich durch Panikattaken
    - Alleine Arbeiten/Selbstständigkeit nicht möglich wegen fehlenden Fähigkeiten und Erfahrung
    - Drogenmissbrauch zwischen 19 und 31. täglicher Graskonsum. (Hat wahrscheinlich meine Wahrnehmung getrübt und dadurch viele Probleme verursacht.)
    - 32 und noch nie eine langfristige Beziehung gehabt. Es gab genug Möglichkeiten, doch mein Dauerkonsum hats vermaselt.

    Ich weiß überhaupt nicht mehr was ich tun soll.
    Ich kämpfe schon seit jahren gegen diese ganzen Probleme und Hindernisse an, aber wenig hat sich geändert. Das einzig gut ist, dass ich seit 4-5 Monaten meinen Konsum im Griff habe.

    Was soll ich tun?
    Habe überlegt Deutschland zu verlassen, zu meinem älteren Bruder zu gehen, neu anzufangen. Dort würde ich die Schulden für meine wertlose Ausbildung nicht zurückzahlen müssen. Was jedoch auch dort bleiben würde: Meine Panikattaken am runden Tisch. Und auch dort gibts bestimmt 10. Klässler, die das gleiche liefern wie ich.

    Was würdest du tun an meiner Stelle?
     
  2. Diesel

    Diesel Erfahrener Benutzer

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    Hallo und Willkommen im Forum, ich sehe es nicht so, das du keine Leistung bisher Gebracht hast. Ich sehe, das du ein Kranker Mensch bist, so wie wir auch, du musst dich in Behandlung begeben und dir Helfen lassen. Sicher ist die Kifferei nicht förderlich für deinen Zustand, was du unbedingt Lassen musst! Aber wenn du dich Behandeln lässt, hast du eine andere Sicht auf die Dinge und dich selbst, wenn du "wegläufst" zu deinen Bruder, da bleiben dir die Probleme erhalten, dein Bruder wird dir da nicht weiter helfen können, nehme an der hat selbst eine Familie. Mein Rat, werde Gesund, das wird eine Herauaforderung für dich und lange Dauern, geh in eine Schuldnerberatung, das andere was du dir Wünscht kommt von selbst! Viel Glück in deinem Leben.
     
  3. bobington

    bobington Neuer Benutzer

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    Dass sehe ich auch so. Ich war mit Anfang 20 bei einem Psychologen, dieser hat mir eigentlich nicht geholfen. Das einzige was ich dort gemacht habe, war, mich auszuheulen in seiner Anwesenheit. Doch irgendwelche Tipps oder Ratschläge habe ich nicht von ihm bekommen. Ende letzten Jahres wollte ich wieder neue Termine machen, ich habe bei 2 oder 3 angerufen aber kann mir aktuell nicht mehr erklären warum es nicht zu einem Termin gekommen ist. (wirklich keine Ahnung)

    Das ist richtig. Aber auch dort gibt es Psychologen. Nur hätte ich dort einige hundert Euro monatlich weniger Ausgaben.

    Dort war ich bereits. Die können mir nicht helfen weil eine Schuldnerberatung lediglich dazu führt, dass man Privatinsolvenz anmeldet. Für die KFW und Bafög keine rolle Spielt ob man Privatinsolvenz angemeldet hat, die lassen nicht locker (nur Private Gläubiger lassen dann locker).

    Ende vom Lied ist, dass ich Hilfe brauche und auch gerne annehmen. Warum ich nicht danach suche, ist wohl die 1 Million Euro Frage.
     
  4. Diesel

    Diesel Erfahrener Benutzer

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    Hallo mein Freund, wenn du zu einem Psychologen gehst, dann musst du ihm Vorheulen, den der kennt weder dich noch deine Krankheit und Probleme. Das dauert auch seine Zeit bis er dir Hilfestellung leisten kann, mehr ist es nämlich nicht! Ein Psychologe versucht, deine "Verworrenen gedanken" zu Ordnen und ihnen eine neue Richtung zu geben, da musst du Erzählen,Erzählen, Erzählen, das ist kein ZAUBERER! Bin schon 25Jahre bei einem und hat mir noch kein Patentrezept gesagt. Die Ungeduld ist für Psychische Erkrankungen so Paradox wie Feuer und Wasser! Termine sind schwer zu Ergattern, denn die haben 9-18mon. Wartezeit, kannst aber auch probieren bei einem BKH- bei der Ambulanz nachfragen. So so da hast du weniger Ausgaben, wo hast du den da Einnahmen her, wenn du nicht Arbeiten kannst, dein Bruder wird schnell die Schnauze voll haben von dir, wenn er dich "Durchfüttern" muss! Naja, wenn du Gesund bist kannst du ja die Schulden Bedienen, du hast sie ja Verursacht auch, wo liegt da das Problem? Es wird keinen geben, der sagt, du Armer ich Bezahl dir deine Schulden! Also musst du Gesund werden und dann Arbeiten und dir einen "Tritt in den Hintern" geben, wie ein Mann das Durchstehen, oder vor Selbstmitleid zerfliesen und nie was auf die Beine stellen! Wünsche dir für deinen Weg viel Kraft,Energie und Glück.
     
