Mein kranker Mann

Dieses Thema im Forum "Andere/r Kummer, Sorgen, Probleme" wurde erstellt von Meedre, 12 Juni 2019.

  1. Meedre

    Meedre Neuer Benutzer

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    Hallo ihr Lieben,

    Ich denke, ich schreibe auch einfach mal drauf los....

    Ich bin 27 und mein Mann 30. Er hatte schon mehrere Schicksalsschläge erlitten... Mit 18 wurde ein sehr aggressiver inoperabler Hirntumor entdeckt. Die Ärzte gaben ihm eine Chance von 5%. Nun ist die Karenzzeit erloschen, vor zwei Jahren hieß es, dass jegliches Tumorgewebe im Kopf tot sei. Juhu.... Wir haben es uns gut gehen lassen. Da er durch den Tumor seine Ausbildung nicht beenden konnte, aber im Lager Fuß gefasst hatte, sind wir in eine tolle Wohnung gezogen, er hat ein tolles Auto.... Etc. Dann folgte im letzten Jahr der nächste Schock: Schlaganfall...
    Als ich ihn kennengslernt habe, hatte ich tierische Angst vor dem Tumor, bzw dass er zurück kommt. Der "Freispruch" war für uns wie ein Neustart. Jetzt durch den Schlaganfall bin ich permanent unter Strom.... Meldet er sich nicht, gehe ich vom schlimmsten aus etc
    Das ist jetzt gut ein halbes Jahr her. Sein Immunsystem war schon vorher durch Chemo und Strahlen angeknakst. Jetzt umso mehr. Keine Firma möchte ihn behalten, da er meist in den ersten paar Wochen krank wird. Zudem ist er nicht mehr groß belastbar....Eine Umschulung können wir uns jedoch aufgrund der finanziellen Lage nicht leisten, ich bin selbst noch in der Ausbildung. Das wäre erst nächstes Jahr drin... Von daher ist er quasi gezwungen immer wieder den gleichen Mist zu machen.

    Ich wünschte ich könnte was ändern, aber wir haben alle Optionen ausgeschöpft...
    Unser Alltag ist von der ständigen Angst begleitet, dass die Belastungen wieder in die Katastrophe führen.
    Bei jedem Kofschmerz den er äußert bekomme ich Panik. Und hasse mich dafür, dass ich mir manchmal in Frage stelle, warum ich mich für den Mann mit dem Tennisball im Kopf entschieden habe. Oder dass ich mir manchmal still wünsche, er würde ein Arschloch sein und kein so guter Mensch, damit ich gehen könnte. Aber dafür ist er für mich viel zu wertvoll, viel zu gut, ein viel zu toller Mensch, was ich in schlechten Zeiten nicht außer Acht lassen darf.

    Die täglichen Sorgen um Gesundheit und Geld machen mich fertig. Und gleichzeitig muss man als Partnerin stark und verständnisvoll sein. Zur Zeit hasse ich aber einfach das Universum. Freunde verstehen die Umstände nicht, reden so, als ob alles so leicht wäre und vergessen, was er alles schon durchgemacht hat... Und verstehen meine Probleme nicht...
     
  2. kathi

    kathi Benutzer

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    wenn man nicht selbst betroffen ist oder es am eigenen laib erlebt, kann man das alles nicht nachempfinden. leider. da ist man in der regel auf sich selbst gestellt.
    das mit deinem mann ist schlimm, aber wenn du dich von deinen sorgen übermannen lässt und dadurch mit deinen Gedanken ständig woanders bist, hilft dir das auch nicht weiter. am ende wirst du noch krank vor sorge und bist auch nicht mehr voll belastbar.
    kannst du versuchen dir kleine, kostenlose Verschnaufpausen zu schaffen? wo es nur um dich geht. nicht um Geld. nicht um die täglichen sorgen.

    es gibt doch auch Jobs, die man über den Computer von zuhause aus machen kann. wäre das was für deinen mann?

    grüße
     
  3. Meedre

    Meedre Neuer Benutzer

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    Liebe Kathi, danke für deine Antwort. Wir versuchen gerade ihm im Vertrieb unterzubekommen, denn wenn er etwas nicht verlernt hat, ist mit Ausstrahlung "rumzuschnacken" :D. Aber durch die fehlende Berufserfahrung und fehlende Ausbildung ist auch das schwer.

    Mit der Zeit für mich stimmt das schon. Ich hindere mich selbst oft daran, weil ich eben allein nicht entspannen kann. Ich weiß, dass muss ich dringend lernen.
     
  4. kathi

    kathi Benutzer

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    das musst du aber, sonst machst du dich kaputt.
     
  5. pirjo

    pirjo Neuer Benutzer

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    Hallo Meedre, wenn ich nochmal auf deinen Beitrag zurück kommen darf,
    Es kostet dich unheimlich viel Kraft deinen Mann so zu unterstützen (was wirklich toll ist) aber man vergisst sich selbst sehr oft, deine Bedürfnisse stellst du hinten an, was man für den Menschen einerseits gerne tut den am liebt. Wie gesagt vergiss dich selber nicht, ich weiß wovon ich rede auch wenn es bei mir etwas anders ist. Mein Partner ist Alkoholiker geworden durch viel Schmerz den er erfahren hat aaaaaaber
    mein Leben muss doch auch weitergehen.