Momentan echt heftige Probleme !

Dieses Thema im Forum "Familie" wurde erstellt von Ayda910, 11 September 2019.

  1. Ayda910

    Ayda910 Gast

    Hallo, ich bin neu hier und weiß nicht ob mich jemand versteht und auch garnicht warum ich das hier schreibe. Keine Ahnung, ich will mir mal einfach alles aus der Seele schreiben.
    Also momentan bin ich echt psychisch am Ende kann man so sagen. Ich habe schon seit 5 Jahren mehr oder weniger psychische Probleme, es fing mit Essstörung an und vor zwei Jahren begann das Mobbing was mir mein ganzes Selbstwertgefühl genommen hat. Vor 3 Jahren haben sich meine Eltern auf eine echt unschöne Art getrennt, will nicht ins Detail gehen aber verständlich das mich das alles mitgenommen hat. Nichts desto trotz hatte ich oft in den lezten Jahren sehr schöne Momente wo ich mich echt gut gefühlt habe.

    Also vor der Trennung meiner Eltern ging es mir auch sehr gut, meine Kindheit war eigentlich immer schön. Finanziell ging es uns auch sehr gut, mir fehlte es an nichts.
    Aber durch die Trennung hat sich meine Mutter auch verändert. Sie arbeitet seitdem nicht mehr und bezieht Arbeitslosengeld. Ich glaube sie lässt sich komplett gehen. Zudem hatte sie eine nicht schöne Kindheit wodurch sie jetzt eine Traumatische Belastungsstörung, sie ist wegen ihrer Vergangenheit auch depressiv aber in Therapie. Als Kind war sie für mich aber die beste Mutter die ich mir vorstellen konnte. Das mit ihrer schweren Vergangenheit kam erst nach der Trennung raus.

    Vor nem halben Jahr hat sie eine Umschulung gemacht und auch direkt viele Zusagen bekommen für einne neuen Job. Aber anstatt sich für eins zu entscheiden, hat sie sich von ihrem Psychologen weiter krank schreiben lassen, sie würde es psychisch nicht aushalten.
    Ist ja auch irgendwo akzeptabel aber die ganze zeit redet sie nur davon wie schrecklich das Leben ist und dass sie sich wieder wie früher viel mehr leisten will und dass sie das sich damals niemals ausmalen würde irgendwann vom Amt zu leben. .. Klar auch für mich war das eine komplett andere Welt. Aber es ist belastend für mich, wenn ich mir das tagtäglich anhören muss und sie einfach komplett an sich selbst zweifelt. Und irgendwie ja auch dem Glück selber im Wege steht, sie wurde zu 5 Vorstellungsgespräche eingeladen und war nur auf einem , wo sie halt auch direkt angenommen würde aber halt nicht konnte/ wollte.

    Ich erkenn sie auch überhaupt nicht wieder. Bei mir ist ja wie gesagt auch nicht alles toll gelaufen, habe erst echt spät von meinem Abschluss erfahren, nicht weil ich keine Lust hatte sondern wegen Depression in der Klinik war. Jetzt hab ich mich halt versucht fürs Abi zu bewerben aber alles war schon voll. Dann für ein FSJ, ebenfalls Absagen. Jetzt versuche ich es noch bei einem anderen Träger. Ich habe Ziele für mich, für meine Zukunft. Nach dem FSJ also vorausgesetzt es klappt will ich mein Fachabi machen und danach Studium.

    Meine Mutter schreit mich aber fast tagtäglich an, dass ich zu dumm bin, dass es meine schuld ist das ich jetzt nichts mache und teilweise beschimpft sie mich echt richtig richtig krass.
    Meine kleine Schwester hingegen nimmt sie in Schutz und sie wird generell immer bevorzugt.

    Sowas macht mir echt zu schaffen.
    Zudem bin ich nicht dumm ,da ich immer trotz Panik und Mobbing mein einser Durchschnitt gehalten habe. War aber auch vor zwei Jahren in einer Rehabilitation wegen Burnout.