  5. Misterio

    Misterio Benutzer

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    Hallo bobington. Die Frage ist, was du vom Leben erwartest und dir vom Leben wünschst. Was du schilderst klingt für mich so als hättest du (zumindest zeitweiligen) Anspruch auf volle Erwerbsminderungsrente. Dann wärst du finanziert und könntest dich um deine Genesung kümmern. Solltest du wegen gesundheitlichen Problemen nicht mehr arbeitsfähig sein, bleibt dir immernoch die Möglichkeit Grundsicherung zu beantragen.

    Für Menschen, die gesundheitlich einfach nicht in der Lage sind zu arbeiten, gibt es dieses Sozialsystem. Ja, du hättest keine Reichtümer aber sehr viel Zeit dich um dich selbst zu kümmern.

    Ich lese aus deinen Worten heraus, dass du unter einem ziemlich hohen Erwartungsdruck stehst. Du verlangst aktuell zu viel vom Leben und dass du es nicht erreichst, treibt dich in den Wahnsinn und in die Drogenszene.

    Ja, du brauchst professionelle Hilfe aber mach es Schritt für Schritt. Sicher erst mal deinen Lebensraum ab. Wohnung, Essen, Finanzen und Gesundheit. Job und Karriere, sowie Freundin stehen dann halt erst mal hinten an.

    Oft ist der Ursprung für das Leiden einfach der Fakt, dass Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Das Verlangen nach diesen Bedürfnissen einzuschränken, mindert das Leid und den Schmerz. Setz dir kleine Ziele, die du mehr oder weniger leicht erreichen kannst und frage dich selbst, ob du nicht mit weniger zufrieden sein kannst.

    Das ganze Leben dem Traum hinterherzujagen und ihn nie zu erreichen ist auf Dauer einfach nicht gesund.
     
  6. Kleinlok

    Kleinlok Erfahrener Benutzer

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    Da geht es mir ähnlich. Ich tue mich schwer Hilfe suchen und anzunehmen. Und ähnlich wie dir fällt es mir schwer zu erklären warum das so ist. In meinem Fall könnte es mit daran liegen, dass ich nur wenig Vertrauen in diese Gesellschaft und meine Mitmenschen habe. Allerdings hat das dazu geführt, dass ich mich seit sehr langer Zeit nicht aus meinen Problemlagen befreien konnte und auch wenn ich da als Ratgeber nicht tauge. Versuche solch unguten Kreisläufe zu vermeiden.

    Du schreibst, dass du überhaupt nicht mehr weißt, was du tun sollst und dass du schon seit Jahren gegen deine Probleme und Hindernisse ankämpfst, sich, aber nur wenig geändert habe.

    Das könnte vermuten lassen, dass du dich auch so in einer Art Teufelskreis befindest. Solche Kreise sind aus eigener Kraft schwer zu überwinden, so dass die Hilfe anderer Personen Sinn machen kann und in Betracht genommen werden sollte.

    Ich denke, dass für deine Probleme Lösungsansätze sich entwickeln lassen. Das braucht Zeit, muss vermutlich aufeinander abgestimmt werden, könnte aber grundsätzlich möglich sein. Deine laut deinen Worten wertlose Ausbildung z.B. könntest du erweitern bzw. eine weitere Ausbildung anschließen. Wenn ein Weg nicht weiterführt, suche einen neuen. Dafür bräuchtest du vermutliche einen Plan, könntest dich dafür beraten lassen

    Die Panikattaken sind ein sicher großes Problem, dass dir dein Leben schwer macht. Aber auch hier kannst du ansetzen. Panikattacken sind übersteigerte Angstreaktionen, welche die davon betroffenen auf Grund bestimmter Lebenserfahrungen quasi erlernt haben. Man kann aber ein anderes angstfreieres Verhalten erlernen, dass diese Panikreaktionen ablösen kann. In einer Verhaltenstherapie wird das z.B. versucht.

    Für dich könnten erste kleine Schritte wichtig sein, dass du wieder Mut zum Leben zurückgewinne n kannst, auch da kann eine Hilfe durch andere sehr wichtig sein, denn wenn man sehr verzagt mit sich und seinem Leben ist, dann wagt man alleine solche Schritte nicht oder nicht mehr ausreichend.
    Das wäre schade, wenn das so bliebe.

    Ich wünsche dir Mut um dir Hilfe zu suchen.

    Liebe Grüße, Thomas