Soziale Ängste & Isolation

Dieses Thema im Forum "Depression, Sinnkrise, Unzufriedenheit" wurde erstellt von LoneMagic, 9 Juli 2019.

  1. LoneMagic

    LoneMagic Neuer Benutzer

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    8 Juli 2019
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    1
    Hallo zusammen, ich bin neu hier und habe mich ein wenig in dieses Forum eingelesen. Ich glaube ich bin hier richtig.

    Zunächst zu meiner Person: Ich bin männlich, 25 Jahre alt, mache eine Ausbildung und arbeite im Büro (IT).

    Der Grund warum ich dieses Thema eröffne ist meine soziale Angst und die zunehmende Isolation in der ich lebe. Ich fühle mich von Anfang an fehl am Platz, wenn ich mit gleichaltrigen Menschen zu tun habe. Je älter die Menschen sind, desto besser komme ich mit ihnen klar. Ich kann mich heut zu Tage kaum noch in Menschen (insbesondere Frauen) meines Alters hineinversetzen und das obwohl ich eigentlich ein empathischer Mensch bin.

    Ich selbst war bisher auch schon ein mal bei einer Psychotherapeutin bzgl. einer Anpassungsstörung in der Schule (Gymnasium), konnte dem Ganzen aber nichts abgewinnen und habe die Behandlung irgendwann ausgeschlagen. Der Begriff Anpassungsstörung bedeutet so viel wie depressions-artige Zustände durch äußere Einflüsse. Bei mir hat es sich darin geäußert, dass ich permanent schlechte Gedanken (Minderwertigkeit & Stress) hatte. Es ging so weit, dass ich nicht ein mal mehr aus dem Bett kam, was meiner schulischen Karriere ziemlich geschadet hat. Es blieb nicht viel Ärger aus und es folgten Gespräche mit den Vertrauenslehrern in der Schule. Dort wurde ich noch ein mal ziemlich stark enttäuscht. Es wurde mir Rückhalt versprochen seitens der Lehrer im Gegenzug für meine Bemühung es erneut zu versuchen regelmäßig zu erscheinen. Direkt am Folgetag bin ich natürlich mit etwas mehr Mut als am Vortag zur Schule gegangen um dort von einem der Vertrauenslehrer regelrecht nieder gemacht zu werden aufgrund meiner Fehlstunden. Mir wurde am Vortag versichert genau das würde nicht passieren, denn mit den Lehrern würde ja geredet.

    Nachdem also die schulische Karriere auf dieser Schule nicht funktioniert hat bin ich auf ein anderes Gymnasium gewechselt, auf dem es ebenfalls nicht funktioniert hat. Anfangs sah es sehr gut aus, aber ich konnte alte Muster nicht ablegen und bin ihnen wieder verfallen. Diesmal war es weniger schlimm, denn ich hatte Schule satt und begann in einem Nebenjob zu arbeiten. Ich habe hart körperlich gearbeitet und Geld zu schätzen gelernt. Dies tat ich dann 2-3 Jahre und begann eine Ausbildung im Büro.

    Ich befinde mich aktuell in meinem letzten Lehrjahr der Ausbildung und blicke dem Ganzen wieder skeptisch entgegen. Berufsschule hat sich für mich als gleich schlimm erwiesen wie die normale Schule. Ich finde mich in bekannten Situationen wieder. Morgens aufwachen wird schwierig bis unmöglich. Die Nächte über bin ich wach mit Negativgedanken und morgens wache ich gestresst und schweißgebadet auf.

    Ich bin der Meinung, dass viele meiner Probleme auf soziale Ängste zurückgehen und nicht nur von äußeren Einflüssen (wie z.B. schlechte Lehrer oder stressige Kollegen). Ich schaffe es teilweise nicht aus dem Haus, sobald ich weiß es steht ein möglicher Konflikt bevor. Die Reaktion auf Konflikte ist je nachdem wie schlecht ich mich fühle meistens Flucht.

    Jetzt will ich etwas ändern, da ich auf keinen Fall meine Ausbildung wegwerfen möchte und habe mir Gedanken gemacht wie ich es angehen könnte:
    - Mein erster Plan wäre es, in einen Sport-Verein einzutreten um zumindest die soziale Isolation etwas zu brechen. Aktuell bin ich nämlich mit meinen Gedanken zu 95% allein und kann mit niemandem reden.
    - Mein zweiter Plan wäre vermehrt Sport zu machen (in Kombination mit Verein + privat) um Selbstvertrauen zu steigern und zu gewohnter Stärke zurück zu finden. (Die Jahre im Büro äußern sich schnell wenn man keinen Sport macht)

    So weit alles von meiner Seite.

    Falls jemand ähnliches durchlebt hat würde ich mich freuen, wenn jemand seine erfolgreichen Ansätze hier rein schreibt. Fragen zu meiner Person und meiner Schilderung beantworte ich natürlich auch gerne. Den Fokus des Ganzen Themas würde ich aber wirklich gerne auf konkrete Ansätze beschränken und auf die Frage: "Was kann ich tun, damit ich meine Probleme konstruktiv angehe?"

    Vielen Dank im Voraus