    Wie auch immer. Vor der Klinik dieses Jahres hatte ich den absoluten Tiefpunkt meines Lebens. Meine Freundin, mit der ich drei Jahre zusammen war ( sie hatte ganz starke psychische Probleme ) hat mich eiskalt blockiert, betrogen und davor isr sie schon scheiße mit mir umgegangen. Ich ging tage manchmal wochenlang nicht ausm Haus, hatte Nervenzusammenbrüche und fühlte mich schwach . Aber vorallem war ich einsam. Richtig scheiße einsam.

    April bin ich dann in eine Klinik, danach ging es schnell bergauf. Ich war selbstbewusst und glücklich. Alles was war hab ich nicht vergessen aber es hat mich nicht runtergezogen/ getriggert. ( Ich habe selbst ein Trauma nach meinem aller ersten Klinik Aufenthalt ). Kam aber richtig gut mit meinem Alltag zurecht.

    Jetzt hab ich das Gefühl, fast sogar Rückfällig zu werden. Ich weiß auch nicht, immer wenn meine mutter so krass auf mich losgeht dann bin ich nach außen hin wahrscheinlich sehr unsicher und habe übelste Probleme wenn Leute mich angucken oder starren. So wie heute. Aber das hatte ich so lange nicht mehr. Und heute, da fühlte ich mich zB im Bus oder Stadt so unsicher. Und sonst war das die lezten Monate kaum noch ein Problem. Ah ich weiß nicht wie ich es hier richtig beschreiben soll.
    Also normalerweise ist mir sowas von egal was andere Menschen von mir denken aber an richtig schlechten Tagen habe ich Angst vor Menschen und was sie von mir denken. Ich glaube wirklich, ich wirke an solchen Tagen auch sehr unsicher und abwesend und fühle mich wie gelähmt.
    Und dEs halb bin ich extrem wütend auf mich, weil ich weiß was ich alles schon geschafft habe, dass ich stark bin und innerlich eine selbstbewusste Einstellung habe.
    Aber sowie heute, da kann ich es einfach nicht steuern, es kommt einfach dieses Lähmungsgefühl zwischen MenschenMengen. Ich kann es wirklich nicht steuern. Und ich wette, morgen ist es weg und ich fühl mich ganz normal. Diese "unsicheren Tage" kommen jetzt bis auf heute garnicht mehr vor. Ich kanns mir nicht erklären.
    Also tut mir leid für den langen Text und danke an die, die das hier überhaupt lesen.
    Kennt jemand dieses Angst Gefühl?
    Oder hat jemand Tipps, was ich in so nem Lähmungsgefühl machen kann um wieder normaler, lockerer zu werden?
    Gut man könnte jetzt auch sagen arbeite am Selbstbewusstsein aber das hab ich ja. Immer außer in diesen Situationen. Dieses Lähmungsgefühl hält dann nie den ganzen Tag an sondern nur in den Stunden in den ich unter Menschen Mengen bin. Ich weiß auch nicht. Wie gesagt, morgen oder so beispielsweise rausgehen unter Menschen macht mir garnichts und würde man mich jetzt fragen, dann bin ich definitiv zufrieden mit mir. Aber ...Ach egal ich hör jetzt auf zu schreiben und hoffe es ist nicht zu krass verwirrend
     
  2. kathi

    kathi Benutzer

    Registriert seit:
    27 Februar 2019
    Beiträge:
    74
    ich kenn das gefühl unter menschenmengen zu sein und dann nicht zu wissen was nun. mir hilft dabei musik. ich habe fast immer mind. 1 Kopfhörer im ohr um mich abzulenken. auch wenn es manchmal unpassend ist. aber die musik hilft mir mich abzulenken und dann zu funktionieren. ich weiß, das ist keine dauerhafte lösung, aber ein anfang.
    kannst du nicht ausziehen? denn dein familäres Umfeld scheint dich sehr herrunterzuziehen. so eine Umgebung kann sehr giftig sein und immer wieder krank machen.
    mein tipp für dich wegen deiner frage, finde etwas das dich ablenkt und wieder zu dir selbst finden lässt.
     
  3. Achim

    Achim Sehr erfahrener Benutzer

    Registriert seit:
    17 Mai 2007
    Beiträge:
    1,281
    Ort:
    Bonn
    Liebe Ayda910,

    nun ist es schon fast zwei Wochen her, dass Du hier im Forum geschrieben hast, und da will ich also nun gern versuchen, Dir wenigstens einige wenige Zeilen zurückzuschreiben.

    In der Tat, es muss ein Schock für Dich gewesen sein, so mitzuerleben, wie Eure Familie so nach und nach auseinanderbricht. Wenn ich alles in allem sehe, was Du geschrieben hast, dann ist es langsam, aber eben sicher und unaufhaltsam immer schlimmer geworden. Du musst Dich furchtbar ohnmächtig gefühlt haben, denke ich mir: dazu verurteilt zu sein, alles mit anzusehen und doch nichts ausrichten zu können, ist oft reinweg ganz unmöglich auszuhalten.

    Deine Mutter ist Dir ja sehr nahe, meine ich verstanden zu haben. Und desto schmerzlicher muss es sich ja für Dich anfühlen, permanent ihren Schimpfkanonaden ausgesetzt zu sein, ihre Antriebslosigkeit auszuhalten, zu spüren, dass sie von ihrer schweren Kindheit eingeholt wird ‒ und dass sie Deine Schwester, wenigstens gefühlt, in allem und jedem bevorzugt und in Schutz nimmt. Dann hast Du einen eigenen Klinikaufenthalt erwähnt, der Dir bis heute zu schaffen macht, und als wenn das alles nicht schon längst genügen würde, musstest Du ja auch noch irgendwie damit klarkommen, dass die Beziehung mit Deiner Freundin in die Brüche gegangen ist. Wenn man sich das nur alles mal so ganz in Ruhe vor Augen führt und auf sich wirken lässt, dann muss man nun wirklich nicht besonders phantasiebegabt sein, um sich vorzustellen, dass Du tatsächlich »echt psychisch am Ende« bist, wie Du ganz am Anfang gesagt hast! Das alles ist unglaublich viel auf einmal, und es ist ja schon fast ein Wunder, dass Du noch gerade gehen kannst, könnte man denken.

    Für den Moment möchte ich einfach nur kurz fragen, wie es Dir denn in diesen Tagen geht, wie Du Dich fühlst und was sich vielleicht ereignet hat in der jüngsten Zeit, sei es nun gut oder weniger gut. Wenn Du mal überlegst: Hast Du jemanden, mit dem Du über all das mal reden könntest, eine Freundin, einen Freund? Du hast ja geschrieben, wenngleich in einem anderen Zusammenhang: »Aber vor allem war ich einsam. Richtig scheiße einsam.« Und so wie ich nach Deiner Schilderung denke, täte es Dir wirklich sehr gut, wenn Du jemanden an Deiner Seite hättest, an den Du Dich wenden könntest, wenn Du reden willst. Oder?

    Mir ist noch eine andere Frage in den Sinn gekommen: Wie sind denn Dein Kontakt und Deine Beziehung zu Deinem Vater? Du hast zwar gesagt, dass die Trennung »auf eine echt unschöne Art« vonstattengegangen sei, aber am Ende bleiben die Eltern ja, allem zum Trotz, doch die Eltern (und ich rate jetzt einfach mal, dass Du etwa 16 oder 17 bist), die man, na ja, halt eben braucht. Und von ihm hast Du so gar nicht berichtet, ist mir aufgefallen.


    Jetzt erst einmal viele liebe Mutmach-Grüße!
    Achim